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Klare Worte vom Ferrari-Teamchef

Domenicali übte intern Kritik an Alonso

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali hat sich in ungewöhnlicher Offenheit zum internen Streit mit Fernando Alonso, dem Rauswurf von Felipe Massa, der Verpflichtung von Kimi Räikkönen und den Plänen mit Robert Kubica geäußert.

Erinnern Sie sich noch an das letzte Rennen vor der Sommerpause in Ungarn? Fernando Alonso hatte schon im Juli den Verdacht, dass es auch im vierten Jahr mit Ferrari wohl wieder nichts mit dem Titel wird. Er ließ seinen Manager bei anderen Teams anklopfen. Der Pilot selbst äußerte gegenüber den Medien unmissverständliche Kritik am mangelnden Speed seines Autos.

Domenicali mit privaten Worten an Alonso

Bei seinem Team machte sich Alonso damit keine Freunde. Präsident Luca di Montezemolo erklärte damals öffentlich, dass er seinem Piloten die Ohren langgezogen habe. Von Teamchef Stefano Domenicali hörte man zu dem Thema allerdings keine großen Worte. Doch wie der Italiener jetzt in einem Artikel auf der offiziellen Ferrari-Webseite zugab, hat er Alonso hinter den Kulissen sehr wohl die Meinung gegeigt.

"Wenn ich ihm oder meinen Ingenieuren etwas zu sagen habe, dann mache ich so etwas hinter verschlossenen Türen. Und ich würde es natürlich in unmissverständlicher Weise machen. Nach außen würde ich das Team dagegen immer verteidigen. Als er eine Linie überschritten hat, hat Präsident Montezemolo eingegriffen und privat habe ich das auch", so Domenicali.

Allerdings nahm er seinen Starpiloten gleichzeitig auch in Schutz. "Dass wir in den letzten 4 Jahren 2 Mal ganz nah am Titel dran waren, ist vor allem sein Verdienst. Leider konnten wir ihm noch kein Auto zu Verfügung stellen, das seinem Talent entspricht." Wegen der ungleichen Voraussetzungen findet Dominicali auch den Vergleich mit Sebastian Vettel unfair. "Es ist alles einfacher, wenn man ein besseres Auto hat."

Domenicali sieht Massa als Weltmeister

Auch zum Rauswurf von Felipe Massa findet der Capo offene Worte. Man habe nur deshalb so lange an dem Brasilianer festgehalten, weil dieser bei Ferrari lange Zeit viel Pech hatte und deshalb eine zweite Chance verdiente, sein Potenzial zu zeigen. "2008 hat er beinahe den Titel gewonnen. In meinen Augen ist er ein Weltmeister", so Domenicali.

Trotzdem entschied man sich kürzlich dazu, Kimi Räikkönen zurückzuholen. "Wir haben Räikkönen genommen, weil wir mehr erreichen wollten. Als wir ihn damals durch Alonso ersetzt haben, war er nicht glücklich. Er kommt also mit dem großen Willen zurück, es jetzt besser zu machen."

Robert Kubica wohl kein Thema mehr

Domenicali gibt auch offen zu, dass Robert Kubica mal ein Thema war, bis sich der Pole bei seinem Rallye-Crash schwer verletzte. "Wir haben immer noch ein Auge auf ihn. Aber leider glaube ich nicht, dass er zurückkommen wird. Wegen seiner körperlichen Probleme würde er in bestimmten Situationen eingeschränkt sein. Das ist wirklich schade."

Nur in einer Frage bleibt der Ferrari-Teamchef verschlossen. Warum ist Red Bull so schnell? Hat das Vettel-Team etwa illegale Technik an Bord? "Jeder versucht herauszufinden, was sie machen. Aber es ist sinnlos Anschuldigungen zu äußern, wenn es keine Beweise gibt. Die FIA ist in der Lage die Steuerungseinheit zu überprüfen. Und wenn sie nichts finden, dann macht Red Bull einfach einen guten Job."

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