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Kritik am Formel 1-Motor für 2013

Cosworth und Renault schicken Brief an die FIA Kritik am Formel 1-Motor für 2013

Mit der Saison 2013 soll nach Willen der FIA ein neues Zeitalter anbrechen. Symbol für die grüne Welle ist ein Vierzylinder-Reihenmotor mit Turbolader und Hybridantrieb. Doch die vom Weltverband präsentierten Eckdaten finden wenig Gefallen bei den Motorenlieferanten der Formel 1.

Der Countdown läuft. Die FIA will bei ihrer Weltratsitzung im Dezember das neue Motorenreglement für 2013 bekanntgeben. Möglicherweise an allen Gremien vorbei. Bis jetzt gab es weder eine Abstimmung innerhalb der Technischen Arbeitsgruppe noch im Rahmen der Formel 1-Kommission.

Grundsätzlich wissen Mercedes, Ferrari, Renault und Cosworth, was die FIA plant: einen 1,6 Liter Vierzylinder-Turbo mit Direkteinspritzung, kontrollierter Benzinflussmenge und Hybridantrieb, der sich aus zwei Quellen speist: Dem Motordrehmoment im Schiebebetrieb und der Auspuffwärme. Die Energiemenge, die dann gespeichert wird, soll so groß sein, dass die Autos in der Boxengasse ausschließlich mit Elektrokraft rollen. Unter dem Strich soll der Spritverbrauch nach Willen der FIA um 35 Prozent gesenkt werden.

Formel 1-Motoren-Kosten begrenzen

Den Herstellern ist der Entwurf von FIA-Motorenexperte Gilles Simon nicht ganz geheuer. Ein Vierzylinder-Reihenmotor ist für die Königsklasse kein besonders spektakuläres Triebwerk. Es wird befürchtet, dass der Sound einer Nähmaschine gleicht, vor allem wenn man die Drehzahl begrenzt, was unter dem Gesichtspunkt der Entwicklungskosten eine absolute Notwendigkeit ist.

Das ganz große Thema sind die Kosten. Wenn die Entwicklung eines neuen Triebwerks mehr als 30 Millionen Euro kosten würde, müsste Cosworth passen. Mercedes befürchtet, dass ein Motor ohne weitere Einschränkungen in Bezug auf Drehzahl und Ladedruck locker 100 Millionen kosten könnte. Das wäre auch Renault und Ferrari zuviel. Deshalb setzt sich unter den Motorenherstellern immer mehr die Meinung durch, dass man mit dem augenblicklichen Achtzylinder ganz gut bedient ist. Man kann auch auf dieser Basis mit Hybridantrieb fahren und die Benzinflussmenge begrenzen.

Kein Formel 1-Interesse bei VW und Honda

FIA-Präsident Jean Todt wirbt damit, dass ein neues Motorenformat neue Hersteller in die Formel 1 locken würde. Die Rede ist von Volkswagen, Honda und Toyota. Doch Volkswagen lancierte bereits vor wenigen Tagen die Meldung, wonach mittelfristig kein Formel 1-Einstieg geplant sei. Ross Brawn hörte von seinem Ex-Partner Honda: "Die planen auch keine Formel 1-Rückkehr." Das wären zwei Argumente weniger für den neuen Motor.

Vergangene Woche haben die Teams von Cosworth und Renault an die FIA ein Schreiben abgesandt, in dem auf Schwächen des bislang geplanten Motorenreglements hingewiesen wird. Der Tenor lautet: Wenn man nicht bestimmte Eckdaten limitiert, geht ein neues Wettrüsten los, das die Motorenhersteller eher aus der Formel 1 vertreibt, als dass es sie in den GP-Sport hineinlockt.

Brief an die FIA mit Eckdaten des neuen Formel 1-Motors

Die Kritiker fordern für einen Vierzylinder-Turbo folgende Beschränkungen: Drehzahl, Ladedruck, Verdichtung, Bohrung, Ventildurchmesser, Mindestgewichte für Kolben, Pleuel und Kurbelwelle sowie für den Gesamtmotor. Andernfalls würden die Kosten aus dem Ruder laufen. Cosworth-Manager Mark Gallagher warnt: "Wenn die neue Motorenformel ein Wettrüsten auf dem Sektor der Turbolader und Zylinderköpfe wird, hat ein unabhängiger Motorenhersteller keine Chance."

Am meisten kann sich noch Renault mit dem Vierzylinder-Turbo anfreunden. Doch selbst Teamchef Eric Boullier differenziert: "Wir unterstützen grüne Technologie, und wir wünschen uns, dass sie so früh wie möglich kommt. Wir sind auch für kleine Motoren und eine limitierte Benzinflussmenge. Doch dafür brauchen wir einen Kostendeckel. Wenn das innerhalb bestimmter Limits möglich ist, unterstützt Renault die neue Motorenformel. Unser Markt bei den Serienfahrzeugen sind Vierzylinder-Motoren mit Hybrid. Schon deshalb sind wir über ein Motorenformat, das dorthin zielt, nicht unglücklich. Es kommt aber darauf an, wie die Regeln definiert sind. Je weniger klar sie sind, umso teurer wird es. Und die Kosten haben auch bei uns Priorität."

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