Stoffel Vandoorne - McLaren - Formel 1 - Test - Barcelona - 9. März 2017 Stefan Baldauf
Stoffel Vandoorne - McLaren - Formel 1 - Test - Barcelona - 9. März 2017
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Stoffel Vandoorne - McLaren - Formel 1 - Test - Barcelona - 9. März 2017 149 Bilder

Kann Honda das noch reparieren?

6 Motoren in 8 Tagen

Bei Honda herrscht Krisenstimmung. Es gehen weiter Motoren kaputt, und die Gründe dafür liegen im Dunkeln. Bei McLaren hat man Sorge, dass die Probleme in diesem Jahr nicht mehr gelöst werden können.

Stoffel Vandoorne kam genau 33 Runden weit. Dann rollte der McLaren MCL32-Honda kurz hinter der Boxenausfahrt aus. Erste Reaktion: Wieder ein Motorschaden. Doch diesmal konnte Honda ausnahmsweise nichts dafür. Die Batterie musste getauscht werden. Das ist die Domäne von McLaren.

Ein Berg von Schwachstellen

Sensormeldungen ließen jedoch vermuten, dass der Motor nicht mehr ewig leben wird. Wir haben mal gezählt. An sieben Tagen kamen fünf Motoren zum Einsatz. Die Mechaniker mussten insgesamt sieben Mal die Antriebseinheit wechseln. Mangels Einheiten wurde zwischendurch aus mehreren beschädigten Aggregaten ein halbwegs gesundes zusammengesteckt. Für den Donnerstagabend wurde ein neuer Motor aus Japan avisiert. Es wäre der sechste. Man wird ihn brauchen, wenn man am letzten Testtag fahren will.

Aus Honda-Kreisen ist nichts mehr zu erfahren. Das Team musste die für den Donnerstagnachmittag geplante Pressekonferenz mit Teamchef Eric Boullier und Honda-Motorenchef Yusuke Hasegawa abblasen. Offiziell aus logistischen Gründen. Tatsächlich, weil sich Honda peinliche Fragen ersparen wollte. Eric Boullier kann auf technische Fragen zum Motor immer nur antworten: „Fragt Honda.“

Da die Motorschäden immer noch nicht geklärt sind, fährt McLaren weiterhin mit Spec 1-Aggregaten. Von den Defiziten des japanischen Sechszylinder hört man nur gerüchteweise. Das neue Triebwerk, das wie der Mercedes V6-Turbo Turbine und Verdichter trennt und die Welle im V des Zylinderkopfs platziert, soll strukturell zu schwach sein. Es gibt Probleme mit der Verbrennung, Vibrationen und den Temperaturen.

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Stefan Baldauf
Vandoorne gelang am siebten Tag die siebtschnellste Rundenzeit.

Das erklärt auch, warum Honda mit der Leistung massiv im Rückstand ist. Der Fortschritt 2016 begründete sich damit, dass man ein bekanntes Konzept weiterentwickelt hat. Doch das war am Ende seiner Entwicklung angelangt. Jetzt begann Honda wieder bei Null. Und hat nun einen Berg von fundamentalen Schwachstellen vor sich, die nicht vor der zweiten Saisonhälfte zu kurieren sind. Wenn überhaupt. 1985 baute Honda in zwei Monaten einen komplett neuen V6-Turbo. Diese Zeiten sind längst vorbei. Teamboss Zak Brown meint nur: "Honda hat uns versprochen, die Probleme zu lösen."

Vandoorne mit wenig Vorbereitung nach Melbourne

Immerhin konnte Vandoorne am Nachmittag das Programm wieder aufnehmen. Der GP2-Meister von 2015 schaffte noch 15 weitere Runden. Es war sein letzter Tag im MCL32. Mit dem Erfahrungsschatz von nur 235 Umläufen bei den Testfahrten geht der Rookie nun in seine erste Formel 1-Saison. "Ich habe das Rennen in Bahrain 2016 mit viel weniger Vorbereitung auch gemeistert", sagt Vandoorne, der versucht, sich nach außen gelassen zu geben. Im Vorjahr ersetzte er im Wüsten-GP Fernando Alonso nach dessen Unfall in Australien. Vandoorne punktete.

Der Belgier glaubt an seine Mannschaft. "Das letzte, was wir machen dürfen, ist frustriert zu sein und nichts zu unternehmen. Wir sind McLaren. Wir sind eines der besten Teams und haben in der Vergangenheit schon schwere Situationen bewältigt. Klar ist es nicht einfach, sonst hätten wir unsere Probleme schon gelöst. Hoffentlich schaffen wir über Nacht ein paar Baustellen beiseite und Fernando kommt morgen durch unser Programm. Und hoffentlich helfen unsere Updates für Melbourne." Und wo steht McLaren, wenn der Honda-Motor mal läuft? "Ich kann attackieren. Das Auto lässt sich einfach ans Limit treiben. Aber wo wir im Verhältnis zu den anderen stehen, ist extrem schwer zu sagen. Dafür mussten wir einfach zu viele Runs abbrechen."

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