Ricciardo - Stroll - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen sutton-images.com
Lance Stroll - Williams - 2016
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Lance Stroll - 2011
Lawrence & Lance Stroll - GP Monaco 2013 22 Bilder

Stroll im siebten Himmel

„Ich fahre nicht für meine Kritiker“

Lance Stroll ist in der Formel 1 angekommen. Nach dem dritten Platz in Baku stellt keiner mehr den Kanadier in Frage. Das Podium wird dem Newcomer weiteren Auftrieb geben, hofft Technikchef Paddy Lowe.

Claire Williams und ihr Technikchef Paddy Lowe strahlen um die Wette. Endlich haben sie wieder zwei Fahrer, die in die Punkte fahren können. Wenn der Traditionsrennstall Force India den vierten Platz noch abjagen will, muss auch Lance Stroll regelmäßig punkten. In den letzten beiden Rennen hat der Kanadier die Erwartungen voll erfüllt. Rang 9 in Montreal, Platz 3 in Baku.

Das Williams-Motorhome war am Donnerstag vor dem GP Österreich gut gefüllt. Lance Stroll hielt Hof und fragte unschuldig: „Warum sind hier plötzlich so viele Leute?“ Der dritte Platz von Baku hat den 18-Jährigen aus Montreal endgültig in den Stand eines respektierten Formel 1-Fahrer gehoben. Keiner fragte mehr nach den Millionen seines Vaters. Der jüngste Fahrer im Formel 1-Feld ist nicht nachtragend: „Ich spüre keine Genugtuung, weil ich nicht für meine Kritiker fahre. Es geht nicht darum, ihnen das Gegenteil von dem zu beweisen, was sie geschrieben haben.“

Stroll orientiert sich beim Setup an Massa

Stroll versucht die Sternstunde in Aserbaidschan herunterzuspielen: „Ich bin deswegen kein anderer Mensch und werde weiter mein Ding machen.“ Immerhin gibt er zu, dass sein Selbstvertrauen nach den letzten beiden Rennen ein gutes Stück gewachsen ist: „Ich weiß jetzt, dass ich mit den Großen mitfahren kann. Vorher habe ich es nur geglaubt.“

Valtteri Bottas - Mercedes - GP Aserbaidschan 2017 - Baku
Wilhelm
Valtteri Bottas überholte Lance Stroll in Baku auf den letzten Metern.

Der Williams-Pilot sieht noch Potenzial für Verbesserung: „Ich gewinne mit jedem Rennen mehr Erfahrung, mehr Sicherheit und mehr Vertrauen.“ Den kleinen Tiefpunkt in den Rennen nach dem GP China führt Stroll auf die Fahrzeugabstimmung zurück: „Ich bin meinen eigenen Weg gegangen und habe mich verlaufen. Zum Schluss ist das Auto mehr mit mir gefahren als ich mit dem Auto. Ich konnte einfach nicht mehr das Maximum abrufen.“

Seit Montreal schwenkte Stroll wieder auf die Linie von Felipe Massa ein. „Seitdem spüre ich das Auto besser und kann wieder attackieren. Die Unterschiede sind minimal, aber in Summe eben doch groß. Du verlierst ein paar Hundertstel hier und ein paar da. Wenn du alle Kurven zusammenzählst, bist du plötzlich sieben Zehntel langsamer als dein Teamkollege.“

Strolls Motor ging ins De-Rating

Stroll will sich auch nicht mit der Frage befassen, wo er das Duell gegen Valtteri Bottas um Platz 2 verloren hat. „Es bringt nichts, wenn ich mir heute Fragen stelle nach dem Motto: was wäre, wenn. Ich könnte ja auch sagen: Hätte ich Ricciardo beim Re-Start überholt, hätte ich gewinnen können. Das führt zu nichts.“

Inzwischen ist auch bekannt, warum Bottas den Williams auf den letzten Metern noch überholen konnte. Technikchef Paddy Lowe hat das Geheimnis verraten. Der Mercedes-Motor im Auto von Stroll ging im letzten Stadium in den Ladebetrieb. Da fehlen plötzlich 163 PS. „Lance hat seinen Elektrovorrat im ersten Teil der Runde benutzt, weil er Bottas aus dem DRS-Bereich halten wollte. Es hätte fast geklappt. Am Messpunkt haben nur zwei Zehntel gefehlt. Ohne DRS hätte Bottas uns nie gekriegt“, erzählt Lowe.

Stroll war es egal. „Den Fall vom zweiten auf den dritten Platz kann ich verkraften. Es wäre schlimmer gewesen, vom ersten auf den zweiten oder vom dritten auf den vierten Platz zu fallen.“

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