Klage abgewiesen

Ferrari schießt Eigentor

Felipe Massa Foto: dpa 27 Bilder

Die einstweilige Verfügung von Ferrari gegen die Einschreibefrist und die neuen Regeln für die Formel 1-WM 2010 wurde von einem Pariser Gericht zurückgewiesen. Ferrari hat sich damit ein Eigentor geschossen.

Ferraris Gang vor Gericht endete mit einer Pleite. Ein Pariser Gericht wies die einstweilige Verfügung gegen das Formel 1-Reglement von 2010 zurück. Die Richter haben zwar die Existenz des Vetorechts von Ferrari bei Regeländerungen bis 2012 anerkannt, sie sprachen dem Antrag des italienischen Rennstalls aber seine Dringlichkeit ab.

Begründung: Ferrari hätte von seinem Vetorecht bereits nach den Weltratsitzungen vom 17. März und vom 29. April Gebrauch machen können, wenn die Angelegenheit so dringlich gewesen wäre. FIA-Präsident Max Mosley wertete das Urteil als Sieg: "Kein Teilnehmer sollte seine Interessen über die des Sports setzen, an dem er teilnimmt. Die FIA, die Teams und die Rechteinhaber werden nun alles tun, um das Wohlergehen der Formel 1 über 2010 hinaus zu sichern."

Weitere Klage kostet Zeit

Das bedeutet auch: Die Angelegenheit ist aus Sicht von Ferrari noch nicht vom Tisch. Theoretisch könnte Maranello nun ein Gerichtsverfahren anstrengen. Das aber ist mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden. In der Zwischenzeit könnte die FIA ihre Pläne durchsetzen. Ferrari will deshalb prüfen, ob es sich lohnt, in dieser Angelegenheit noch vor Gericht zu ziehen.

Experten werten den Gerichtsbeschluss als Eigentor für Ferrari. "Sie haben mit der einstweiligen Verfügung alle im Zirkus mit der Nase auf die Sonderrechte von Ferrari gestoßen. Das werden sich einige Teams nicht gefallen lassen."

Vetorecht soll aufgehoben werden

FIA-Präsident Mosley wird aufgrund des Urteils und der wettbewerbsrechtlichen Bedenken bei der nächsten Weltratsitzung im Juni die Mitglieder auffordern, das Vetorecht von Ferrari aufzuheben. Damit wäre auch der Weg frei, die Weltmeisterschaft 2010 nach einem Reglement auszuschreiben.

Die von allen Teams kritisierte Zweiklassengesellschaft war nur wegen des Vetorechts von Ferrari von der FIA angeboten worden. Der Verband wollte sich so gegen eine Klage absichern. Ferrari bleibt trotz der neuen Gefechtslage bei seiner Meinung. Wenn man mit der FIA keine einvernehmliche Lösung zum Reglement für 2010 findet, wird man sich zwischen dem 22. und 29. Mai nicht für die nächstjährige Weltmeisterschaft einschreiben.

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