KERS-Test in Jerez

Honda liegt vorn

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Bei den Testfahrten in Jerez vergangene Woche traten Honda, McLaren-Mercedes und Williams-Toyota mit Prototypen ihres Hybridantriebes (KERS) an.

BMW hatte seinen Einsatz nach Problemen bei einem Probelauf in Miramas kurzfristig abgeblasen. Während Williams seine Schwungradlösung ausschließlich im Lademodus betrieb, probierte McLaren kurzfristig aus, elektrische Leistung in den Antrieb einzuspeisen. "Wir sind sehr vorsichtig an die Sache herangegangen", gab McLaren-Direktor Martin Whitmarsh zu. "Die Sicherheit hatte Vorrang. Unser Prototyp war um 18 Kilogramm schwerer als das, was wir für nächstes Jahr anvisieren."

Sicherheitsvorkehrungen bei McLaren

McLaren betrieb bei dem Test Grundlagenforschung. Wie funktioniert die Kühlung der Batterien und der Steuerelektronik. Wie reagiert das System auf Vibrationen. Wie kann man totale Sicherheit gewährleisten? Wie gut ist die KERS-Einheit im Falle eines Unfalls verpackt. "Bei uns ruht die Einheit an der Seite des Autos in einem Spezialgehäuse", verrät Whitmarsh. Bei einem Crash würde sich die Batterie in viele kleine Zellen auflösen, um die Gefahr eines Feuers und eines Stromschlages für Hilfskräfte oder den Fahrer zu verringern.

Honda ist im Wettlauf um KERS am weitesten. Alexander Wurz drehte in Jerez 201 Runden mit Hybridantrieb. Honda speicherte zeitweise bereits mehr als 50 Prozent der maximal erlaubten 82 PS in den Antrieb zurück. Wurz durfte den Powerknopf allerdings nicht jede Runde aktivieren, weil immer wieder die Steuereinheit zu überhitzen drohte. Der Österreicher spielte mehrere Szenarien durch. Powereinsatz auf der Geraden, beim Beschleunigen aus langsamen Kurven, und am Kurvenausgang schneller Kurven.

Gewaltiger Extraschub

Fazit: "Wenn du aus langsamen Ecken rauskommst, muss das Auto gerade stehen, bevor du die elektrische Leistung zuschaltest. Der Extraschub ist schon gewaltig. In Kurven, die im vierten oder fünften Gang gehen, kannst du schon während der Kurvenfahrt die Extra-Power aktivieren." Und die Geraden? "Die sind in Jerez leider zu kurz, um volle 6,8 Sekunden lang die Zusatzleistung abzurufen."

Der Fahrer weiß zu jeder Zeit, wie viel Zeit ihm bis zum Ende der Runde noch bleibt, die Leistung vom Elektromotor einzuspeisen. Wurz: "Du hast auf dem Display ein Feld, das dir in Prozent anzeigt, wie viel in dieser Runde noch abrufbar ist." Der Honda-Testpilot ist inzwischen ein echter KERS-Experte. Parallel zur Formel 1 hat er auch im Peugeot-Sportwagen für Le Mans einen Hybridantrieb getestet.

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