Kanaldeckel - Gully - GP Portugal 2020 Motorsport Images
Formel 1 - Streckenrundgang - Algarve Circuit - Portimao - 2020
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Die Kanaldeckel-Dramen der Formel 1

Die Kanaldeckel-Dramen der Formel 1 Vettel sorgt für Quali-Aufschub

Eine Minute vor Ende des dritten Trainings saugte der Ferrari von Sebastian Vettel ausgangs Kurve 14 ein Abflussgitter aus seiner Verankerung. Die Qualifikation musste um 30 Minuten verschoben werden. Es war bereits das sechste Kanaldeckel-Drama der Formel 1.

Ausgerechnet ein Ferrari. Dem Auto, dem man nachsagt, dass es nicht genug Power und nicht genug Abtrieb hat. Sebastian Vettel sorgte eine Minute vor Ende des dritten Trainings für eine rote Flagge. Der Ferrari hatte ausgangs der 130 km/h schnellen Kurve 14 ein Abflussgitter aus seiner Verankerung gesaugt.

Dabei waren am Donnerstag noch einmal alle Schrauben der Eisengitter festgezogen und in einigen Fällen sogar verschweißt worden. Die zweistündige Mittagspause reichte nicht aus, den Schaden zu beheben. Auch in Kurve 7 wurde ein Problem gemeldet. So konnte die Qualifikation erst mit einer halben Stunde Verspätung angepfiffen werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass dieses Problem die Formel 1 heimsucht. Die Kanaldeckel-Dramen gehen zurück bis in das Jahr 2005. Da gab es den ersten Zwischenfall, der gezeigt hat, wie groß der Unterdruck unter einem Formel 1-Auto bei voller Fahrt werden kann.

Der Vorfall ereignete sich beim GP China 2005 mitten im Rennen. McLaren-Pilot Kimi Räikkönen riss in Kurve 10 einen Drainage-Deckel aus der Verankerung. Teamkollege Juan Pablo Montoya traf das Eisenteil mit dem rechten Vorderreifen. Er kam sofort zum Reifenwechsel an die Boxen, konnte aber weiterfahren. Ein Safety-Car musste ausrücken, damit die Streckenposten den Schaden notdürftig beheben konnten.

Kanaldeckel - Gully - GP Portugal 2020
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In Portimao musste das Qualifying um 30 Minuten verschoben werden. Die Arbeiten an den Kanaldeckeln nahmen viel Zeit in Anspruch.

Barrichello mit 265 km/h in die Leitplanken

Ernster war der Zwischenfall 2010 beim GP Monaco. Rubens Barrichello stellte sich auf der Anfahrt zur Massenet-Kurve bei 265 km/h quer, touchierte erst die innere, dann die äußere Leitplanke. Spätere Untersuchungen ergaben, dass ein loser Kanaldeckel die linke Hinterradaufhängung des Williams zerschlagen hatte. Auch hier musste das Safety-Car in Aktion treten.

Monte Carlo war sechs Jahre später ein zweites Mal Schauplatz eines ähnlichen Vorfalls. Die Nummer hätte leicht ins Auge gehen können. Sie passierte im freien Training. Nico Rosberg hatte mit seinem Mercedes das massive Eisenteil ausgangs der Ste. Dévote-Kurve aus seiner Fassung gerissen. Der nachfolgende Jenson Button konnte das Hindernis nicht sehen und traf es mit der linken Fahrzeugseite.

"Es war reines Glück, dass der Kanaldeckel nicht so weit hervorstand", atmete Button auf. An seinem Auto wurden der Frontflügel, die Vorderradaufhängung, die Vorderbremse und der Unterboden zertrümmert.

Kanaldeckel - Gully - GP Portugal 2020
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Die Streckenposten versuchten die Metallgitter schon am Donnerstag festzuschweißen.

Schadensersatz für Haas

Der GP Malaysia 2017 war für Haas ein teures Wochenende. Romain Grosjean flog mit 275 km/h von der Strecke. Ein loses Drainagegitter hatte in Kurve 13 den linken Hinterreifen und den kompletten Unterboden aufgeschlitzt. Beim Einschlag in den Reifenstapel wurde der Haas schwer beschädigt. Das Team kalkulierte eine Schadenssumme von 750.000 Dollar und stellte sie später dem Veranstalter in Rechnung. Einen Teil des Geldes bekam der US-Rennstall tatsächlich wieder.

Letztes Jahr erwischte es wieder einmal Williams. George Russell erlebte den Albtraum im freien Training zum GP Aserbaidschan. Der Engländer riss einen Gullydeckel auf der Gegengerade aus seinem angestammten Platz. Der Williams wurde schwer beschädigt. Die Wrackteile wurden über 50 Meter verstreut.

Russell erzählte: "Ich war ganz normal unterwegs. Dann wurde ich von diesem Ding getroffen. Es war wie eine Explosion." Auch Williams forderte vom Veranstalter Schadensersatz. Der musste erst einmal sicherstellen, dass rund um den 6,003 Kilometer langen Kurs alle Kanaldeckel ordentlich verschweißt wurden. Williams musste ein neues Chassis aufbauen. Das alte war reif für den Sondermüll.

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