Verkauft die Formel 1 eine Mogelpackung?

Teams dürfen 20 Prozent kaufen

Chase Carey - Bernie Ecclestone - F1 - GP USA 2016 Foto: sutton-images.com

Das Angebot liegt auf dem Tisch. Die Teams dürfen bis Ende Januar Anteile an der neuen Formel 1-Gesellschaft kaufen. Sie partizipieren am Gewinn, bekommen einen Sitz im Vorstand, dürfen aber nicht mitbestimmen.

Liberty Media bastelt gerade an der Übernahme der Formel 1. Das Gerüst der neuen Formel 1-Gesellschaft steht. Es wird einer neuen Firma unterstellt, die dann nur noch Liberty heißt. Bis spätestens Ende März soll die EU-Kommission der Übernahme vom bisherigen Mehrheitsaktionär CVC Capital Partners und den Plänen des US-Medienkonzerns zustimmen.

Teil der Übernahme ist wie von Liberty versprochen eine Beteiligung der Formel 1-Teams. CVC wirft insgesamt 20 Prozent aller Aktien zu einem Vorzugpreis von 22 Dollar pro Aktie auf den Markt. Die Rennställe dürfen in Gesamtheit 20 Prozent erwerben, keiner jedoch mehr als 5 Prozent. Zur besseren Einschätzung: Ein Prozent entspricht derzeit etwa 40 Millionen Dollar. Das hat nicht jeder so auf der hohen Kante. Die kleinen Teams schon gar nicht.

Vorstands-Sitz, aber kein Stimmrecht

Liberty hat gute Gründe, die Teams in das Geschäft mit einzubinden. Das garantiert dem US-Medienkonzern Kontinuität. Wer selbst Teilhaber ist, steigt nicht über Nacht aus. CVC hat den Teams eine Frist bis Ende Januar gesetzt. Danach werden die Anteile an andere Interessenten verkauft. Die angeblich schon Schlange stehen. Die Sache hat allerdings einen Haken. Das Angebot ist nur halb so schön wie es klingt.

Die Teams können zwar an späteren Gewinnen partizipieren, sie bekommen insgesamt auch einen Sitz im Vorstand zugesprochen, dürfen aber nicht mitbestimmen. Wenn es um neue Strategien, Reglements, Vermarktungskampagnen, die Geldverteilung oder die Bestellung des Geschäftsführers oder eines Technischen Direktors geht, dann will Liberty die Teams ausschließen. Und genau das macht das Angebot wenig attraktiv. Die Teams wollen die Zukunft mitgestalten und nicht nur als Passagier ohne Rechte an Bord sein.

Sollten die Teams und Hersteller dem Angebot eine Absage erteilen, steckt Liberty in einer pikanten Situation. Die großen Teams hätten dann bei den Verhandlungen des nächsten Concorde Abkommens wieder einen Hebel in der Hand, ihre Privilegien durchzusetzen. Gerade die Automobilhersteller könnten jederzeit mit Ausstieg drohen.

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