Keke Rosberg zittert mit Sohn Nico Rosberg

„Die letzten 2 Runden waren hart“

Keke & Nico Rosberg - GP Abu Dhabi 2016 Foto: Mercedes 110 Bilder

Keke Rosberg hat die Fahrt seines Sohnes zum WM-Titel aus dem nahen Dubai verfolgt. In den letzten Runden konnte der Finne das Drama kaum noch mitansehen. Umso größer war die Erleichterung, dass es mit dem Titel endlich geklappt hat.

Knapp 2 Stunden nach der Zieldurchfahrt in Abu Dhabi kam es endlich zum Familien-Zusammenschluss. Nico Rosbergs Mutter Sina hatte die Fahrt zum Titel zusammen mit Frau Vivian in der Mercedes-Box verfolgt. Keke Rosberg wollte der Hektik des Fahrerlagers entgehen und schaute sich das Finale aus sicherer Entfernung an.

Wiedersehen in der Mercedes-Garage

Im Nachbar-Emirat Dubai hatte der Weltmeister von 1982 einen Geschäftstermin. Und so verfolgte er das Rennen auf 3 Monitoren ganz in Ruhe. Normalerweise kann den 67-Jährigen so schnell nichts aus der Fassung bringen. Doch auch nach der halbstündigen Fahrt an die Strecke präsentierte sich der alte Haudegen innerlich noch ganz aufgewühlt. „Jetzt brauche ich erst einmal eine Zigarre“, scherzte Keke nach dem Husarenritt seines Sohnes.

Erst nachdem der Junior alle Pflichttermine bei seinem Team und der Presse beendet hatte, kam es endlich zur Begegnung der beiden Weltmeister-Generationen. In der Mercedes-Garage fielen sich Rosberg Senior und Rosberg Junior in die Arme. Beiden war die emotionale Bedeutung dieses Moments anzusehen. Beide waren erleichtert, dass es endlich geklappt hat mit dem Titel.

Keke findet Hamilton-Aktion noch okay

„Das ist wieder einmal ein Meilenstein im Leben“, philosophierte der Vater über den Titelgewinn. „Da wollten wir hin. Aber die letzten zwei Runden waren schon hart.“ Der Papa litt am Bildschirm mit, während sich der Sohnemann über die letzten Meter zitterte. Vorne von Hamilton eingebremst, hinten von Vettel unter Druck gesetzt.

Ganz fair fand der Ex-Pilot die Aktion des englischen Rennsiegers nicht. „Aber es kam ja nicht unerwartet. In den letzten beiden Runden hätte ich vielleicht sogar noch mehr erwartet. Von daher muss man sagen, dass es okay ist.“

Einen speziellen Ratschlag habe er dem Junior vorher nicht gegeben. „Ich habe nur gesagt: Hab Spaß! Genieße es!“ Doch der frischgebackene Champion hörte nicht auf den Papa. 55 Runden lang quälte er sich mit Zweifeln. „Das war ein Gefühl, das ich nie mehr erleben will“, erklärte der neue Champion sichtlich gezeichnet.

Nur die Punkte sind wichtig

Nico sieht einen der Schlüssel zum Titelgewinn in seiner verbesserten Zweikampfhärte. Doch der Vater glaubt nicht daran, dass sich sein Filius groß verändert hat. „Ihr vergesst zu schnell, dass er ja auch schon 2014 hier war und Weltmeister hätte werden können. Aber es klappt nicht immer. Jetzt hat es geklappt, und das ist auch gut so.“

Dass einige Hamilton-Fans von einem unverdienten Titel sprechen, kann Keke nicht nachvollziehen. „In der Formel 1 ist es ganz einfach. Wer die meisten Punkte hat, ist Weltmeister. Alles andere spielt keine Rolle.“ Dass er in den letzten Rennen des Jahres immer voll auf Sieg gefahren ist, nimmt der Vater dem Sohn nicht ab. „Bis zum Qualifying musste er an den Sieg denken. Danach war es wieder eine neue Situation. Natürlich hat er dann die Punkte gesammelt. Das musste er ja auch.“

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