Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP Brasilien- 14. November 2015 Red Bull
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Kein Fortschritt bei Red Bull: Neuer Motor mit weniger Power

Kein Fortschritt bei Red Bull-Renault Neuer Motor mit weniger Power

Schonkost für Red Bull. Daniil Kvyat holte in Brasilien auf Platz 7 das Maximum heraus. Teamkollege Daniel Ricciardo ging leer aus. Das Experiment mit dem neuen Renault-Motor scheiterte. GPS-Messungen ergaben, dass er weniger Power als das Standard-Aggregat hat.

Interlagos ist keine Red Bull-Strecke. Dazu ist die Zielgerade zu lang und führt in ihrem ersten Teil zu steil bergauf. Genau dort bleibt der Großteil der Zeit liegen. Drei Zehntel bei nur 17 Sekunden Wegstrecke. Auf dem Zielstrich verloren Daniil Kvyat und Daniel Ricciardo 10 km/h auf die Williams.

Interessanterweise waren die Red Bull am Ende der Geraden schneller als die Mercedes-Teams. Was dafür spricht, dass Renault im Rennen über die gesamte Gerade mit vollem Elektro-Boost fährt, während es sich das Mercedes-Lager leisten kann, früher vom Gas zu gehen um Sprit zu sparen und Strom zu bunkern.

Um halbwegs auf der Geraden mitzuhalten, waren die Red Bull auf minimalen Abtrieb getrimmt. Deshalb sahen sie im kurvenreichen Mittelsektor im Rennen nicht so gut aus, wie man es erwarten würde. Ricciardo und Kvyat landeten im hinteren Mittelfeld. Sie büßten in dem 39-Sekunden-Abschnitt fast eine Sekunde auf Lewis Hamilton ein.

Neuem Renault-Motor fehlen 20 PS

Daniil Kvyat musste nach dem Rennen zugeben: "Der siebte Platz war das bestmögliche Resultat auf dieser Strecke für uns. Ich fuhr die ganze Zeit hinter Hülkenberg her, aber er hat mich auf der Geraden immer kontrolliert."

Daniel Ricciardo ging leer aus. Er versuchte vom 19. Startplatz mit einer alternativen Strategie nach vorne zu kommen, doch bei Rang 11 war das Ende der Fahnenstange erreicht. Die auf Top-Speed getrimmte Abstimmung forderte beim Reifenverschleiß ihren Tribut. Ricciardo musste nach dem frühen Reifenwechsel in Runde 3 drei Mal an die Box.

Die Premiere der neuen Renault-Ausbaustufe verlief enttäuschend. Testpilot Daniel Ricciardo opferte 10 Startplätze für null Fortschritt. GPS-Vergleiche der Konkurrenz ergaben, dass der neue Renault-Motor 20 PS weniger als der alte hatte. Was vielleicht auch daran lag, dass es nur ein halbneues Paket war. Der modifizierte Turbolader blieb in der Transportkiste.

Einsatzleiter Matthieu Dubois suchte das Positive in dem fehlgeschlagenen Experiment: "Wir haben viele Daten gesammelt und viel gelernt. Wir können zwar noch nicht das Maximum an Leistung herausziehen, haben aber in Bezug auf die Standfestigkeit Fortschritte gemacht."

Alter Renault-Motor für Ricciardo in Abu Dhabi

Als am Sonntagmorgen am Auto von Ricciardo noch ein Tausch der Batterie und der Leistungselektronik anstand, wollte Red Bull gleich zurück zum Standard-Motor, sah dann aber doch davon ab, weil Ricciardo sonst aus den Boxen hätte starten müssen. Ein Motorwechsel wäre als Änderung der Fahrzeug-Spezifikation interpretiert worden.

Möglicherweise war es ein einmaliger Einsatz für Renaults Ausbaustufe. Ricciardo soll beim letzten Rennen des Jahres wieder mit dem alten Motor fahren. In Abu Dhabi rechnet sich Red Bull größere Chancen als in Interlagos aus. Man will dem Australier mit einer weiteren Testfahrt nicht das Saisonfinale verderben.

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