Lotus vor dem GP China

Gascoyne hat das Mittelfeld fest im Blick

Jarno Trulli Foto: xpb 33 Bilder

Lotus lieferte beim GP Malaysia das beste Rennen ab, seit Tony Fernandes den berühmten Namen wiederbelebt hat. Heikki Kovalainen blickte bei der Zieldurchfahrt in die Auspuffrohre eines Toro Rossos. Und er war dabei in der gleichen Runde.

Tony Fernandes strahlte über das ganze Gesicht. Der rührige Teamchef von Team Lotus sah wie sein Fahrer Heikki Kovalainen an 15. Stelle den Zielstrich kreuzte. Nichts besonderes, würde man auf den ersten Blick sagen, das war auch im letzten Jahr schon so. Der Unterschied: Als Kovalainen abgewinkt wurde, da hatte er die beiden Toro Rosso im Visier.

Kein Klassenunterschied mehr zum Mittelfeld

Jaime Alguersuari rettete sich mit einem Vorsprung von 0,415 Sekunden vor dem Lotus über die Linie. Auch Sebastien Buemi war mit 9,387 Sekunden keinen Klassenunterschied weit weg, auch wenn man dem Schweizer zugestehen muss, dass ihn eine Stop-and-Go-Strafe knapp 30 Sekunden kostete.

Fernandes war trotzdem selig: "Ich glaube, ich kann sagen, dass wir heute zum ersten Mal ein richtiges Rennen gefahren sind." Kovalainens Rundenzeiten konnten sich sehen lassen. Seine schnellste Rennrunde von 1.43,677 lag nur 3,1 Sekunden über Mark Webbers Bestwert. Und er war damit ein Zehntel schneller als Alguersuari, auf den er in den letzten Runden aufholte wie die Feuerwehr.

Nach der Pleite von Melbourne konnte der Lotus endlich unter Beweis stellen, dass er ein Reifen schonendes Auto ist. Kovalainen war einer von fünf Piloten, die mit einer Zweistopp-Strategie die 56-Runden-Distanz schafften. Seine Reifenabfolge: Zwei Mal weich, ein Mal hart. Der letzte Satz überstand 22 Runden.

Getriebe und Servolenkung machen Probleme

Am Freitag noch hatte es nach einer erneuten Enttäuschung ausgesehen. Die Lotus waren nirgendwo. Ein Getriebeschaden kostete viel Zeit. Außerdem kehrten mal wieder die Probleme mit der Servolenkung zurück. "Die Lenkung fühlt sich dann unheimlich hart an. Da bist du in jeder Kurve einen Tick zu spät dran. Das kostet Vertrauen ins Auto und Rundenzeit", erzählt Kovalainen.

Technikchef Mike Gascoyne verspricht seinen Piloten bald Abhilfe. Ab dem GP Türkei wird die problembehaftete Servolenkung durch ein komplett neues System ersetzt. Dann hofft auch Jarno Trulli wieder bei der Musik zu sein. Der Italiener bracht für seinen unorthodoxen Fahrstil eine präzise Lenkung.

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