Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Brasilien - Sao Paulo - 16. November 2019 Jerry André
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Abu Dhabi 2019
Charles Leclerc - Ferrari - GP Aserbaidschan 2019
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Österreich 2019
Sebastian Vettel - Charles Leclerc - Ferrari - GP Bahrain  2019 54 Bilder

Kuriose Zahlen der F1-Saison 2019

FIA kassiert 124.400 Euro

Die 70. Formel 1-Saison der Geschichte ist gelaufen. Zeit für uns, Bilanz zu ziehen. Wussten Sie, dass es 846 Überholmanöver, 639 Boxenstopps, 83 Strafen, 16 Safety Car-Einsätze und 58 Ausfälle in 21 Rennen gab?

Die Formel 1-Saison 2019 hat einen Rekord eingestellt. 21 Rennen gab es vorher nur 2016 und 2018. Nächstes Jahr fällt die Bestmarke. 22 Grand Prix stehen im Kalender. Bald schon werden es 25 sein. Wird man sich bei der Inflation der Rennen noch an das einzelne Ereignis erinnern können? Wahrscheinlich nicht. Die erfreuliche Nachricht: Es wird wieder mehr überholt. Insgesamt 846 Mal. 2018 wurden im Vergleich 675 Überholmanöver gezählt, 2017 zu Beginn der Ära der breiten Autos waren es 479.

Eines fällt auf. Die Zahl der Überholmanöver stieg in diesem Jahr ab dem GP Österreich dramatisch an. Von 33,1 Positionswechsel pro Rennen in den ersten acht Grand Prix auf 44,6 Überholmanöver pro Rennen in den folgenden 13 Veranstaltungen. Das ist kein Zufall. Nach der Kritik an den Strafen für Max Verstappen in Monte Carlo, Sebastian Vettel in Montreal und Daniel Ricciardo in Paul Riccardo bekamen die Sportkommissare die Anweisung, bei Zweikämpfen mehr durchgehen zu lassen. Und schon trauten sich die Fahrer wieder mehr.

Das beste Rennen war der Chaos-Grand Prix von Hockenheim mit 63 Überholmanövern. Am schlechtesten schnitten wie gewohnt Monte Carlo (2) und Melbourne (5) ab. Wobei es in Monaco in diesem Jahr nicht störte. Lewis Hamilton lieferte mit abgewetzten Reifen eine großartige Verteidigungsschlacht gegen Sebastian Vettel, Max Verstappen und Valtteri Bottas.

Lewis Hamilton - GP Monaco 2019
Wilhelm
Im Rennen in Monte Carlo wurde zwei Mal überholt. Lewis Hamilton verteidigte sich auf abgewetzten Reifen.

Größter Nettozahler war Ferrari

So wie die Zahl der Überholmanöver anstieg, nahmen die Strafen ab. Die Sportkommissare sprachen insgesamt 83 Strafen in Form von Geldbußen, Startplatzversetzungen, Zeitstrafen oder Verwarnungen aus. 60 Mal wurde eine Rundenzeit aberkannt, weil der Fahrer sie durch Abkürzen oder Überschreiten der Streckenlimits erzielt hat. Dazu gab es fünf Disqualifikation, zwei davon nach dem Rennen für die beiden Renault beim GP Japan. Die 21 Geldbußen spielten insgesamt 124.400 Euro in die FIA-Kasse. Größter Nettozahler war Ferrari mit 80.000 Euro.

Neun Mal wurden die Fahrer wegen Vergehen in der Startaufstellung zurückversetzt. Nicht eingerechnet in diese Zahl sind die Motorstrafen. Mercedes und Ferrari überschritten je ein Mal das Limit von drei Antriebseinheiten. Bei den Mercedes-Kundenteams hatte Sergio Perez mit fünf Einheiten den größten Verschleiß, bei der Ferrari-Klientel Antonio Giovinazzi mit vier Aggregaten. Renault brauchte bis zu sechs, Honda bis zu sieben Motoren. Es gab überhaupt nur zwei Fahrer mit einer weißen Weste. Lediglich Lewis Hamilton und Romain Grosjean kamen mit je drei Motoren, Turboladern und MGU-H und je zwei Einheiten von MGU-K, Batterie und Leistungselektronik über die Runden. Spitzenreiter im negativen Sinn war Daniil Kvyat mit je sieben Motoren, Turboladern und MGU-H, sechs MGU-K und je drei Batterien und Steuereinheiten. Insgesamt kamen über die 21 Rennen 88 Motoren, 79 Turbolader, 79 MGU-H, 60 MGU-K und 50 Batterien zum Einsatz.

Während die Durchfahrtstrafen (5) und Stop-and-Go Strafen (2) fast ausgestorben sind, kam es relativ häufig zu einer Zeitstrafe. 27 Mal mussten Fahrer entweder bei Boxenstopp fünf oder zehn Sekunden absitzen, oder sie bekamen sie am Ende des Rennen aufaddiert. Alfa-Sauber verlor aus diesem Grund 10 WM-Punkte beim GP Deutschland. Die Fahrer wurden für einen unerlaubten Eingriff ins Kupplungsmanagement bestraft. Weil das von den Sportkommissaren als unerlaubte Fahrhilfe interpretiert wurde, fiel der Fall unter das Sportgesetz.

Immer mehr Einstopp-Rennen

Abnehmend ist die Zahl der Boxenstopps. Pirellis konservativer Ansatz mit harten Mischungen und hohen Luftdrücken führt zu immer mehr Einstopp-Rennen. Insgesamt wurden 639 Boxenstopps gezählt. Chaotische Rennen wie der GP Deutschland (78) und der GP Brasilien (44) haben die Zahl der Stopps im Vergleich zu den Vorjahren sogar noch etwas nach oben korrigiert. 14 Mal reichte dem Sieger ein Reifenwechsel, um über die Distanz zu kommen. Rekord waren die fünf Boxenstopps von Max Verstappen in Hockenheim. In Interlagos nahm der Holländer drei Mal den Red Bull-Service in Anspruch. Die Entwicklung hin zu weniger Boxenstopps hat den Rennen gut getan. Sie sind übersichtlicher geworden.

Das SafetyCar kam insgesamt 16 Mal bei neun Rennen zum Einsatz. In Hockenheim musste Bernd Mayländer vier Mal ausrücken. Er führte das Rennen 17 Runden lang an. Insgesamt legte Mayländer 68 Führungsrunden zurück. Es gab in der Vergangenheit schon mehr Arbeit für ihn. Auch die Zahl der Ausfälle geht zurück. Die Fahrer sind disziplinierter geworden und bauen weniger Unfälle. Und die Technik ist fast schon kugelsicher. Sauber hatte nicht einen Defekt. 58 Ausfälle in 21 Rennen bedeuten einen Schnitt von 2,7. Das ist der Negativrekord in 70 Jahren Formel 1. Nur mal so zum Vergleich. 1984 fielen noch 16,3 Fahrer pro Grand Prix aus.

F1-Statistiken 2019

Rennen Überholmanöver 2019 Boxenstopps 2019 SafetyCar (Runden) Ausfälle
Australien 5 22   3
Bahrain 60 40 1 ( 3 Rdn) 4
China 34 34   3
Aserbaidschan 51 25   4
Spanien 23 37 1 (7 Rdn) 2
Monaco 2 23 1 (4 Rdn) 1
Kanada 33 22   2
Frankreich 57 23   1
Österreich 43 22   0
England 26 29 1 (4 Rdn) 3
Deutschland 63 78 4 (17 Rdn) 7
Ungarn 34 24   1
Belgien 59 24 1 (4 Rdn) 4
Italien 42 26   3
Singapur 43 29 3 (11 Rdn) 3
Russland 31 20 2 (7 Rdn) 5
Japan 54 31   2
Mexiko 40 27   2
USA 57 33 2 (11 Rdn) 3
Brasilien 58 44   4
Abu Dhabi 31 26   1
  846 639    
Rennen Überholmanöver 2019 Boxenstopps 2019 SafetyCar (Runden) Ausfälle
Australien 5 22   3
Bahrain 60 40 1 ( 3 Rdn) 4
China 34 34   3
Aserbaidschan 51 25   4
Spanien 23 37 1 (7 Rdn) 2
Monaco 2 23 1 (4 Rdn) 1
Kanada 33 22   2
Frankreich 57 23   1
Österreich 43 22   0
England 26 29 1 (4 Rdn) 3
Deutschland 63 78 4 (17 Rdn) 7
Ungarn 34 24   1
Belgien 59 24 1 (4 Rdn) 4
Italien 42 26   3
Singapur 43 29 3 (11 Rdn) 3
Russland 31 20 2 (7 Rdn) 5
Japan 54 31   2
Mexiko 40 27   2
USA 57 33 2 (11 Rdn) 3
Brasilien 58 44   4
Abu Dhabi 31 26   1
  846 639    
Das könnte Sie auch interessieren
Charles Leclerc - Ferrari - Max Verstappen - Red Bull - GP England 2020 - Silverstone
Aktuell
Lewis Hamilton - GP England 2020
Aktuell
Carlos Sainz - GP England 2020
Aktuell