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Lewis Hamilton - Mercedes - GP Türkei 2020 - Istanbul - Rennen
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Hamilton gegen Gehaltsobergrenze in Formel 1

Hamilton gegen Gehaltsobergrenze „Wer ist Franz Tost?“

Die Formel 1 denkt über eine Gehaltsobergrenze für die Fahrer nach. Topverdiener Lewis Hamilton spricht sich dagegen aus. Weil die Fahrer die Stars des Sports seien und es aus seiner Sicht unfair gegenüber dem Nachwuchs wäre, nicht so sehr wie die heutige Fahrer-Generation vom Milliardengeschäft zu profitieren.

Es ist ein schwieriges Thema mit vielen Facetten. Die Formel 1 diskutiert im Zuge weiterer Sparpakete über eine Gehaltsobergrenze für die Fahrer. Im Raum steht eine Einführung in drei Jahren. Doch einem Deckel für die Gehälter ab 2023 stehen rechtliche Bedenken und bestehende Verträge gegenüber. Zwei Beispiele: Max Verstappen ist noch bis 2023 bei Red Bull gebunden. Charles Leclerc sogar bis 2024 bei Ferrari. Lewis Hamilton wird bald zu dieser Gruppe dazustoßen. Vorausgesetzt, er verlängert seinen Vertrag bei Mercedes.

Eine elegante Lösung wäre es, das Fahrergehalt in den Budgetdeckel für die Teams zu integrieren, der ab 2021 bei 145 Millionen liegt und in den Jahren darauf weiter fällt. Damit könnten die kleinen Teams leben, doch die Großen hätten ein Problem. Weil ihre teuersten Angestellten dann dafür sorgen, dass weniger Geld für die Fahrzeugentwicklung übrig bleibt. Andere werden dagegenhalten: Das macht ja gerade den Reiz aus. Entweder ein Superstar im Auto oder mehr Geld für die Entwicklung. Jeder kann selbst entscheiden. Und die besten Fahrer werden auf kurz oder lang sowieso immer die besten Autos fahren wollen – egal, wie hoch das Gehalt ist.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Türkei 2020 - Istanbul - Rennen
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Der Beste verdient am meisten: Lewis Hamilton ist der Topverdiener unter den Fahrern in der Formel 1.

Fahrer bringen Aufmerksamkeit

Alpha Tauris Teamchef Franz Tost schaltete sich vor dem GP der Emilia-Romagna in die Debatte ein. Der Österreicher sagte etwas flapsig, die Fahrer sollten nicht mehr als zehn Millionen Dollar verdienen und froh sein, die schnellsten Autos des Planeten überhaupt fahren zu dürfen. Als Hamilton auf diese Aussage vor dem GP Bahrain angesprochen wird, fragt der Weltmeister erst einmal: "Wer ist Franz Tost?" Das sollte er eigentlich wissen.

Der Topverdiener der Formel 1 spricht sich gegen eine Budgetobergrenze aus. "Die Fahrer sind die Stars und Helden dieses Sports. Sie sorgen für die meiste Aufmerksamkeit, stärken die Marken, deren Image und das Ansehen der ganzen Formel 1", meint Hamilton, der gerade mit Mercedes und Teamchef Toto Wolff einen neuen Vertrag aushandelt.

Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn der 35-jährige Engländer nicht auch 2021 in einem Mercedes in der Startaufstellung sitzt. Die Störfeuer, die der Weltmeister von Zeit zu Zeit selbst entfacht, sollen ihn nur in eine bessere Verhandlungsposition bringen, in einer Zeit, in der astronomische Summen in einem Konzern kaum vermittelbar sind. Stichwort Corona-Krise und Job-Abbau. Egal, wie gut der Fahrer auch ist. Man hört, dass Hamilton sich eine Vertragslaufzeit von drei Jahren vorstellt bei einem Jahresgehalt zwischen 40 und 50 Millionen Dollar. Und er hätte gerne ein Mitspracherecht bei Zukunftsthemen wie der Nachhaltigkeit im Konzern.

Kein Vergleich zu US-Sport

Vergleiche mit anderen Sportarten wie zum Beispiel in den USA in der Football- oder Basketball-Liga, wo die Spieler-Gehälter eines Teams eine gewisse Obergrenze nicht übersteigen dürfen, will Hamilton für die Königsklasse des Motorsports nicht gelten lassen. "Da gibt es einen großen Unterschied. Bei Sportarten mit einem Salary Cap haben die einzelnen Sportler ganz andere Möglichkeiten als wir. Sie können sich persönlich viel besser vermarkten und über diese Schiene mehr beziehen. In der Formel 1 liegen die Rechte hauptsächlich bei den Teams."

Und es sei noch aus einem weiteren Grund nicht richtig, das Einkommen der Fahrer zu deckeln. "Ich will mich nicht grundsätzlich dagegen aussprechen. Aber ich denke auch an die jüngere Generation. Der Nachwuchs, die kommenden Stars dieses Sports, sollte genauso entlohnt werden wie wir heute. Es ist ein Geschäft, das Milliarden umsetzt. Davon sollten auch die Fahrer profitieren."

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