Robert Kubica -Williams -  GP China - Shanghai - Samstag - 13.4.2019 xpb

Kubica an Russell dran

Der Zauberer aus Krakau

Robert Kubica fährt mit seinem Williams zwar am Ende des Feldes, doch der Pole hat auch seine kleinen Erfolgserlebnisse. Zum zweiten Mal wurde er von Teamkollege George Russell nur ganz knapp geschlagen. Zum zweiten Mal hätte der Zauberer aus Krakau sogar schneller sein können.

Robert Kubica ist ein geborener Pessimist. Der 34-jährige Pole sieht die Dinge lieber negativ als positiv. Deshalb wehrte er auch Gratulanten ab, die seiner Qualifikationszeit beim GP China Respekt zollten. „Ich hätte schneller fahren können, wenn ich nicht quer aus der letzten kurve gekommen wäre.“

Kubica hat sich rehabilitiert. In Melbourne fehlten dem Mann, dessen rechter Arm nur eingeschränkt funktionstüchtig ist, alarmierende 1,7 Sekunden auf seinen jungen Teamkollegen George Russell. Dass Kubica in einem beschädigten Williams saß, dass ein Loch im Unterboden massiv Abtrieb gekostet hatte, wollte damals keiner hören. Viele hatten über den Heimkehrer, der nach 3.046 Tagen Zwangspause in Australien seinen ersten Grand Prix seit Abu Dhabi 2010 fuhr, bereits ihr Urteil gefällt. Kubica habe sich mit seinem Comeback keinen Gefallen getan, konnte man mit einem gewissen Bedauern im Fahrerlager hören. Mit seiner Geschichte und seinen körperlichen Einschränkungen ist der Pole natürlich ein Sympathieträger.

Kubica fehlen nur Tausendstel

Doch Kubica will kein Mitleid. Und er wusste es besser. Er hätte den Vertrag bei Williams nie unterschrieben, wäre es nur wegen einer guten Story gewesen. Für den Zauberer aus Krakau war immer klar: „Ich komme nur zurück, wenn ich mir zutraue, auch schnell zu sein.“ In Bahrain zeigte der Montreal-Sieger von 2008, dass er es mit seiner Ankündigung ernst gemeint hat. Ihm fehlten nur noch 40 Tausendstel auf Russell. In Shanghai waren es sogar nur 0,038 Sekunden. Endlich einmal zeigte auch Kubica ein bisschen Stolz. „Es ist für einen so frühen Zeitpunkt in der Saison nicht so schlecht gegen einen Fahrer, der in den Juniorformeln besser abgeschnitten hat als alle anderen.“

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Kubica weiß auch, dass er den amtierenden Formel 2-Meister bei beiden Gelegenheiten hätte schlagen können. „In Bahrain lag ich drei Kurven vor Ende der Runde drei Zehntel unter Russells Zeit. Dann ist plötzlich die Flügel-Kamera abgefallen. Ich sah von vorne etwas wegfliegen und dachte, es ist ein Frontflügel-Teil. Deshalb habe ich in der nächste Kurve mit Untersteuern gerechnet und bin die Kurve anders angefahren als normal. Da bekam ich plötzlich Übersteuern. Der Flügel selbst war ja in Ordnung.“

Quer aus der letzten Kurve

Auch in Shanghai ging kurz vor Schluss etwas schief. Kubica war den entscheidenden Q1-Versuch mit Rücksicht auf die Reifen zunächst vorsichtig angegangen. „Als ich gemerkt habe, da geht was, habe ich in den Kurven 11 und 14 richtig Zeit gutgemacht und war vor meinem Teamkollegen. Ich musste nur noch die Runde zu Ende bringen. Leider hatten meine Hinterreifen etwas mehr gelitten, als ich gedacht habe. In der letzten Kurve ist mir das Heck davongegangen.“ Der direkte Vergleich zu Russell nach Sektoren: Russell gewinnt Sektor 1 mit 0,048 Sekunden Vorsprung, Kubica Sektor 2 mit 0,023 Sekunden. Die beiden starken Kurven 11 und 14 lagen im Schlussabschnitt. Doch der Quersteher am Ende kostete im dritten Sektor in Summe 0,089 Sekunden.

Der Rückstand der beiden Williams-Piloten auf das Feld schrumpfte in China auf eine Sekunde. Für Kubica kein Indiz der Besserung. „Wir müssen erst einmal unser Problem mit der Qualität der Teile in Ordnung bringen. Erst dann dürfen wir über Upgrades nachdenken. Wir hatten nichts Neues am Auto. Warum sollten wir schneller sein? Wir fallen eher zurück, weil die anderen ja weiterentwickeln. Ich glaube, die Strecke in Shanghai war einfach nur gnädig zu uns. Es gibt hier nicht so viele Kurven wie in Bahrain, in denen wir Zeit verlieren könnten. In Bahrain fehlten uns 1,3 Sekunden. Das ist in Relation zu den Kurven genau die Differenz wie in Shanghai.“

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