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Keine Stimmung in Istanbul

Türkei-Grand Prix vor halbleeren Rängen

Lewis Hamilton Foto: dpa 44 Bilder

Trotz einer interessanten Strecke war der Zuschauerzuspruch in Istanbul nie besonders groß. Durch die Wirtschaftskrise erwarten die Organisatoren nun einen weiteren Rückgang. Vor allem die großen Tribünen werden wohl zu weiten Teilen unbesetzt bleiben.

Seit der Grand Prix-Premiere im Jahr 2005 sind die Zuschauerzahlen im Istanbul-Park Jahr für Jahr gesunken. So schlimm wie in dieser Saison sah es allerdings noch nie aus. Nur 9.000 Tickets wurden im Vorverkauf an den Mann gebracht. Insgesamt werden an den drei Renntagen zusammen deutlich unter 100.000 Fans erwartet. Vor allem Firmen, die in den Vorjahren immer gleich größere Pakete geordert hatten, blieben im Zuge der Wirtschaftskrise eher zurückhaltend.

"Ein Unternehmen, das früher 2.500 Tickets gekauft hat, nimmt dieses Jahr zum Beispiel nur 500 ab", bedauert Can Güclü, der Geschäftsführer des Istanbul Parks, in der türkischen Zeitung Hürriyet. Problematisch ist vor allem, dass die nun sparsamen Firmen früher eher Tickets aus teureren Kategorien abgenommen haben. Vor allem in den Haupttribünen mit einer Kapazität von 23.000 Sitzplätzen erwartet Güclü große Lücken. So wird die Rennstrecke wie schon im Vorjahr ein dickes Minus in den Bilanzen aufweisen.

Keine Fans aus dem Ausland

Auch bei den ausländischen Gästen ist ein signifikanter Rückgang festzustellen. Nach Angaben des türkischen Hotelverbands zog der Grand Prix in den letzten Jahren rund 15.000 Fans und Angestellte an. In diesem Jahr sei die Zahl auf nur noch 2.000 gesunken. Die Hoteliers forderten die Streckenbetreiber auf, die Eintrittspreise zu senken. Momentan müssen die Fans für ihre Tickets zwischen 40 und 350 Euro ausgeben.

An Aufgeben denken die Veranstalter allerdings nicht. "Es wäre ein herber Verlust, wenn wir es nicht schaffen können, solch ein großes Ereignis zu unseren Gunsten zu organisieren", erklärte Güclü. Bis 2011 ist der Grand Prix auf dem erst 2005 gebauten Kurs gesichert. So lange läuft der Vertrag mit Bernie Ecclestone noch.

Piloten unbeeindruckt

Für die Fahrer scheint das geringe Interesse weniger ein Problem zu sein. "Natürlich ist es schöner, wenn wir viele Fans an der Strecke haben. Aber während der Fahrt hat man nicht die Zeit, auf die Tribünen zu achten", erklärte BMW-Pilot Nick Heidfeld.

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