Keine Lösung im Felgenstreit

Mercedes stopft Felgen-Löcher wieder zu

Mercedes - Felge - GP Brasilien 2018 Foto: ams 92 Bilder

Mercedes hatte auch in Brasilien die Felgen mit den gelochten Distanzscheiben dabei. Doch im Rennen wird der Weltmeister wieder darauf verzichten. Eine zweite Anfrage bei den Sportkommissaren würde nichts bringen. Die Angelegenheit gilt als nicht erledigt, weil Ferrari die Felgen weiter als illegal einstuft.

Mercedes brachte diese Konstruktion zum ersten Mal beim GP Belgien an den Start. Ferrari meldete vor dem GP USA Bedenken an. Weil die Distanzscheiben mit den Löchern rotieren, seien sie im weitesten Sinne ein bewegliches aerodynamisches Hilfsmittel und damit nicht protestsicher. Mercedes fragte in Austin den Technischen Delegierten der FIA um seine Meinung und bekam grünes Licht. Trotzdem ließ der Weltmeister die Finger davon. Aus Angst, die Sportkommissare könnten bei einem Protest eine andere Meinung vertreten.

Ferrari hält FIA-Interpretation für falsch

In Mexiko unternahm Mercedes einen zweiten Anlauf und fragte direkt bei den Sportkommissaren nach, wie die im Ernstfall entscheiden würden. Die vier Kommissare teilten die Meinung von FIA-Technikchef Nikolas Tombazis. Der stufte den Zweck der Konstruktion primär als Kühlung ein. Dies gelte allerdings ausschließlich für die Lösung, die Mercedes präsentiert hatte. Jede Modifikation, zum Beispiel eine Vergrößerung der Löcher, müsse gesondert bewertet werden. Die Sportkommissare konnten nur für Mexiko grünes Licht geben. In Brasilien würde die Meinung der dortigen Schiedsrichter gelten, und die hätte theoretisch anders ausfallen können.

Somit wäre ein Einsatz in Mexiko bedenkenlos gewesen. Mercedes verzichtete dennoch. Aus Furcht, Ferrari könnte Protest einreichen. Dann wäre über Lewis Hamiltons WM-Titel womöglich der Schatten eines Gerichtsverfahrens gelegen. Ferrari hätte bei einem abgelehnten Protest auch noch vor das FIA-Berufungsgericht gehen können. Die Löcher in den Distanzstücken waren aus Sicht von Mercedes nicht kriegsentscheidend. Die Reifenprobleme der Silberpfeile in Mexiko hatten nichts mit Überhitzen, sondern dem Gegenteil zu tun. Die Reifen waren zu kalt.

Ferrari-Technikchef Mattia Binotto teilte der FIA in Mexiko mit, dass er die Entscheidung der Sportkommissare in Mexiko für falsch halte. Damit gilt die Angelegenheit weiter als nicht geklärt. Eine weitere Anfrage von Mercedes bei den Sportkommissaren in Sao Paulo wäre deshalb zurückgewiesen worden. „Sie würde nur eine Wiederholung dessen bedeuten, was wir bereits in Mexiko gesehen haben“, erklärte FIA-Rennleiter Charlie Whiting. Die Kommissare hätten vermutlich wie ihre Kollegen von Mexiko entscheiden, und Ferrari wäre immer noch nicht zufrieden gewesen. Mercedes geht deshalb kein Risiko ein. Im Rennen wird wie in den USA und Mexiko geschlossen gefahren. Der Streit ist nur zu lösen, wenn die FIA den Punkt im Reglement verankert.

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