Lewis Hamilton - Mercedes - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 29. August 2020 xpb
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 29. August 2020
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 29. August 2020
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 29. August 2020
Max Verstappen - Red Bull - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 29. August 2020 36 Bilder

Hamiltons Einmann-Show in Spa: Wer stoppt den Weltmeister?

Hamiltons Einmann-Show in Spa Wer stoppt den Weltmeister?

Lewis Hamilton ist nicht zu stoppen. Der Weltmeister feierte seine 93. Pole Position mit Rekordrunden am Fließband. Die Hoffnungen von Valtteri Bottas schwinden mit jeder Niederlage gegen den Außerirdischen.

Wer das Auto mit dem meisten Abtrieb und den Motor mit der höchsten Leistung hat, genießt viele Privilegien. Bei dem wird das Abtriebsniveau nicht aus einer Not heraus geboren, sondern aus taktischen Gründen. Und der kann am Freitag mit gebremster Motor-Power herumrollen, weil er weiß, dass er am Samstag den Hammer fallen lassen kann. Der qualifiziert sich auch im Q2 mit Medium-Reifen, ohne dass er zittern muss.

Lewis Hamilton und Valtteri Bottas suchten vor ihren Qualifikationsversuchen nicht einmal Windschatten. Beide eröffneten jeweils die Zeitenjagd an der Spitze des Feldes. "Mir war eine freie Strecke lieber. Ich wollte nicht in meiner Aufwärmrunde irgendwo im Feld steckenbleiben und dann Zeit verlieren, weil ich in Turbulenzen fahren muss", erzählte Hamilton.

Mercedes wählte viel Anpressdruck. Mehr als die Konkurrenz. Das zeigen die Top-Speeds und die Zwischenzeiten in den Sektoren 1 und 3. Auf dem Papier müssten die Silberpfeile in diesen Passagen klar vorne liegen. Man begnügt sich dort aber mit Mittelfeldplätzen und fährt dafür in Sektor 2 Kreise um die Konkurrenz.

Lewis Hamilton nahm Max Verstappen allein in diesem Abschnitt sechs Zehntel ab. Mercedes hatte mit seiner Fahrzeugabstimmung auch den drohenden Regen am Sonntag im Auge. Und natürlich die Reifen. Seit Silverstone ist das immer ein Thema.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 29. August 2020
xpb
Lewis Hamilton fuhr im Belgien-Qualifying in einer Liga für sich.

Bottas sucht den Zeitverlust

Lewis Hamilton fuhr in Spa in seiner eigenen Welt. Teamchef Toto Wolff nannte ihn einen "Außerirdischen". Hamiltons 93. Pole Position war gleichzeitig die sechste auf der längsten Strecke im GP-Kalender. Und der Vorsprung von 0,511 Sekunden auf Bottas der größte in dieser Saison.

"Es war eines der saubersten Wochenenden, die ich je hatte", schwärmte der Weltmeister. "Ich wurde mit jeder Runde schneller. Der erste Versuch im Q3 war schon ein Ass. Mit sechs Zehntel Vorsprung auf die anderen konnte ich im zweiten Versuch etwas mehr riskieren und einige Dinge in den Kurven probieren, in denen ich noch Raum für Verbesserung gesehen habe. Besonders in Kurve 1 habe ich noch Zeit gefunden. Und ich habe mich speziell auf die Kurvenausgänge konzentriert."

Mit der La Source Haarnadel stand auch Bottas lange auf Kriegsfuß. Im ersten Q3-Versuch blockierten beim Anbremsen die Vorderräder. "Sie waren noch nicht warm genug." Im zweiten Anlauf lief es aus Sicht des Finnen dagegen fast optimal. "Es war eine wirklich saubere Runde nah am Limit. Ich war selbst überrascht über den großen Abstand zu Lewis und muss mir erst einmal anschauen, wo ich die Zeit verloren habe."

Das klang wie eine Bankrotterklärung. Bottas hatte noch Glück, dass ihn Max Verstappen nicht aus der ersten Reihe stieß. Am Ende fehlten dem Holländer nur 0,015 Sekunden auf den zweiten Mercedes.

Valtteri Bottas - Mercedes - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 29. August 2020
Wilhelm
Bottas konnte sich den Rückstand im Q3 nicht erklären.

Spuckt Ricciardo Mercedes in die Suppe?

Was sich Bottas gleich nach dem Training noch nicht genau erklären konnte, hängt möglicherweise mit dem Feintuning des Setups zusammen. In den Daten fand man, dass Bottas am Kurvenausgang etwas mehr rutschte, speziell in den langsamen Ecken La Source und Busstop. "Wir sind dort generell nicht großartig, aber Lewis hat diese Passagen mit seiner Abstimmung etwas besser erwischt", erklärte Wolff.

Das spricht dafür, dass Hamiltons W11 im Heck möglicherweise eine Spur weicher fährt. Bottas redete sich trotz der Niederlage stark: "Der Rückstand stört mich nicht groß. Ich kann morgen in der ersten Runde wieder alles korrigieren. Der zweite Platz ist den langen Weg zur Kurve 5 hinauf nicht die schlechteste Position."

Die Mercedes sind am Sonntag höchstens in einem Punkt verwundbar. In der ersten Runde droht Gefahr von den Autos mit hohem Top-Speed. Das ist aber nicht Max Verstappen. Red Bull setzt wie Mercedes auf mehr Anpressdruck. Verstappen war auf der Kemmel-Geraden sogar noch um 3,4 km/h langsamer als Hamilton. Auch den Sektorvergleich verlor der einzige Herausforderer der Silberpfeile um 82 Tausendstel.

Wolff hat mehr Angst vor dem Renault von Daniel Ricciardo. "Der ist auf den Geraden richtig schnell. Da könnte etwas Ähnliches passieren wie vor ein paar Jahren, als Force India mit hohem Top-Speed in der ersten Runde an allen vorbeigeblasen ist." Die Sorge ist nicht unbegründet. Ricciardo ist mit seinen Soft-Reifen auch beim Start im Vorteil. Die drei Männer vor ihm starten alle auf Medium-Gummis.

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