Nico Hülkenberg - Force India - Formel 1 - GP Österreich - 1. Juli 2016 xpb
Nico Hülkenberg
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Keine Strafe für Hülkenberg

Drei Fahrer zu schnell bei Gelb

Seit dem Unfall von Jules Bianchi kennt die FIA keinen Pardon mehr. Wer zu schnell bei gelber Flagge fährt, wird bestraft. Sechs Fahrer standen im Verdacht. Drei wurden freigesprochen, darunter Nico Hülkenberg. Jolyon Palmer, Felipe Nasr und Rio Haryanto bekommen Startplatzstrafen.

Es passierte in den letzten Minuten des Q1. 1.44 Minuten standen auf der Uhr. 13 Fahrer ging noch einmal auf die Strecke, um ein Ausscheiden in der ersten K.O.-Runde abzuwenden. Darunter auch Nico Hülkenberg. „Ich war zwar Neunter, lag aber nur ein Zehntel von den McLaren auf den gefährdeten Plätzen weg. Wir konnten nicht riskieren, in der Box zu warten“, erklärte Hülkenberg.

Hülkenberg hat deutlich gelupft

Hätte er gewusst, dass Carlos Sainz auf der Gerade zur Remus-Kurve mit einem Motorschaden parken würde, hätte er sich drei Stunden Nervenflattern danach ersparen können. Weil Streckenposten vor der Leitplanke den defekten Toro Rosso bergen mussten, wurde an der Stelle doppelt geschwenkte gelbe Flagge gezeigt. Wie bei Jules Bianchi 2014 in Suzuka.

Doppelt gelb heißt: Fertigmachen zum Anhalten. Seit dem tragischen Unfall des Franzosen kennt die FIA bei Temposündern keinen Pardon mehr. Jeder Fahrer, der in der folgenden Runde in Sektor 1 seine Zeit verbessert hatte, wurde in das Büro der Rennleitung vorgeladen. Insgesamt sechs Fahrer mussten in Begleitung ihrer Renningenieure und mit den Telemetrieaufzeichnungen ihren Fall FIA-Rennleiter Charlie Whiting und den vier Sportkommissaren erklären.

Hülkenberg mit neuen Reifen

Fernando Alonso war schnell erlöst. Der Spanier hatte an der fraglichen Stelle voll das Gaspedal gelupft und war in dem Mini-Sektor langsamer. Auch Nico Hülkenberg hatte den Fuß vom Gas genommen. „Bei uns waren es mehr als 6 km/h. Die Sektorzeit war besser, weil Nico auf neuen Reifen unterwegs war“, beteuerte Force India-Teammanager Andy Stevenson. Hülkenberg bekam aber von den Kommissaren gesagt: „Beim nächsten Mal wollen wir mehr Geschwindigkeitsverlust sehen.“ Auch Kevin Magnussen kam noch mit einem blauen Auge davon.

Dafür erwischte es Jolyon Palmer, Rio Haryanto und Felipe Nasr. Sie hatten überhaupt nicht gelupft. Alle drei drei Startplätze zurück. Nasr hatte die Situation falsch eingeschätzt. „Wehrlein ist an der Stelle extrem langsam gefahren und hätte fast einen McLaren auf die Hörner genommen. Felipe dachte, dass die gelben Flaggen geschwenkt werden, weil Wehrlein ein Problem hat. Das Auto von Sainz hat er erst im letzten Moment gesehen. Bei Felipe war es wirklich ein Versehen. Er geht in solchen Fällen immer vom Gas“, erklärte Sauber-Teammanager Beat Zehnder.

Hülk Spezialist für Mischbedingungen

Aufatmen bei Force India. Nico Hülkenberg wird beim GP Österreich aus der ersten Startreihe losfahren. Der Dritte des Traionings rutscht einen Platz auf, weil Nico Rosberg wegen eines Getriebewechsels um fünf Positionen zurückgestuft wird. Hülkenberg ist ein Spezialist für Mischbedingungen. So holte er seine erste Pole Position 2010 in Brasilien. Erst nass, dann trocken. Da muss man unter beiden Bedingungen schnell sein und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

Hülkenberg mischte sowohl auf Intermediates als auch auf Slicks mit den schnellsten Fahrern mit. Und er war der erste, der auf Slicks umgestellt hatte. „Es war eine Entscheidung vom Team und von mir. Wir wussten vom Vortag, dass die Strecke schnell abtrocknet und wollten so lange wie möglich auf Slicks auf der Strecke sein. Die einzige kritische Stelle lag zwischen den Kurven 2 und 3. Da war es am längsten nass.“

Hülk hofft auf Podium

Hülkenberg sieht sich zwar nicht als Sieganwärter, glaubt aber im vorderen Feld eine gute Rolle spielen zu können. Mit der berechtigten Hoffnung auf sein erstes Podium. „Wir haben vielleicht nicht das Auto, ganz vorne fahren zu können, aber ein gutes Resultat liegt auf jeden Fall drin. Irgendwie fühlte es sich an wie 2010 in Brasilien.“

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