Sebastian Vettel - Red Bull - Formel 1 - GP Indien - 25. Oktober 2013 xpb
Renault V8 F1-Motor 2013
Renault V8 F1-Motor 2013
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Renault V8 F1-Motor 2013 23 Bilder

Lösung im Motor-Streit

Red Bull mit V8 und Handikap-Formel

Bernie Ecclestone ist sich sicher, dass im nächsten Jahr 22 Autos am Start stehen. Auch die beiden Red Bull-Teams. Weiß der Formel 1-Zampano mehr? Gut möglich, dass er zur Rettung von Red Bull ein altes Modell auspackt: Red Bull fährt 2016 mit einem V8 und weniger Gewicht oder mehr KERS.

Am Renntag des GP Russland gaben Red Bull-Teamchef Christian Horner und Teamberater Helmut Marko im Gleichklang zu: "Im Moment haben wir keinen Motor." Beide hoffen, dass sich noch eine Lösung findet. Die beste wäre, wenn Ferrari oder Mercedes einen zusätzlichen Kunden an Bord nehmen.

Red Bull wäre inzwischen wohl auch bereit, einen 2015er Ferrari-Motor zu fahren. Wenn es der letzte Stand der Saison 2015 ist. Also das Modell, das vielleicht noch in den letzten 4 Rennen eingesetzt wird. Es soll einen schmaleren Block aufweisen, um im Heck mehr Platz zu schaffen.

Ferrari hatte nach einer Bestandsaufnahme vor dem GP Russland beschlossen, dass neben seinen Stammkunden Sauber und Haas F1 maximal ein weiteres Team Motoren bekommen könnte. Allerdings nur die 2015er Spezifikation. Toro Rosso signalisierte sofort, dass man damit leben könnte. Red Bull lehnte dies zunächst ab.

Doch in der Not frisst der Teufel Fliegen. Ferrari stünde vor einem Problem, wenn sich Red Bull plötzlich vor Toro Rosso drängeln würde. Es ist nicht im Sinne des Erfinders, das potenziell stärkere Team zu beliefern. Aber das kann man in Maranello natürlich so nicht kommunizieren.

Scheidung mit Renault zu weit fortgeschritten

Red Bull-Berater Marko meinte in Sochi gegenüber auto motor und sport, dass Alleingänge innerhalb der Red Bull-Familie nicht in Frage kommen. "Es gibt nur eine gesamtheitliche Lösung."

Das aber wiederum würde die Kapazitätsgrenzen von Mercedes und Ferrari sprengen. Die Chancen, dass Red Bull zu Renault zurückkehren könnte, werden selbst im Team kleingeredet. "Es gab ja gute Gründe, warum wir uns trennen wollten", meinte Horner. Und sein Technikchef Adrian Newey befürchtet: "Ich glaube, die Scheidung ist schon zu weit fortgeschritten."

Eigentlich eine aussichtslose Situation. Und doch beharrt Bernie Ecclestone darauf, dass Red Bull und Toro Rosso 2016 mit von der Partie sind. "Wir werden 22 Autos im Feld haben." Wie er das bewerkstelligen will, wollte der Strippenzieher aus London nicht preisgeben. Er wollte den Autokonzernen noch einmal ins Gewissen reden. Doch es ist kaum anzunehmen, dass sich Sergio Marchionne und Dieter Zetsche noch einmal umstimmen lassen.

Kommt der V8-Motor als Red Bull-Notlösung zurück?

Hinter den Kulissen wird jedoch an einer Notlösung gebastelt. Und die sieht so aus: Red Bull darf 2016 mit einem der V8-Motoren fahren, die bis 2013 im Umlauf waren. Dazu gibt es eine Handikap-Formel. Zum Beispiel weniger Gewicht oder ein größeres KERS mit 120 Kilowatt wie bei den aktuellen Hybrid-Antrieben. Oder eine Kombination aus beidem. Man hört, dass FIA-Präsident Jean Todt sich diesem Kompromiss anschließen könnte, wenn er dem Sport das Gesicht rettet.

Diese Idee ist übrigens nicht neu. Bernie Ecclestone brachte sie bereits am Rande des GP Kanada ins Gespräch, um die kleinen Teams zu retten. Der Formel 1-Chef verriet auto motor und sport damals sein Modell: "Sagen wir, so ein Billigmotor hat 100 PS weniger. Dann müssen wir nur noch ausrechnen, was das an Rundenzeit kostet. Und diese Differenz gleichen wir durch einen Gewichtsvorteil aus." Möglicherweise kommt diese Idee am Donnerstag (15.10.2015) beim Motorengipfel in Genf auf den Tisch.

Für Red Bull hätte diese Notlösung vielleicht einen sportlichen Nachteil, doch die Limonade-Hersteller aus Österreicher könnte so bei den Fans wieder Sympathie-Punkte sammeln. Die Zuschauer würden es lieben, zwischen all den Flüster-Turbos wieder das V8-Gekreische zu hören.

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die "alte" Motorengeneration im Detail.

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Red Bull und Toro Rosso gerettet, dazu der alte Sound - die perfekte Lösung.
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Nicht die optimale Lösung, aber zur Überbrückung einen Versuch wert.
Motorsport Aktuell Toro Rosso - Formel 1 - 2015 Ferrari-Motor für Toro Rosso? "Es gibt nur eine gesamtheitliche Lösung"

Toro Rosso wird nicht alleine einen Ferrari-Motorendeal aushandeln.

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