Chase Carey - Liberty Media - 2016 sutton-images.com

Liberty kauft die Formel 1

Teams wollen keine F1-Aktien

Liberty Media hat den Kauf der zweiten Tranche der Formel 1-Holding und damit die Übernahme der Stimmrechte bestätigt. Gleichzeitig wurde den Teams ein Angebot gemacht, Aktien zu kaufen. Die zeigen sich aber nicht besonders interessiert.

Der zweite Schritt ist getan. Liberty Media hat bei einer Vorstandssitzung in Colorado beschlossen auch die zweite Tranche des Kaufs der Formel 1-Holding abzuwickeln. Danach wird Liberty 35,3 Prozent der Aktien und alle Stimmrechte besitzen. Zur Refinanzierung des rund 4,1 Milliarden Geschäfts sollen Aktien ausgeschüttet werden.

Weil die Formel 1 noch mit 4 Milliarden Dollar belastet ist, wird der Gesamtwert auf rund 8 Milliarden taxiert. Die Billigung der Übernahme durch den Weltverband auf dem FIA Weltkongress am 18. Januar in Genf ist nur noch eine Formsache. Jetzt können nur noch die Wettbewerbshüter der EU der Verkauf der Königsklasse an den US-Medienkonzern stoppen.

Bis spätestens Ende März soll eine Entscheidung fallen. Bis dahin will Liberty auch über die Besetzung des Geschäftsführers und des weiteren Führungszirkels unter der Leitung von Chase Carey entscheiden. Experten glauben, dass Bernie Ecclestones Tage gezählt sein dürften.

Teams müssen F1-Aktien 10 Jahre halten

Liberty hat den Teams Aktien zu einem Vorzugspreis von knapp 22 Dollar pro Stück angeboten. Auf dem Markt wird die Aktie um rund 8 Dollar höher gehandelt. Die Teams dürfen in Summe maximal 20 Prozent der Aktien erwerben, kein Rennstall jedoch mehr als 5 Prozent. Die beiden größten Anteilseigner sollen je einen Sitz im Vorstand der neuen Formel 1-Holding bekommen. Alle anderen Teams zusammen erhalten einen weiteren Platz.

Liberty hat den Teams eine Frist bis Ende Januar gesetzt. Danach werden die Aktien auf dem freien Markt gestreut. Die Teams zeigten bei der Sitzung der Strategiegruppe und der Formel 1-Kommission am 17. Januar in Genf wenig Interesse. Denn mit dem Kauf sind auch zwei Fußangeln verbunden, die das Geschäft trüben.

Erstens: Die Teams müssen die Aktien mindestens 10 Jahre halten. Wer weiß schon wie viel die Top-Klasse des Motorsports dann noch wert ist? Und die Sitze im Vorstand gestatten den Teams nur einen Beobachterposten. Die Stimmrechte bleiben bei Liberty. „Ohne Einfluss auf die zukünftige Gestaltung und Vermarktung der Formel 1 nehmen zu können, ist für uns ein Kauf der Aktien wenig attraktiv“, ließ ein Vertreter eines Top-Teams durchblicken.

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