Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - Test - Barcelona - 28. Februar 2017 Stefan Baldauf
Jolyon Palmer - Renault  - Formel 1 - Test - Barcelona - 1. März 2017
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Lewis Hamilton lobt neue Autos

„Wie ein Kind in der Achterbahn“

Lewis Hamilton ist begeistert. Endlich sitzt er in einem Auto, das die Jungs von den Männern trennt. Der dreifache Weltmeister findet aber auch kritische Töne. Das Überholen wird doppelt so schwierig.

Lewis Hamilton hat 2 problemfreie Testtage im Mercedes W08 hinter sich. 95 Runden in einem halben Tag, inklusive Renndistanz. „Auto und Fahrer haben planmäßig funktioniert.“ Dann machte er den neuen, breiten Autos eine Liebeserklärung: „Der Speed ist unglaublich. Es ist das schnellste Auto, das ich je gefahren bin, und es ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Ich fahre schneller durch die Kurven, als ich es mir ausgemalt hatte. Diese Autos sollten die Buben von den Männern trennen.“

Schon das erste Gefühl sei überwältigend gewesen, erzählte der Engländer: „Du bremst viel später und tiefer in die Kurven rein, stehst früher auf dem Gas und nimmst viel mehr Speed durch die Kurve mit. Die Kurven 3 und 9 gehen voll. Du bist dort so schnell, dass es schon surreal ist. Ich fühle mich wie ein Kind in der Achterbahn.“ Die Mercedes-Ingenieure erzählen, dass sie in bestimmten Kurven Querbeschleunigungen messen, die um 2g höher sind als im Vorjahr.

Hamilton im Geschwindigkeitsrausch

Hamilton fühlt sich in einer neuen Welt. „Im Vergleich zu den neuen Autos waren die alten einfach zu fahren. Alles passiert so viel schnell. Es ist viel mehr Präzision beim Fahren gefragt.“ Wenn das Limit einmal überschritten ist, lassen sich die Autos deutlich schwerer wieder einfangen als früher. „Das Übersteuern kommt plötzlicher, du musst schneller reagieren. Es ist leichter, das Auto zu verlieren. Aber ich mag das.“ Das bestätigt auch Felipe Massa. „Die Autos rutschen weniger, aber wenn du mal die Haftung verlierst, geht die Post ab.“

Der Ex-Champion hatte am ersten Testtag selbst einen Ausflug neben die Strecke. Neuling Lance Stroll ist schon 3 Mal an 2 Tagen abgeflogen. „Das ist der schlechteste Moment in die Formel 1 einzusteigen“, fühlt Hamilton mit dem 18-jährigen Williams-Piloten. „Es sind die schnellsten, physisch anstrengendsten Autos, die es jemals gab, und einem jungen Fahrer bleibt nur ganz wenig Zeit, sich einzugewöhnen. Man kann nicht verlangen, dass ein Neuling am ersten Tag ohne Fehler fährt.“

Turbulenzen doppelt so schlimm

Hamilton schiebt den Großteil des Speedgewinns auf den höheren Abtrieb. „Aus dem Cockpit ist es schwer zu sagen, wie sich der Speed-Gewinn verteilt. Ich habe gehört, dass die Reifen nur eine halbe Sekunde dazu beitragen. Eigentlich bräuchten wir mehr mechanischen Grip und weniger Abtrieb.“

Damit schwenkt Hamilton den Blick auf die Nachteile der neuen Autos. Die Mercedes-Ingenieure hätten davor gewarnt, und es scheint so, als würden sie Recht behalten. Die 2017er Autos sind nur ein Genuss, solange man allein auf der Strecke ist.

Beim Hinterherfahren bewahrheiten sich die schlimmsten Befürchtungen. „Die Turbulenzen sind doppelt so stark wie im letzten Jahr. Du kannst dich durch die Kurven praktisch nicht im Windschatten halten. Das Problem mit dem Überholen wird noch größer werden.“ Das beste Rezept aus Sicht von Hamilton: „Ich fahre einfach vorneweg. Das ist der Plan.“

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