Licht und Schatten bei Ferrari

Idealzeit wäre Platz 3 gewesen

Fernando Alonso - Ferrari - GP Singapur 2014 Foto: Ferrari 72 Bilder

So gut war Ferrari in diesem Jahr noch nie. Die Startplätze 5 und 7 erzählen nur die halbe Wahrheit. Fernando Alonso und Kimi Räikkönen fuhren zum ersten Mal in dieser Saison auf Pole Position-Kurs. Alonso wäre mit seiner Idealzeit auf Platz 3 gelandet. Räikkönen fühlte sich endlich wohl im Auto, als ein Elektronikproblem zuschlug.

So eng ging es in diesem Jahr in der Qualifikation noch nie zu. Die ersten sechs Fahrer in der Startaufstellung zum GP Singapur sind nur durch 0.319 Sekunden getrennt. Und das auf einer der längsten Runden des Jahres. Die Top 6 sitzen in vier verschiedenen Autos. Darunter auch ein Ferrari. Hätte Kimi Räikkönen nicht wegen eines Elektronikproblems seinen Qualifikationsversuch abbrechen müssen. wäre auch er in dieser Gruppe gelandet.

Fernando Alonso zeigte sich überrascht. "Wir sind es gewohnt, dass wir am Freitag bei der Musik sind und dann am Samstag etwas verlieren. Diesmal konnten wir unsere Form halten. Und wir sind nur zwei Zehntel von den Mercedes weg. Das ist eine Überraschung. Die Gründe? Ich kann darüber nur Spekulieren. Der Power-Effekt ist in Singapur geringer. Vielleicht liegt es daran."

Einmal zu aggressiv, dann zu vorsichtig

Alonso gab schon mit seiner Bestzeit im dritten Training einen Warnschuss ab. Das setzte sich im Abschlusstraining fort. Im Q1 und Q2 landete der Spanier jeweils auf dem zweiten Platz. Erst im Q3 rutschte er auf Rang 5 ab. Addiert man alle Sektorbestzeiten zusammen, wäre Ferraris Chefpilot auf dem dritten Startplatz gestanden. Die Verantwortung für die Differenz von nur 53 Tausendstel nahm er auf seine eigene Kappe.

Alonso erzählte: "Ich bin ins Q3 mit zwei Ansätzen gegangen. Beim ersten Versuch habe ich im ersten Sektor volle Attacke gemacht und habe im dritten dafür bezahlt. Die Reifen waren schon zu heiß. Im zweiten Anlauf bin ich mit der umgekehrten Taktik in die Runde gegangen. Vielleicht war ich im ersten Sektor zu vorsichtig. Es dauerte im zweiten Abschnitt zu lange, bis die Reifen auf Temperatur kamen. Das konnte ich im letzten Sektor nicht mehr aufholen."

Trotz des fünften Startplatzes zog Alonso ein positives Fazit: "Ich habe mich hier von der ersten Runde an wohl gefühlt. Ein Podium ist ein realistisches Ziel, ein Sieg wäre sehr optimistisch." Der Schlüssel zum Erfolg? "Du musste die Reifen am Leben erhalten. Und du brauchst einen guten Start. Als Fünfter stehe ich schon einmal auf der sauberen Seite der Strecke."

Räikkönen zum ersten Mal happy mit dem Auto

Kimi Räikkönen sah zwei Qualifikations-Runden lang ebenfalls wie ein Kandidat für die erste Startreihe aus. Dann ließ ihn der Motor im Stich. Die Leistung schwankte so stark, dass ihn Ferrari an die Box holte, um nicht den Motor zu riskieren. "Irgendetwas Elektronisches", murmelte Kimi. Wo er gelandet wäre? "Es ist sinnlos darüber zu diskutieren, weil es mir nicht weiterhilft."

Trotz der Technikmisere machte Räikkönen ein zufriedenes Gesicht. Das Singapur-Wochenende begann mit den üblichen Problemen. "Die Bremspunkte waren mehr ein Ratespiel als von mir geplant. Und die Vorderachse wollte nicht in die Kurve. Wir haben dann das Setup umgebaut, und in der Qualifikation hat es plötzlich gepasst. Endlich hatte ich Vertrauen in den Bremszonen. Es war ein schönes Gefühl. Das hat uns eine Richtung vorgegeben, in die wir in Zukunft gehen müssen."

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