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Karl Wendlinger im Video-Interview

„Reifenwechsel? Das geht bei uns nicht“

Karl Wendlinger galt Anfang der 90er Jahre als große Rennfahrer-Hoffnung. Im Video-Gespräch mit auto motor und sport F1-Experte Michael Schmidt erzählt der Österreicher von den dramatischen Ereignissen dieser Zeit und seiner Karriere danach.

Es waren zu Beginn der 90er Jahre die drei Musketiere des deutschsprachigen Motorsport-Nachwuchses: Michael Schumacher, Heinz-Harald Frentzen und Karl Wendlinger. In der Formel 3 luchste der Österreicher Wendlinger den beiden Deutschen im ersten Aufeinandertreffen den Titel ab.

Mercedes hatte genug gesehen. Die drei wurden für das Junior-Förderprogramm verpflichtet und in die Sportwagen-Weltmeisterschaft gesteckt. Immer mit dem Ziel, sie eines Tages zu Formel-1-Fahrern zu machen. Schumacher schaffte den Sprung als erster. Kurz darauf folgten Wendlinger und Frentzen.

Wendlinger stieg mit March in die Königsklasse ein. Ein Team mit großem Namen aber wenig Geld. Doch schon da ließ der damals noch recht schweigsame Tiroler seine Klasse aufblitzen. So rückte er zum Formel-1-Neueinsteiger Sauber auf, der eigentlich als Mercedes Werksteam vorgesehen war, dann aber auf eigenen Füßen stehen musste, weil Mercedes zunächst einen Rückzieher machte.

Der Unfall von Monte Carlo

Nach einer soliden Saison zum Einstand sollte 1994 der nächste Schritt folgen. Er endete ein Rennen nach Wendlingers bestem Formel 1-Rennen fast in der Katstrophe. Der damals 25-jährige Sauber-Pilot verunglückte im Training zum GP Monaco und lag danach fast zwei Wochen mit schweren Kopfverletzungen im künstlichen Koma.

Karl Wendlinger - GP Monaco 1994
Motorsport Images
Karl Wendlinger überlebte seinen schweren Unfall in Monaco 1994 nur knapp.

Knapp fünf Monate später testete Wendlinger schon wieder den Formel-1-Sauber. Doch er war nicht mehr der gleiche Pilot wie vorher. Sauber gab ihm 1995 eine zweite Chance, die er nicht nutzen konnte. Erst Jahre später in der DTM und in diversen GT-Serien kehrte bei ihm wieder das Fahrgefühl zurück, das er vor dem Unfall hatte. Zu spät für eine Fortsetzung seiner Karriere in der Formel 1.

Erinnerungen an eine ereignisreiche Karriere

Wir haben uns 25 Jahre nach diesen dramatischen Ereignissen mit Karl Wendlinger bei Kufstein getroffen, und mit ihm über diese Zeit gesprochen. Er hat uns erzählt, wie er den Dreikampf mit Schumacher und Frentzen vor der Formel 1 erlebt hat, wie wild es im March-Team zugegangen ist, warum Sauber gleich furios in die Königsklasse eingestiegen ist, wie er das verhängnisvolle Imola-Wochenende 1994 erlebt hat, bei dem er im Rennen Vierter wurde. Natürlich ist auch sein schwerer Unfall in Monte Carlo ein Thema, und warum danach nichts mehr war wie vorher.

Wendlinger überrascht mit kuriosen Geschichten. Warum er bei March keinen Reifenwechsel machen durfte. Wieso er beim GP San Marino 1994 ein mögliches Podium aufgegeben hat. Dass sich das große schwarze Erinnerungsloch von seinem Unfall viel später einmal ganz kurz für eine kleine Sequenz geöffnet hat. Wie er danach in anderen Rennautos plötzlich die Sicherheit im Rennauto wiedergefunden hat. Und was er heute, etwas mehr als drei Jahre nach seinem letzten Autorennen so treibt. Hören Sie rein! Es lohnt sich.

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