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Red Bull-Vorschlag

V6-Bi-Turbo ohne teure Hybrid-Komponenten

Die aktuelle Krise der Formel 1 wurde auch entfacht, weil die neuen Motoren zu teuer geworden sind. Red Bull und Ferrari drohen Mercedes nun mit einer offenen Entwicklung ab 2016. Was noch mehr Geld kosten würde. Dabei gibt es einen einfachen Weg aus dem Dilemma, meint Red Bull-Berater Helmut Marko. Und macht einen überraschenden Vorschlag.

Die Fronten im Motorenstreit sind verhärtet. Mercedes hat sein Kompromissangebot von fünf zusätzlichen Token bei einer Verlängerng der Entwicklungszeit bis Ende April zurückgezogen. Ferrari und Renault wollten 13 Extra-Token und eine Homologationsfrist bis Ende Juli. Damit bleibt 2015 alles beim Alten. Die Motorenhersteller dürfen 32 Token einsetzen, was 48 Prozent des Motors entspricht. Am 28. Februar muss der letzte Entwicklungsstand der Motoren versiegelt werden.

Ferrari und Renault wollen aber nicht klein beigeben. Sie drohen, bei der nächsten Strategiesitzung mit ihren Teams für eine völlig offene Motorentwicklung zu stimmen. Da die Regeländerung 2016 betrifft, reicht die einfache Mehrheit der Stimmen. Auch Honda ist im Boot.

Mit Ferrari, Red Bull, ToroRosso, Sauber und McLaren hält man in allen Gremien die knappe Mehrheit gegenüber den vier Mercedes-Rennställen. Niki Lauda feuert zurück: "Bei einer offenen Entwicklung wird alles teurer. Das müssen die Kunden bezahlen.“ Und droht damit, Kunden abzugeben. "Sollen die anderen dann die Kosten tragen.“

Einheits-Kers für die Scheinheiligkeit

Red Bull-Berater Helmut Marko hat eine Lösung im Motorenstreit parat, die seiner Meinung nach den Großteil aller Probleme löst. Das Team, das von 2010 bis 2013 vier WM-Titel gewann, ist davon abgekommen, den alten Achtzylinder zurückzufordern. Markos Vorschlag: "Warum nehmen wir nicht die aktuellen V6-Turbos ohne den ganzen Hybridkram. Wir machen einen Bi-Turbo draus, vergessen die Durchflussmengenbegrenzung, haben den Lärm zurück und schaffen locker über 800 PS. So können wir die Motoren behalten. Das spart Geld. Wir haben ausgerechnet, dass ein Kundenteam höchstens acht Millionen Euro zahlen müsste.“ Das wären 10 Millionen weniger als im Augenblick.

Marko sieht noch weitere Vorteile. "Wenn wir die Aerodynamik wieder freigeben und mehr Power haben, hätten wir eine Meisterschaft der Fahrer und nicht der Ingenieure. Dann wären wir im Handumdrehen zwei Sekunden schneller, und nicht einmal wir würden uns trauen, einen 17-Jährigen ins Auto zu setzen.“ Alle Probleme gelöst für die Kritiker der Formel 1? Marko meint ja: "Das ganze ist nicht mehr so kompliziert, so teuer, so ferngesteuert. Und wenn es für die Scheinheiligkeit gewünscht wird, können wir ja ein Einheits-KERS einbauen.“

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