McLaren wieder mal im Q3

Rookie Norris glänzt bei F1-Premiere

Lando Norris - Formel 1 - GP Australien 2019 Foto: Motorsport Images

Neben Lewis Hamilton war Lando Norris der große Star des Melbourne-Qualifyings. Der Rookie brachte McLaren nach langer Durststrecke mal wieder ins Q3. Bei Teamkollege Carlos Sainz war dagegen Frust angesagt.

McLaren hatten nur wenige Experten auf dem Zettel, als es um die Vergabe der Top-Ten-Startplätze ging. Doch dann ließ ausgerechnet Rookie Lando Norris das Papaya-Auto fliegen. Nach durchwachsenen Trainings landete der Brite wie aus dem Nichts auf Rang 8. So gut war McLaren im Qualifying zuletzt 2018 in Monaco, als Fernando Alonso die siebtschnellste Zeit fuhr.

Teamboss Zak Brown sprach danach vom schönsten Tag, seit er bei Mclaren ist. „Ich bin ja eigentlich noch nicht so lange dabei. Aber die Zeit hat sich manchmal schon ganz schön lange angefühlt“, scherzte US-Amerikaner. „Lando hat heute wirklich eine tolle Leistung gezeigt. Wir haben versucht ihn so gut wie möglich vorzubereiten. Bei einem Rookie wäre es aber völlig normal gewesen, wenn er im ersten Qualifying Fehler gemacht hätte. Hat er aber nicht.“

Norris übertrifft eigene Erwartungen

„Ich war richtig nervös vor dem Qualifying“, gab der Teenager nach seinem Husarenritt zu. „In den Freien Trainings habe ich die schnellen Runs nie richtig hinbekommen. Es war eine ganz neue Erfahrung, ein Qualifying in drei Stufen zu absolvieren. Da habe ich viel gelernt. Natürlich bin ich sehr zufrieden damit, wie es gelaufen ist.“

Lando Norris - GP Australien 2019 Foto: Motorsport Images
Lando Norris glänzte in Melbourne mit Lockerheit und Nervenstärke.

McLaren hatte selbst nicht damit gerechnet, dass es so weit nach vorne gehen kann. Die Ingenieure wollten eigentlich nur die zweite Runde erreichen. Deshalb wurde der Youngster im Q1 drei Mal mit frischen Sätzen auf die Bahn geschickt. „Die Strategie ging auf. Wir haben es wie geplant ins Q2 geschafft. Da hatte ich dann aber nur noch einen frischen Reifensatz. Trotzdem hat es für Q3 gereicht. Das kam überraschend, aber ich nehme es natürlich gerne“, grinste Norris.

Selbst die beiden Werks-Renault blieben hinter dem Kunden-McLaren mit der Startnummer 4 zurück. Norris versuchte anschließend die Erwartungen zu dämpfen. Man dürfe jetzt nicht immer damit rechnen, dass McLaren aus den ersten Zehn startet. „Es gibt keine Q3-Garantie. Es wird von Strecke zu Strecke unterschiedlich sein. Im Mittelfeld ist es so eng, da können kleine Fehler große Auswirkungen haben. Die Leistung zeigt aber eindeutig, dass es mit dem Team aufwärts geht.“

Für das Rennen hat der Engländer noch keine großen Erwartungen. Der Fokus liegt erst einmal auf einem guten Start. „Meine Starts in der Formel 2 waren etwas durchwachsen. Der beste Start des Jahres ist mir ausgerechnet beim Saisonauftakt gelungen. Ich hoffe, dass sich das morgen wiederholt. Ich bin eigentlich zuversichtlich, dass ich gut vorbereitet bin. Aber mit 19 anderen Autos in der Nähe fühlt sich das sicher anders an als im Simulator.“

Carlos Sainz - Formel 1 - GP Australien 2019 Foto: Motorsport Images
Carlos Sainz konnte nicht glänzen. Doch die Leistung des Teamkollegen stimmt den Spanier optimistisch.

Sainz von Kubica ausgebremst

Carlos Sainz kontne nicht ganz so wie sein junger Teamkollege strahlen. Der Spanier hatte sich für sein erstes Qualifying mit McLaren ebenfalls viel vorgenommen. „Mein erster Run war trotz kleinerer Probleme schon ganz gut. Im zweiten Run war ich dann noch einmal deutlich schneller. Doch dann stand mir plötzlich Robert (Kubica) mit seinem Reifenschaden in den letzten beiden Kurven im Weg.“

Das Resultat der rollenden Schikane: Sainz konnte sich nicht verbessern und blieb auf Rang 18 hängen. Nur die beiden Williams starten noch hinter dem letztjährigen Renault-Piloten. „ Das war natürlich frustrierend. Wenn es schon ein Auto ins Q3 schafft, will man natürlich auch da vorne stehen. Und so, wie es sich im Q1 angefühlt hat, wäre das meiner Meinung nach auch möglich gewesen.“

Dennoch sieht Sainz noch nicht alles rosarot. „Wir haben immer noch Probleme – vor allem mit der Balance. Aber das gibt uns auch Hoffnung, dass noch mehr Potenzial in dem Auto schlummert. Ich hoffe, dass jetzt das Entwicklungsprogramm passt. Wir müssen die Probleme genau identifizieren und sie dann hoffentlich mit Updates abstellen.“

Besonders zufrieden zeigte sich Sainz mit seinem alten Arbeitgeber Renault: „Wir haben endlich einen Motor, mit dem wir fighten können. Ich meinen ersten vier Jahren in der Formel 1 war ich auf den Geraden immer 10 km/h langsamer als die anderen. Jetzt sind es nur noch zwei oder drei Stundenkilometer. Der Renault-Plan für die weiteren Schritte passt auch. Das stimmt mich optimistisch.“

Melbourne-Qualifying 2019: Die Mercedes-Gala in Bildern

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