Sauber

Kobayashi setzt auf die Webber-Taktik

Sauber GP Türkei 2011 Foto: xpb 42 Bilder

Kamui Kobayashi strandete in der ersten Qualifikationsrunde ohne Benzindruck. Keine Rundenzeit bedeutet für ihn den Start von Platz 23. Trotzdem sieht der Japaner Chancen auf Punkteränge. Er hat wie Mark Webber in China fünf frische Reifensätze. Und er ist schon mal von Platz 23 auf Rang neun gefahren.


Peter Sauber war sauer. Normalerweise schafft es eines seiner Autos immer ins Top Ten-Finale. Diesmal muss sich der Schweizer Rennstallbesitzer mit den Startplätzen 15 und 23 zufrieden geben. Dass Kamui Kobayashi in die letzte Startreihe abrutschte, war höhere Gewalt. Der Benzindruck fiel gleich zu Beginn der Qualifikation in den Keller. Der Japaner schaffte nicht einmal eine fliegende Runde.

Sergio Perez sah dafür lange Zeit wie ein Top Ten-Kandidat aus. Der Mexikaner kam auf harten Reifen durch die erste K.O.-Runde. Und legte auf den harten Sohlen eine Zeit hin, um die ihn andere mit weichen Reifen beneidet hätten. Doch dann kam nicht die erwartete Steigerung mit der weichen Gummimischung. "Statt 1,2 Sekunden hat Sergio nur fünf Zehntel gewonnen", ärgerte sich Peter Sauber. "Es ist zum Heulen."

Dann kam der Chef im Sauber-Team wieder auf den Kobayashi-Fall zurück. Der Japaner ist der Mann der letzten Minute. "Normalerweise steigert sich Kamui immer, wenn es darauf ankommt. Jetzt muss er von hinten losfahren. Wenigstens hat er genügend frische Reifen." Um genau zu sein: Kobayashi könnte eine Vierstopp-Strategie fahren und dabei in jedem Turn auf frische Gummis zurückgreifen. Sein Kontingent besteht noch aus drei weichen und zwei harten unverbrauchten Sätzen.

Kobayashi einer der besten Überholer

Das erinnert an die Situation von Mark Webber in China. Sauber hofft, dass sein Mann eine ähnliche Aufholjagd starten kann. Kobayashi ist einer der besten Überholer im Feld. Und sein Sauber ist das Reifen schonendste Auto. Und der Japaner hat den Riesensprung von hinten nach vorne schon einmal geschafft. "Letztes Jahr in Ungarn ist er von Platz 23 auf Rang neun vorgefahren", erinnert sich Sauber. Da gab es aber noch keine Pirelli-Reifen, die für große Gripunterschiede sorgen und noch keinen Heckflügel, der flach gestellt werden darf.

Neuer Auspuff für Barcelona

Den Eidgenossen war klar, dass es in der Türkei härter werden würde, den Platz an der Spitze des Mittelfeldes zu verteidigen. Die Teams im direkten Umfeld waren mit Modifikationen in Istanbul aufgetaucht. Bei Sauber blieb alles beim Alten. Der große Schritt kommt erst in Barcelona. Ein neuer Frontflügel, und der Auspuff nach Red Bull-Vorbild, der in Istanbul zum zweiten Mal getestet wurde. Bis jetzt lief alles nach Plan. Trotzdem ist Peter Sauber vorsichtig. "Der Auspuff birgt generell viele Gefahrenquellen, dass etwas nicht funktioniert. Wenn wir dem Windkanal glauben dürfen, bringt uns das neue Paket in Barcelona einen ordentlichen Sprung nach vorne."

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