Hamilton trotz Platz 3 zufrieden

"Bottas muss sich nicht entschuldigen"

Lewis Hamilton - GP Bahrain 2016 Foto: xpb 63 Bilder

Lewis Hamilton kassierte die zweite Saisonniederlage gegen Nico Rosberg. Wieder ging der Start schief. Trotzdem war der Weltmeister zufrieden. Er gab nicht einmal seinem Unfallgegner Valtteri Bottas die Schuld. Hamilton sprach von Schadensbegrenzung.

Auch ein zerfledderter Mercedes ist ein schnelles Rennauto. Am Silberpfeil mit der Startnummer 44 fehlte nach dem Rammstoß von Valtteri Bottas in der ersten Kurve rechts die Frontflügelendplatte und der Bügelflügel vor dem Seitenkasten. Außerdem war der Unterboden unterhalb des Kühleinlasses abgebrochen. Das Opfer Lewis Hamilton wollte Bottas keine Schuld geben: "Valtteri muss sich nicht bei mir entschuldigen. Es war ein normaler Rennunfall."

Nach Rücksprache mit den Ingenieuren verriet Hamilton: "Das hat mich pro Runde 0,8 bis 1,5 Sekunden gekostet." Im Heck fehlte massiv Abtrieb. Chefdesigner Aldo Costa erklärte warum: "Der Schaden am Unterboden hat verhindert, dass wir den Diffusor seitlich abdichten konnten. Das Auto hat hinten Anpressdruck eingebüßt."

Den Beweis lieferte die Top-Speed-Messung. Mit 340,5 km/h war Hamilton auf der Geraden der König. Insgesamt fast 14 km/h schneller als Teamkollege Nico Rosberg. Das Schwesterauto war an der Spitze allerdings auch im Schongang unterwegs.

Mercedes um 0,8 bis 1,5 Sekunden langsamer

Unter den widrigen Umständen fuhr Hamilton ein grandioses Rennen. Der Titelverteidiger war im Schnitt nicht viel langsamer unterwegs als Kimi Räikkönen in einem intakten Ferrari. In seiner schnellsten Rennrunde war er sogar eine halbe Sekunde schneller als der Finne.

Die Strategen knobelten herum, wie sie Hamilton noch an dem roten Auto vorbeibringen können. "Die einzige Chance war, mit der Taktik etwas anderes zu machen als Kimi. Deshalb haben wir im zweiten Stint einen Medium-Reifen gewählt. Der hat aber stärker abgebaut als erwartet." Teamchef Toto Wolff ergänzte: "Lewis hätte schon ein Safety-Car gebraucht, um an Kimi noch heranzukommen."

Hamiltons Niederlage begann schon beim Start. Der Spurt in die erste Kurve war wieder nicht optimal. Diesmal war es nicht allein ein technisches Problem wie in Melbourne, als die Kupplung zu heiß gelaufen war. "Ein bisschen Technik, ein bisschen Mensch. Da hat ein Domino-Effekt eingesetzt."

Hamilton wirkte trotz der Niederlage fast befreit. Bei ihm war es wie in Melbourne wieder Schadensbegrenzung. Es hätte auch schlimmer ausgehen können. Der Weltmeister macht sich deshalb auch keine Sorgen, dass Rosberg mit der WM auf und davon fährt. Und auch nicht, dass der Teamkollege jetzt schon 5 Rennen hintereinander gewonnen hat. "Es sind nur zwei Rennen", korrigiert Hamilton. "Jede Saison beginnt alles neu. Man kann Siege nicht saisonübergreifend zusammenzählen."

Hamilton geht entspannter mit Niederlagen um

Hamilton lobte die beste Zusammenarbeit im Team, seit er bei Mercedes fährt. Und er lässt sich auch nicht durch 17 Punkte Rückstand nervös machen. "Ich habe meinen Ingenieuren gesagt, dass die Saison erst anfängt. Wir haben erst 2 von 21 Rennen. Ich weiß, was ich kann. Es wird bestimmt keine Pannensaison. Mit diesem Auto haben wir wieder ein exzellentes Fundament. Zwei Mal bin ich auf der Pole Position gestartet."

Hamilton ist im Frieden mit sich selbst. Er hat jetzt die Erfahrung und die Ruhe mit Niederlagen umzugehen. "Ich habe gelernt, mit Tagen wie diesen umzugehen. An so einem Tag sage ich mir, dass ich mit einem blauen Auge davon gekommen bin."

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