Kimi Räikkönen - GP Eifel - Nürburgring - 2020 xpb
2006 Räikkönen Iceman GP Monaco
Kimi Räikkönen 2000 Sauber
Kimi Räikkönen 2001 Sauber GP Australien
Räikkönen & Coulthard 2001 GP Österreich 107 Bilder

Räikkönen vor GP-Rekord: Kein Vertrag für 2021

Räikkönen vor Grand-Prix-Rekord Noch keine Entscheidung für 2021

Kimi Räikkönen wird am Nürburgring alleiniger Rekordhalter in der Kategorie meiste "GP-Starts der F1-Geschichte". Was seine Zukunft angeht, ist aber noch keine Entscheidung gefallen. Der Iceman bestreitet, schon einen neuen Vertrag unterschrieben zu haben.

Alfa Romeo dümpelt in dieser Saison im Hinterfeld der Formel 1 herum. Der Ferrari-Motor ist zu schwach, das Auto aerodynamisch und mechanisch nicht gut genug, um die Defizite auszugleichen. Das Schweizer Team kämpft verzweifelt um den Anschluss ans Mittelfeld. Oft geht es vor allem darum, nicht Letzter zu werden. Die Gegner heißen Haas und Williams.

Trotzdem wird Alfa Romeo am elften Rennwochenende der Formel 1-Saison reichlich Aufmerksamkeit geschenkt. Das hat zwei Gründe. Kimi Räikkönen bestreitet seinen 324. Grand Prix und überflügelt damit endgültig Rubens Barrichello, mit dem er sich den Rekord für die meisten Rennen seit dem GP Russland teilt. Und Mick Schumacher gibt sein Debüt im Rahmen eines Grand Prix.

Der Sohn des siebenfachen Weltmeisters Michael Schumacher wird im ersten Training den C39 von Antonio Giovinazzi fahren. Nicht wenige sehen Mick Schumacher, der zwei Rennwochenenden vor Saisonende die Formel 2-Meisterschaft anführt, im nächsten Jahr schon als Stammfahrer bei Alfa Romeo. Der Teamkollege könnte Kimi Räikkönen heißen. Vorausgesetzt, der Routinier möchte noch ein weiteres Jahr dranhängen.

Kimi Räikkönen - GP Russland 2020
xpb
Sehen die Fans Räikkönen auch 2021 in der Formel 1?

Keine Option im Vertrag

Noch hat der Weltmeister von 2007 laut eigener Aussage allerdings keine Entscheidung über seine Zukunft getroffen. Entgegen Medienberichten, die bereits von einer Vertragsverlängerung sprechen, die am morgigen Freitag (9.10.2020) offiziell vorkündet werden soll. "Es ist noch nichts entschieden und ich habe auch noch nichts unterschrieben", erklärt Räikkönen.

Der Finne will auch nichts von einer Option wissen, die er ziehen habe können, um bei Alfa Romeo zu bleiben. "Ich hatte noch nie eine solche Klausel in meinem Vertrag." Die Lust auf das Rennfahren ist auch nach fast 20 Jahren noch vorhanden. "Ich genieße es. Sonst wäre ich nicht hier."

Die große Frage lautet, ob es Räikkönen weiter reicht, nur dabei zu sein. Es ist nicht abzusehen, dass Alfa Romeo im kommenden Jahr eine signifikante Steigerung gelingen wird, da große Teile der Entwicklung eingefroren werden, um die Kosten in der Coronakrise zu senken. Da sind keine allzu großen Verschiebungen zu erwarten. Andererseits stellt sich die Frage, ob der Finne auch ohne Königsklasse, auch ohne Rennfahren, kann.

Räikkönens Reise in der Formel 1 begann 2001 in Melbourne. Damals als 22-jähriger Jungspund. "Ich hatte damals nicht erwartet, so lange zu bleiben. Aber ich hatte in meinem Leben auch nie langfristige Pläne", sagt er. Inzwischen ist er der erfahrenste Pilot im Feld, dekoriert mit 21 Siegen, 18 Pole-Positions und einem WM-Titel. "Damals war ich für viele zu jung, heute halten mich viele für zu alt", grinst der Fanliebling, der wenige Tage nach dem GP Eifel seinen 41. Geburtstag feiern wird.

Kimi Räikkönen - GP Russland 2020
Alfa Romeo
Am Nürburgring wird Kimi alleiniger GP-Rekordhalter.

Kein Freund vom Simulator

Räikkönen fuhr in seiner Laufbahn erst für Sauber, dann für McLaren, Ferrari, Lotus, wieder für Ferrari und wieder für Sauber, das inzwischen Alfa Romeo heißt. Zwischendurch verabschiedete sich der Mann der wenigen Worte, um sich in der Rallye-Szene auszuprobieren. Doch vom Formel-1-Virus konnte er sich damals schon nicht ganz befreien. Deshalb die Rückkehr 2012.

Seit seinem Debüt 2001 hat sich die Formel 1 stark verändert. "Mehr Leute, mehr Technologie, mehr Geld, mehr Politik. Anfangs war es mehr oldschool", fasst Räikkönen zusammen. Welche Entwicklung missfällt ihm ansonsten besonders? "Der Simulator." Räikkönen ist kein Fan der virtuellen Welt. Das sieht man allein schon an seinem Auftritt in den sozialen Medien.

Die Erwartungen an den 324. Grand Prix der Karriere sind gering. Punkte wären für den WM-17. eine kleine Sensation. Der Nürburgring meinte es nicht immer gut mit ihm. 2003 und 2007 stand Räikkönen in der Eifel zwar auf Pole, doch mit einem Erfolg wollte es nie klappen. 2005 verlor er wegen eines Aufhängungsschadens in Folge eines stark vibrierenden Reifens einen Sieg in der letzten Runde. 2013 reichte es im Lotus für den zweiten Platz hinter Sebastian Vettel. "Irgendwie wollte es in Deutschland nie mit einem Sieg hinhauen. Ich hatte ein paar gute Qualifikationen, aber im Rennen klappte es nicht." Auch in Hockenheim gewann Räikkönen nie.

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