Team Lotus gewinnt Namensstreit

Lotus darf weiter Lotus heißen

GP Monaco 2011 Foto: Grüner 52 Bilder

Der Formel 1 Rennstall "Team Lotus" darf seinen Namen behalten. Ein Londoner Gericht wies eine entsprechende Klage des Autobauers Lotus auf Namensänderung am Freitag (27.5.) ab.

Das Gerichtsverfahren zur Klärung der Lotus-Namensrechte in der Formel 1 sind nach einem fünfmonatigen Rechtsstreit geklärt. Der Londoner Highcourt hat entschieden, dass Team Lotus weiter Lotus heißen darf.

Teambesitzer Tony Fernandes hatte im Herbst letzten Jahres die Namensrechte von David Hunt gekauft. Die Straßenautosparte Group Lotus unter der Führung von Dany Bahar und der Mutterkonzern Proton wollten ihm dieses Recht streitig machen.

Lotus stieg mit dem Segen von Proton beim ehemaligen Werksrennstall von Renault als Hauptsponsor ein. Angeblich bezahlt Lotus 30 Millionen Euro pro Saison. Seitdem heißt das Team offiziell Lotus Renault GP. Logisch, dass das kleine Team Lotus den Männern um Dany Bahar ein Dorn im Auge war. Die Verwirrung ist komplett, weil Team Lotus seit diesem Jahr mit Renault-Motoren fährt.
 
Das Gericht schloss sich allerdings der Argumentation von Tony Fernandes an. "Team Lotus hat das Recht weiterhin unter dem Namen Team Lotus in der Formel 1 anzutreten", heißt es in dem Urteil. Der alleinigen Namen "Lotus" darf allerdings nur der Autobauer Group Lotus in der Formel 1 verwenden. Für die Verwendung der Bezeichnung "Lotus Racing", unter der die Mannschaft von Fernandes im Vorjahr angetreten ist, musste der Rennstall Schadensersatz bezahlen.

Lotus Renault GP mit finanziellen Problemen?

Der wichtigste Punkt ist allerdings, dass der Name Lotus weiterhin zwei Mal in der Formel 1 vertreten ist. Für Lotus Renault GP kommt der Gerichtsentscheid zur falschen Zeit. Der Rennstall soll massive finanzielle Probleme haben. Aus Russland fließt nicht so viel Geld wie erwartet. Seit dem schweren Unfall von Robert Kubica ist das Interesse anderer Geldgeber erlahmt.

Angeblich steht bei Motorenlieferant Renault immer noch eine zweistellige Millionensumme offen. Außerdem soll Mitbesitzer Genii Capitals seinen Sponsor Lotus um einen Vorschuss angebettelt haben, um für das Tagesgeschäft und die Autoentwicklung flüssig zu bleiben.

Dessen Marketingstrategie geht mit zwei Teams, die den Namen Lotus führen, nur noch zum Teil auf. Das Team hängt jedoch am Tropf des ehemaligen englischen Sportwagenherstellers, der längst in den Händen von Proton ist. Im Fahrerlager verdichten sich Gerüchte, dass Lotus Renault GP nächstes Jahr mit Cosworth-Motoren fahren muss, wenn bei Renault die Rechnungen nicht bezahlt werden. Und der französische Hersteller würde sich dann einen anderen Kunden suchen. Warum nicht Williams?

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