Leise Kritik an Ralf

Foto: Daniel Reinhard

Frank Williams war nach dem Großen Preis von China nur mäßig erbost über Ralf Schumachers vorzeitigen Ausstieg. Das Team war am Wirrwarr um den Deutschen nicht unschuldig.

"Ich hätte es schon lieber gesehen, wenn Ralf das Rennen beendet hätte", ließ sich der Teamchef nach dem Rennen in Shanghai zitieren. Daraus mochte mancher den Eindruck gewinnen, Williams sei ernsthaft erbost gewesen. Tatsächlich fiel die Kritik am freiwilligen Rennabbruch seines Angestellten eher moderat aus.

Williams gehört zu Schumachers schärfsten Kritikern. Doch zum einen war er beeindruckt, wie schnell und gut sich der drei Monate verletzte Schumacher wieder eingewöhnte, zum anderen war das Team teilweise selbst schuld am chaotischen Rennende des Deutschen.

Sam Michael: "Unfall nicht gesehen"

"Wir haben nur gesehen, wie sich Ralf gedreht hat. Wir haben erst von dem Unfall mit Coulthard erfahren, als die Bilder in der Zeitlupe liefen. Da war Ralf schon in der Box. Wir wussten nichts von eventuellen Schäden am Auto", gesteht Technik-Chef Sam Michael.

Schumacher wurde von Coulhtards McLaren herumgedreht, als er sich in der Zieleingangskurve erneut drehte, vermutete er einen Aufhängungsdefekt, und steuerte die Box an. Dort wartete man auf Teamkollege Montoya und bedeutete Schumacher, er solle an der Boxenmauer parken. Dieser wusste zunächst nicht genau wohin, und stoppte seinen Williams anschließend zwischen Williams- und McLaren-Box. Dort wurde die Boxencrew ebenfalls nervös, weil auch Kimi Räikkönen in der Box erwartet wurde.

Ralf Schumacher: "Kein Sinn"

Erst als Montoya abgefertigt war, erkannten die Mechaniker einen defekten Hinterreifen und eine zerstörte Felge an Schumachers Auto. Inklusive Anschnallen nach dem Radwechsel wäre Schumacher zwei Runden im Rückstand gewesen. Er weigerte sich, das Rennen noch einmal aufzunehemn: "Es hätte keinen Sinn mehr gehabt."

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