Yuki Tsunoda - GP Imola -  2021 xpb
Ferrari - Unfall - Imola - 2021
Red Bull - Panne - Imola 2021
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Extrakosten durch Sprintrennen: Entschädigung fix

Entschädigung für die Teams 150.000 Dollar pro Sprintrennen

Nach langen Diskussionen steht es jetzt fest. Die Teams werden für die Extra-Kosten durch die drei Sprintrennen als Ersatz für die Qualifikation entschädigt. Es gibt sowohl Geld-Prämien als auch mehr Spielraum beim Kostendeckel. Dazu kommt noch eine Versicherung für Unfallschäden.

Da hat sich die Formel 1 wieder mal eine Grube gegraben. FIA und F1-Management gaben den Forderungen der Teams nach, sich für die drei geplanten Sprintrennen in Silverstone, Monza und Interlagos entschädigen zu lassen. Ein Teamchef warnt: "Die Teams werden jetzt immer wieder auf der Matte stehen, wenn etwas extra Geld kostet."

Die Teams hatten argumentiert, dass sie das Experiment zwischen 300.000 und 400.000 Dollar kostet, Unfallschäden noch nicht einmal mit eingerechnet. Tatsächlich fallen an einem Wochenende mit einer Sprint-Qualifikation, wie das Ungetüm offiziell heißt, nicht mehr Kilometer an als bei einem normalen Ablauf. Der Mini-Grand Prix ersetzt streng genommen eine der drei freien Trainingssitzungen. Da werden gemessen am Beispiel Imola zwischen 90 und 150 Kilometer abgespult.

Die Zahl der Teile, die man für den Sprint am Samstag regulär tauschen darf, ist überschaubar: Bremsen, Ölfilter, Zündkerzen. Dafür sparen sich die Teams Tests mit neuen Aerodynamikteilen, die sie sonst im ersten oder zweiten Training durchführen würden, für die aber bei einem Grand Prix mit Sprint-Qualifikation keine Zeit bleibt.

Mick Schumacher - Imola - Formel 1 - GP Emilia Romagna - 2021
Wilhelm
Bei Unfallschäden soll es eine Extra-Entschädigung geben.

Bis zu 200.000 Dollar für Unfallschäden

Das lauteste Geschrei kam von den Top-Teams, die Mühe haben, unter dem Kostendeckel zu bleiben. Man würde gerade im Bereich von fünfstelligen Summen Einsparungen vornehmen und könne Extra-Kosten dieser Größenordnung nicht mehr im Budget unterbringen, hieß es. Andererseits haben die Teams und ihre Sponsoren bei diesem Format eine viel bessere TV-Präsenz und damit einen größeren Marketing-Gegenwert.

Um es allen recht zu machen, haben sich die Parteien nun ein kompliziertes Entschädigungssystem einfallen lassen. Nach langen Verhandlungen ließen sich die Erfinder des Mini-Grand-Prix jetzt dazu breitschlagen, jedem Rennstall pro Sprintrennen eine Prämie von 100.000 Dollar extra auszuzahlen. Außerdem dürfen die Teams jeweils noch 50.000 Dollar aus eigenen Mitteln einsetzen, ohne dass diese Summe in den Budgetdeckel eingeht.

Unfallschäden werden extra abgerechnet. Dafür gibt es eine Art Versicherung. Die Teams dürfen maximal 200.000 Dollar aus ihrem Budget dafür verwenden, um Schäden zu beheben, die nachweislich aus einem Unfall in einem der Sprintrennen entstanden sind. Auch dieses Geld wird nicht für den Kostendeckel angerechnet.

Das wirft allerdings Fragen auf. Wie berechnet man den Wert der gecrashten Teile? Eine Komponente am Ende ihrer Lebensdauer ist billiger als eine, die gerade neu gebaut wurde. Im Zweifel dürfte das für weitere Diskussionen sorgen.