Sebastian Vettel - GP Frankreich 2018 sutton-images.com
Streckenrundgang - Trackwalk - GP Frankreich - Circuit Paul Ricard - 2018
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Streckenrundgang - Trackwalk - GP Frankreich - Circuit Paul Ricard - 2018 94 Bilder

Kritik an Paul Ricard-Layout

Fahrer wollen keine Schikane

Bei der Fahrerbesprechung am Freitagabend geriet FIA-Rennleiter Charlie Whiting unter Beschuss. Die Fahrer wollen die Schikane auf der Mistral-Geraden abschaffen und kritisieren die Einfahrt und Ausfahrt aus der Boxengasse.

Das Comeback des GP Frankreich steht unter einem schlechten Stern. Zuerst gab es massive Beschwerden an der Verkehrsführung der Behörden. Die Fans steckten stundenlang im Stau. Viele kamen zu spät oder gar nicht zur Rennstrecke. Jetzt gerät auch die Rennstrecke selbst unter Beschuss. Dabei ist sie fahrerisch anspruchsvoller als gedacht, weil es in dem Gewirr an Straßen und unübersichtlichen Kurven schwer ist, die Ideallinie zu finden.

Doch die Fahrer mögen die Schikane auf der Mistral-Geraden nicht. Carlos Sainz brachte das Thema als erster auf. Max Verstappen und Brendon Hartley stiegen darauf ein. Sie fragten FIA-Rennleiter Charlie Whiting: „Können wir nicht die Schikane abschaffen. Am besten gleich morgen.“ Whiting bedauerte. Das geht aus Gründen der Zeitnahme und Streckenvermessung nicht und natürlich auch wegen der Zuschauer. In der Schikane stehen 6 große Tribünen. Würden die Fahrer dort geradeaus fahren, würden die Fans die Autos nur für ein paar Sekunden mit 320 km/h vorbeirauschen sehen.

Ohne Schikane überholt sich leichter

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Frankreich - Circuit Paul Ricard - 22. Juni 2018
Red Bull
Die Schikane kann nicht mehr entfernt werden.

Die Fahrer befürchten mit der aktuellen Streckenführung eine weitere Prozession. „Die Gerade vor der Schikane ist zu kurz. Da kannst du nicht überholen“, bemängelt Daniel Ricciardo. Der Australier gibt zu: „Als Red Bull-Pilot müsste ich eigentlich dagegen sein. Aber ohne Schikane wäre Paul Ricard eine bessere Strecke. Auch wenn mit der langen Geraden die Power noch mehr zählt.“ Brendon Hartley kann das nur bestätigen. Er kennt den Kurs ohne Schikane von den WEC-Testfahrten im Porsche.

Die Piloten kritisieren auch die Linienführung der Schikane. Die Einfahrt ist im vierten Gang viel zu schnell. Und in der Ausfahrt verliert der Hintermann zu viel Abtrieb, wenn er dicht dranbleibt. Auch Sebastian Vettel glaubt, dass es mit der Mistral-Geraden im Originalzustand mehr Überholmanöver geben würde. Auch wenn man nach 1,8 Kilometer Anlauf dann mit 350 km/h in der Signes-Kurve ankommen würde. „Auf einer so langen Geraden kriegst du so viel Windschatten, dass du dich vor der Kurve daneben setzen kannst.“ Auch die folgende Beausset-Kurve würde eine Möglichkeit zum Angriff bieten. „Was aber schwieriger wäre, weil du in der Kurve davor erst einmal dranbleiben musst“, urteilt Vettel.

An der Boxenausfahrt kreuzen sich die Wege

Streckenrundgang - Trackwalk - GP Frankreich - Circuit Paul Ricard - 2018
ams
Die Boxenausfahrt trifft kurz vor der ersten Kurve auf die Ideallinie.

Auch die Boxengasse steht in der Kritik. Die Einfahrt ist zu eng und unübersichtlich. Gleich danach ist die Wiegeplattform der FIA. Selbst bei Tempo 60 tun sich Fahrer schwer, die Ampel zu erkennen, weil sie gleichzeitig aufpassen müssen, dass sie keine Teammitglieder von Mercedes überfahren, die dort die Boxenstraße kreuzen wollen, um zum Kommandostand zu kommen. Mercedes hat die erste Box.

Noch gefährlicher ist die Boxenausfahrt. Sie mündet exakt dort in die Strecke, wo die Fahrer auf einer fliegenden Runde nach rechts lenken um die erste Schikane anzubremsen. Damit kreuzen sich die Wege. Die Fahrer, die aus der Boxengasse kommen, werden zwar durch blaue Ampeln gewarnt, sie wissen aber nicht, wo sich genau der andere Fahrer befindet. Im Spiegel ist nichts zu erkennen.

Der Fahrer auf der Zielgerade bekommt einen orangen Pfeil gezeigt, wenn einer aus der Boxengasse kommt. Nach Aussage der Piloten ist dieses Lichtsignal schwer zu erkennen. So sieht man auch erst in letzter Sekunde, ob ein Auto die Box verlässt. Wer die Schikane nicht auf der Ideallinie anbremsen kann, verliert gleich 2 Zehntel. „So kannst du einem Gegner die Qualifikationsrunde zerstören“, sagt Sauber-Teammanager Beat Zehnder.

In diesem Jahr sind dem Veranstalter die Hände gebunden. Doch für 2019 könnte die Schikane verschwinden, die Boxenausfahrt weiter nach rechts verlegt werden und die Garagen weiter weg von der Einfahrt verlegt werden. Charlie Whiting versprach den Piloten die Einwände zu überprüfen.

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H&R Audi A6 Avant
Die Schikane ist Mist. Die 1,8 Kilometer lange Mistral-Gerade war ein Markenzeichen der Strecke
H&R Audi A6 Avant
Die Schikane ist gut. Wer will schon Autos auf einer Gerade sehen?
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