Charles Leclerc - Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Bahrain - 30. März 2019 Motorsport Images

Ferrari in der ersten Startreihe

Vettel fehlt Vertrauen ins Heck

Ferrari hat sich für die Niederlage von Melbourne revanchiert. Beim GP Bahrain startet man aus der ersten Startreihe. Doch nicht Sebastian Vettel, sondern Charles Leclerc hatte die Nase vorn. Vettel fehlte das Vertrauen in sein Auto.

So schnell können sich die Dinge ändern. In Melbourne standen zwei Mercedes in der ersten Startreihe. Zwei Wochen später in Bahrain strahlt die erste Startreihe in Rot. Ferrari revanchierte sich für die Niederlage von Melbourne. Doch die Pole Position ging nicht an Sebastian Vettel, sondern den Neuzugang Charles Leclerc. Der Monegasse nahm seinem Teamkollegen 0,294 Sekunden ab und Lewis Hamilton 0,324 Sekunden. Zwischen Vettel und Hamilton lagen nur vier Hundertstelsekunden. „Die Zeit von Sebastian hätte ich fahren können, aber die Pole von Charles lag für mich außer Reichweite“, gab Hamilton zu.

Leclerc gab sich alle Mühe ruhig zu bleiben. Die erste Pole Position ist wie ein Ritterschlag. Vettel bestätigte: „Es ist bei mir zwar schon eine Weile her, aber es ist ein besonderer Moment, den man genießen sollte.“ Ferraris Supertalent gab zu: „Innerlich erlebe ich gerade viele Emotionen. Aber ich muss versuchen cool zu bleiben. Für die Pole Position gibt es keine Punkte.“ Der neue Mann im Ferrari freute sich besonders, aus seinem Fehler von Melbourne gelernt zu haben: „Da war ich mit meiner Q3-Runde nicht zufrieden. Diesmal habe ich mir vorgenommen, alle Sektorbestzeiten in eine Runde zu packen, und es ist mir auch gelungen.“

Erste Q2-Runde hätte Vettel gereicht

Sebastian Vettel suchte keine Ausreden. „Es war der Tag von Charles. Ich hatte einfach keine gute Qualifikation.“ Vettel fühlte sich in seinem Ferrari immer noch nicht wohl. „Das Heck ist zu unruhig. Das hat mich im zweiten Sektor und in der letzten Kurve zu viel Zeit gekostet. Charles hatte mehr Vertrauen als ich in mein Auto.“ Schon im Q1 leistete sich Vettel bei einem Versuch mit gebrauchten Reifen einen massiven Verbremser in Kurve 1. Im Q2 dasselbe in der Kurve vor der Gegengeraden. „Das Timing war nicht ideal. Ich war in der Runde hinter Ricciardo eingeklemmt.“

Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Bahrain - 30. März 2019
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Charles Leclerc ist zweitjüngster Pole-Setter der Geschichte.

Vettel hatte eine Runde von 1.29,233 Minuten vorgelegt. Es erschien ihm angesichts der engen Zeitabstände zu riskant, darauf zu setzen, mit dieser Zeit durch das Q2 zu kommen. Obwohl es am Ende gereicht hätte. Vettel wäre mit der Zeit als Siebter in das Top Ten-Finale vorgestoßen. Die Strafe folgte auf dem Fuß: Vettel hatte für das Q3 nur noch einen frischen Satz Soft-Reifen übrig. Er konnte sich nicht einmal auf gebrauchten Gummis einschießen, weil beide Reifensätze Bremsplatten aufwiesen. Mit nur einem Versuch stand er gegen einen Leclerc in Folge auf verlorenem Posten. „Ich habe schon im Q2 den Rhythmus verloren“, winkte Vettel ab.

Wer lacht am Sonntag?

Der Ferrari SF90 erinnerte in Bahrain wieder an das Auto, das sich bei den Wintertestfahrten zum Favoriten aufgeschwungen hat. „Die Pole Position ist der Beweis und der Lohn dafür, dass wir unsere Lektionen gelernt haben. Das Team hat unheimlich viel Arbeit reingesteckt, die Probleme von Melbourne zu verstehen“, lobte Vettel seine Truppe.

Trotzdem war der vierfache Weltmeister nach der Datenanalyse ziemlich ratlos. Ferrrari gewinnt seine Zeit auf die Konkurrenz auf den Geraden. „Ich kann mir das nicht erklären. In der Qualifikation in Melbourne sind wir mit voller Power gefahren und waren auf dem Niveau von Mercedes. Und jetzt dieser Sprung. Wir haben sicher in der Zwischenzeit nicht so viel Leistung gewonnen.“ Darauf fuhr auch Teamchef Mattia Binotto ab. „Es kann gut sein, dass Mercedes mehr Abtrieb gewählt hat und sich das im Rennen auszahlt. Wenn es so wäre, dann lachen wir heute und Mercedes morgen.“ Leclerc beruhigt: „Wir waren in unseren Longruns am Freitag nah an Mercedes dran.“

GP Bahrain 2019: Die Highlights vom Qualifying

Antonio Giovinazzi - Sauber - Formel 1 - GP Bahrain - 30. März 2019
Antonio Giovinazzi - Sauber - Formel 1 - GP Bahrain - 30. März 2019 Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Bahrain - 30. März 2019 Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Bahrain - 30. März 2019 Charles Leclerc - Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Bahrain - 30. März 2019 73 Bilder
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