Lewis vs. Heikki

Wer ist schneller?

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Die Punktebilanz sieht eindeutig aus: Lewis Hamilton besitzt mit 28 Zählern nach fünf Rennen genau doppelt so viele wie sein finnischer Teamkollege. Doch so klar wie es auf den ersten Blick scheint, ist das Verhältnis nicht.

Heikki Kovalainen wurde in seinen ersten fünf Grands Prix für McLaren nicht gerade vom Glück überschüttet. Gleich bei der Premiere kostete ihn eine Safety-Car-Phase den zweiten Platz in Melbourne, in Spanien krachte er nach einem Felgenbruch frontal in einen Reifenstapel. Auch zuletzt in der Türkei fuhr das Pech wieder mit. Nach einem Reifenschaden in der ersten Runde blieb dem Finnen nichts anderes übrig als chancenlos hinterherzufahren.

Erster Sieg nur eine Frage der Zeit

So konnte Kovalainen seinen hervorragenden Trainingsspeed nie in entsprechende Resultate umsetzen. Wären nicht die erwähnten Zwischenfälle passiert, hätte der blonde Youngster sogar den ganz großen Coup schaffen können: "Heikki hätte in der Türkei siegen können", trauerte McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh nach dem Rennen. Rechnet man die Benzinmenge raus, wäre Kovalainen von der Pole Position gestartet. Dass die Silberpfeile auch im Rennen mit Ferrari mithalten konnten, zeigte Teamkollege Hamilton eindrucksvoll.

Schon in Barcelona überdeckte der schwere Unfall die wahre Stärke von Kovalainen. Auch hier hätte der Finne erst als Letzter aus der Spitzengruppe zum Tanken gemusst und lag benzinbereinigt auf einem Niveau mit Sieger Kimi Räikkönen. Doch "wäre" und "wenn" zählen nicht. Am Ende standen zwei Nuller und Teamkollege Hamilton holte genau die 14 Punkte, die er nun Vorsprung vor seinem Teamkollegen hat.

Dank Kovalainens Pech hält sich der interne Druck auf den McLaren-Star bisher in Grenzen. Das könnte sich aber schnell ändern, wenn der Finne sein Tempo aufrecht halten kann und die Pechsträhne irgendwann ein Ende findet. Der Türkei GP hat zumindest schon gezeigt, dass der schwere Unfall keine bleibenden Schäden hinterlassen hat.

Runder Fahrstil bringt Vorteile

Aber auch aus einem anderen Grund könnte Kovalainen auf lange Sicht die besseren Karten haben. Wie in Istanbul deutlich wurde, beansprucht Hamilton mit seinem aggressiven Fahrstil die Reifen übermäßig. Kovalainen fährt einen runderen Stil und kann besser mit den Bridgestone-Gummis haushalten. Vor allem auf Kursen mit langgezogenen Kurven kann sich Kovalainen dadurch einen Vorsprung erarbeiten.

Nur auf eckigen Strecken wie in Melbourne bringt der Hamilton-Fahrstil Vorteile. Auch in Monaco sollte der Vize-Weltmeister noch leicht die Nase vorne haben, was neben der Streckencharakteristik auch daran liegt, dass der Stadtkurs im Fürstentum zu den Lieblingsrennen des Briten zählt. Spätestens in der zweiten Saisonhälfte sollte Hamilton allerdings mit deutlich mehr Gegenwehr rechnen.

Schon der erfahrene Giancarlo Fisichella musste vergangene Saison feststellen, dass der junge Finne ein harter Brocken ist. Nach leichten Anlaufschwierigkeiten von Heikki musste sich Fisichella am Ende doch klar geschlagen geben - sowohl nach Punkten als auch nach Quali-Ergebnissen.

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