F1-Lizenzgebühren

Fahrer attackieren Mosley

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Die Grand Prix-Fahrergewerkschaft GPDA hat FIA-Präsident Max Mosley in einem öffentlichen Brief ungewöhnlich scharf attackiert. Es geht um die nach Ansicht der Piloten viel zu hohen Lizenzgebühren.

Die sind von 2007 auf 2008 um bis zum Fünffachen gestiegen. Die Basisgebühr erhöhte sich von 1.690 auf 10.000 Euro, der Punkteabschlag von 447 auf 2.000 Euro pro WM-Zähler. Damit zahlt Weltmeister Lewis Hamilton 206 000 Euro. Vor zwei Jahren hätte ihn die Superlizenz noch 45.496 Euro gekostet.

Gehälter sind vertraulich

Auch die Fahrer im Mittelfeld müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen. Sebastian Vettel muss 80.000 Euro an die FIA überweisen. 2007 wären es noch 17.335 Euro gewesen. Bei Timo Glock stieg die Gebühr von 12.865 auf 60.000 Euro, bei Nico Rosberg von 9.289 auf 44.000 Euro. Kostengünstig kommen nur Neulinge und Fahrer davon, die wie Giancarlo Fisichella oder Adrian Sutil 2009 punktlos blieben. Sie müssen 10.000 Euro auf das FIA-Konto überweisen.

Die Fahrer haben Max Mosley nun aufgefordert, den dramatischen Preisanstieg zu überdenken. "Wir wurden Anfang 2008 ohne eine Erklärung mit den neuen Summen konfrontiert", heißt es in dem Schreiben der GPDA. Bei einer Aussprache mit Mosley vergangenes Jahr in Monza, habe sie der Präsident aufgefordert, die Gehälter offenzulegen, um eventuelle Ungerechtigkeiten abschätzen zu können. Das lehnen die Fahrer ab. "Unsere Gehälter sind vertraulich."

Keine Finanzierung aus Lizenzgebühren

Weiter heißt es im Text: "Wir sehen nicht ein, warum wir mit unseren Gebühren das Finanzloch der FIA stopfen sollen. Nach Aussagen von Herrn Mosley musste 2008 eine Summe von 1,7 Millionen und 2009 ein Fehlbetrag von drei Millionen Euro ausgeglichen werden." Der Weltverband, so die Auffassung der Fahrer, solle sich aus den Vermarktungsrechten finanzieren und nicht aus den Gebühren für die Superlizenzen.

Der über die Jahre gesteigerte Sicherheitsstandard sei ebenfalls kein Argument für die Preissteigerung. "Es ist die Aufgabe der Teams, uns sichere Autos hinzustellen. Es ist die Sache der Veranstalter, sichere Rennstrecken bereitzustellen. Und es ist die Sache der Ausrüster, sichere Helme und Overalls zu fertigen."
 
Abschließend verweisen die Fahrer darauf, dass in keinem anderen Sport die Lizenzgebühren derart teuer sind. NASCAR-Fahrer beispielsweise bezahlten nur 4.000 Dollar (3.250 Euro) für ihre Lizenzen.

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