Kein Formel-1-Einstieg von Porsche

"Zeitpunkt war einfach falsch"

Porsche 919 Evo Rekordfahrt - Nürburgring Nordschleife - 2018 Foto: Porsche 28 Bilder

Unterschiedliche Quellen bestätigen, dass Porsche einen Formel-1-Einstieg endgültig und definitiv abgeblasen hat. Ohne abgespeckte Hybrid-Technik und mit den Belastungen des Abgasskandals macht ein Engagement in der Königsklasse keinen Sinn.

Das F1-Management hat zwar noch keine offizielle Absage von Porsche erhalten, allerdings waren die Erwartungen gering: Nachdem der Versuch gescheitert war, für 2021 ein neues Motorenreglement mit abgespecktem Hybrid-Antrieb ohne MGU-H umzusetzen, sanken die Chancen für einen Porsche-Einstieg in die Formel 1 gegen null.

Experten bezweifeln, ob eine Umsetzung für 2022 noch relevant sein könnte, denn die FIA bemüht sich auffällig, einen Streit mit den F1-Motoren-Lieferanten Mercedes, Ferrari, Honda und Renault aus dem Weg zu gehen. Die Motorenhersteller waren es auch, die auf einen Erhalt der MGU-H gepocht hatten.

Sie brachten als Argument hervor, ansonsten einen völlig neuen Motor entwickeln zu müssen. Das sei nach ihrer Darstellung aus Kostengründen nicht tragbar gewesen. Die „heiße Elektromaschine“ zwackt Energie aus dem Abgasstrang ab und speist zusammen mit der MGU-K 163 PS ins System. Über die MGU-K wird Energie beim Bremsvorgang zurückgewonnen.

Porsche-LMP1-Team zerfällt

Ein VW-Insider enthüllt: „Der Zeitpunkt für einen F1-Einstieg war einfach falsch.“ Will sagen: Die milliardenschwerden Belastungen aus dem Abgasskandal und hohe Investitionen für zukünftige Antriebstechnologien lassen keinen Spielraum für Karneval auf der Grand-Prix-Rennstrecke.

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Mit der Absage wird auch das Porsche-LMP1-Team zerfallen, das zuletzt den 919 Hybrid aufgebrezelt und einen neuen Rekord auf der Nürburgring-Nordschleife aufgestellt hatte. Die vom Vorstand im Juli 2017 gewährte Evaluierungsphase für einen Hochleistungseffizienzmotor endet Anfang 2019. Die ehemalige LMP1-Führungsspitze wird in Zukunft die GT-Programme von Porsche samt Formel E steuern – allerdings mit deutlich weniger Mitarbeitern.

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