Konkurrenz lobt Silberpfeile

Mercedes als Geheimfavorit?

Nico Rosberg, Mercedes, Formel 1-Test, Barcelona, 01. März 2013 Foto: xpb 22 Bilder

Reist Mercedes als Geheimfavorit nach Melbourne? Von der Konkurrenz werden die Silberpfeile ungewöhnlich oft gelobt. Nico Rosberg traut dem Braten nicht. Schon im Vorjahr gab es trotz guter Testfahrten eine Enttäuschung zum Saisonbeginn.

Über dem Fahrerlager von Barcelona schwebt ein großes Fragezeichen. Wer wird in Melbourne vorne dabei sein? Welches Mittelfeld-Team kann zur großen Überraschung des Jahres werden. Und wo droht die Gefahr einer Pleite? Niemand will sich zu weit aus dem Fenster lehnen. Nur einen Namen hört man bei der Aufzählung der Favoriten immer wieder: Mercedes.

McLaren-Pilot Jenson Button erklärte, dass die Silberpfeile seiner Meinung nach regelmäßig einen starken Eindruck hinterlassen haben. Lotus-Konkurrent Romain Grosjean fügte an: "Besonders im Regen sah der Mercedes beeindruckend aus." Und auch Sauber-Neuzugang Nico Hülkenberg hob den neuen AMG W04 beim Streckenstudium besonders hervor.

Rosberg zufrieden mit Testverlauf

Bei Mercedes kann man das Lob nicht nachvollziehen. "Das Wort, dass es am besten umschreibt, heißt zufrieden", erklärte Nico Rosberg am Freitag (1.3.2013). "Über den Leistungsstand im Vergleich zu den anderen Teams mag ich aber nicht reden. Da kann man sowieso nichts sagen. Die Bedingungen in Melbourne werden ganz anders sein als hier in Barcelona. Deshalb wäre es nicht clever, jetzt Prognosen zu machen."

Außerdem ist Rosberg ein gebranntes Kind. "Das Gefühl im Vorjahr war auch gut in der letzten Testwoche. Und dann ging in den ersten beiden Rennen gar nichts." Man habe das geplante Testprogramm gut abarbeiten können. Die Probleme mit der Zuverlässigkeit, die Mercedes vor allem zu Beginn des Testwinters bremsten, seien behoben. "Jetzt brauche ich nur noch einen guten Sonntag. Dann passt die Vorbereitung auf Melbourne", so Rosberg.

Balance bei Nässe passt

Am Sonntag testet Rosberg zusammen mit Vettel, Alonso, Räikkönen, Button und Hülkenberg - also mit den anderen Nummer 1-Piloten der Top-Teams. Dann soll auch das Wetter endlich besser werden. Rosberg gibt zu, dass er in den letzten Barcelona-Testtagen wie alle anderen mit den kalten Temperaturen zu kämpfen hatte.

"Du schaust nach wenigen Metern in den Rückspiegel und die Oberfläche der Hinterreifen hat sich über die gesamte Breite abgelöst. Das Graining hier ist wirklich ärgerlich. Manchmal ist es besser im Regen zu fahren, weil man da über ein paar Runden konstante Bedingungen hat. Bei Nässe hat auch die Balance bei uns sehr gut gepasst. Deshalb sind wir auch auf Regen gut vorbereitet."

Umstrukturierung zeigt Wirkung

Am Wochenende werden per Luftfracht noch weitere neue Teile für den Silberpfeil eingeflogen. In der Fabrik in Brackley wird fieberhaft gearbeitet. "Nach und nach kommt immer mehr vom Melbourne-Paket an die Strecke. Ich kann gar nicht genau sagen, wann was hier ist. Das läuft alles in letzter Minute."

Nach Aussage Rosbergs seien die Umstrukturierungen bei Mercedes bereits zu spüren. "Es war klar, dass wir mit dem, was wir vorher hatten, nie ganz nach vorne kommen würden. Der Wechsel war notwendig. Und den Effekt kann man jetzt schon sehen." Die Mercedes-Fans hoffen, dass der immer optimistische Rosberg endlich Recht behält.

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