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Jubiläum

Zehn Jahre ohne tote Fahrer

Bei allem Gedenken über den zehnten Todestag von Ayrton Senna ging eine freudige Nachricht unter: Seit zehn Jahren musste kein aktiver Formel 1-Pilot mehr sein Leben lassen.

Senna, so weit das Auge reicht. Eine Ausstellung hier, ein Fußballspiel dort. Teams verzierten ihr Auto mit dem Portrait des Verstorbenen, im Fahrerlager war der zehnjährige Todestag des Superstars neben Aufsteiger BAR das Gesprächsthema.

Niemand sprach darüber, dass die Formel 1 seit dem 1. Mai 1994 einen neuen Rekord aufgestellt hat: Seit zehn Jahren kam kein Fahrer in einem Formel 1-Auto ums Leben, weder bei einem Grand Prix, noch bei Testfahrten. Die zuvor längste Phase ohne Todesfall dauerte nach dem Tod von Elio de Angelis bei Tests im Brabham-BMW 1986 acht Jahre. Die Unfälle von Roland Ratzenberger und Ayrton Senna 1994 in Imola unterbrachen die Serie. "Das Glück ist aufgebraucht", sagte damals Niki Lauda.

Beispiellose Sicherheits-Kampagne

Seitdem verlässt sich die Formel 1 weniger als je zuvor auf das Glück. FIA-Chef Max Mosley, die Fahrer und die Rennstreckenbetreiber setzten eine bis dahin beispiellose Sicherheitskampagne um. Noch im gleichen Jahr wurden Frontflügel und Diffusor beschnitten, der Unterboden entschärft, ein Tempolimit in der Boxengasse verhängt und handelsübliches Benzin zur Leistungsreduzierung vorgeschrieben.

1995 sank der Hubraum von 3,5 auf drei Liter. Die Cockpits wurden geräumiger, die Wände wuchsen in die Höhe. Energie absorbierender Hartschaum dämpfte Stöße gegen den Kopf. Die Auslaufzonen in heiklen Kurven wuchsen bis auf die Größe von Fußballfeldern.

Seit 1997 sind Crashstrukturen zur Energie-Absorbtion vorgeschrieben. 1998 reduzierten Rillenreifen das Kurven-Tempo. Die Aerodynamik wurde erneut beschnitten, Kevlar-Seile halten in vielen Fällen abbrechende Räder fest. Herausnehmabere Sitze für eine sichere Bergung und der Nackenschutz HANS sind heute Pflicht, verbesserte Crashstrukturen und verstärkte Überrollbügel retteten Leben. Mit Einheitsreifen und Hubraum-Reduzierung will die FIA zukünftig das Tempo erneut senken.

Tote Streckenposten

Ganz ohne Verluste kam die Formel 1 seit 1994 nicht davon: In Monza und in Melbourne starb im vergangenen Jahrzehnt jeweils ein Streckenposten nach Kollisionen durch umherfliegende Wrackteile. Seither wuchsen auch die Sicherheits-Zäune.

Die Liste der seit 1994 schwer verunglückten Fahrer, die sich heute dennoch bester Gesundheit erfreuen, ist lang: Mika Häkkinen, Luciano Burti, Allan McNish, Ricardo Zonta, Jacques Villeneuve, Mika Salo und nicht zuletzt Michael Schumacher (1999 in Silverstone) profitierten vom erhöhten Sicherheitsstandard. Das Glück scheint für eine lange Weile zurückgekehrt zu sein. McLaren-Fahrer David Coulthard überlebte sogar einen Flugzeugabsturz.

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