Lotus kämpft mit seinem Auto

E22 nur gut auf einem Streckentyp

Pastor Maldonado - Lotus - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 20. Juni 2014 Foto: xpb 28 Bilder

Ist der Säbelzahntiger von Lotus ein Flop? Nicht ganz. Das Auto braucht einen ganz bestimmten Streckentyp, ein ganz bestimmtes Setup und warmes Wetter, um schnell zu sein. Wir sagen, wo die Stärken des E22 genau liegen.

Beim Lotus E22 wusste man beim ersten Hinschauen: Dieses Auto wird entweder ein Matchwinner, oder es geht unter. So wie der Renault R31 von 2011 mit seinem Auspuff vor den Seitenkästen. Auch diesmal ging Lotus seinen eigenen Weg. Die Nase besteht aus zwei ungleich langen Säbelzähnen, die den Frontflügel halten. Der längere rechte muss den Crashtest bestehen. In der Mitte kann Luft ungehindert Richtung Unterboden strömen.

Was in der Theorie sinnvoll klingt, funktioniert in der Praxis nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Dieses minimale Fenster zu finden ist schwierig. Lotus spulte weniger Testkilometer ab als der Rest des Feldes und war von der Renault-Seuche noch härter betroffen als Red Bull. Ausfälle pflasterten den Weg der ersten Rennen.

Die Ingenieure hechelten der Entwicklung ihres Autos immer hinterher. Sie mussten unter der schwarzen Verkleidung laufend Kühler und Leitungen neu arrangieren, um den Motor gesünder laufen zu lassen. Am Red Bull-Ring wurde ein neuer Kühler für den Turbolader installiert. Ausbessern statt Verbessern.

Lotus-Heck bricht schlagartig aus

Erst beim GP Spanien schien der Knoten geplatzt. Romain Grosjean stellte den Lotus auf den fünften Startplatz. Hätte der Motor im Rennen nicht für sieben Runden massiv Leistung verloren, hätte zu Platz 6 gereicht. So wurde ein achter Rang daraus. Doch Barcelona war nicht der Durchbruch. Eher eine Eintagsfliege. In Monte Carlo, Montreal und am Red Bull-Ring kehrten die alten Probleme zurück.

Die Vorderreifen kommen nicht auf Temperatur, und das Heck bricht beim Beschleunigen schlagartig aus. Der Lotus verliert am Kurvenausgang und am Beginn der Geraden zu viel Zeit. "Am Motor liegt es nicht, auch wenn uns im Vergleich zu Mercedes Leistung fehlt", nimmt Grosjean Renault in Schutz. "Das Problem ist vermutlich aerodynamischer Natur. Im zweiten Teil der Kurve reißt schlagartig der Grip ab. Die Zeit, die ich in den schnellen Kurven gewinne, büße ich doppelt und dreifach in den langsamen ein."

Da liegt der Verdacht nahe, dass im Diffusor die Strömung abreißt. Deshalb wird seit Saisonbeginn am Unterboden herumgedoktert. Und an der Vorderachse. Mit wenig Erfolg. "Unser Auto mag kein Stop and Go. Wir brauchen flüssige Kurven", sagt Einsatzleiter Alan Permane.

Windkanal versprach ein Siegerauto

Teamchef Gerard Lopez seufzt: "Unser Auto ist schnell. Aber nur unter bestimmten Bedingungen. So wie in Barcelona. Flüssige Kurven, warmes Wetter, das richtige Setup. Es scheint so, dass wir uns mit unseren letzten Upgrades im Kreis gedreht haben. Wir suchen noch nach dem Schlüssel, dass unser Auto überall schnell ist." Deshalb hofft Lopez auf Silverstone. Dort ähnelt das Streckenlayout dem von Barcelona. Es muss nur noch das Wetter mitspielen.

Grosjean glaubt, dass auch die neuen Reifenkonstruktionen von Pirelli eine Rolle spielen. "Uns fehlte die Zeit, uns darauf einzustellen." Der Franzose leidet darunter, dass er nicht mehr um Podiumsplätze, sondern bestenfalls kleine Punkte fährt: "Der Windkanal hat mir ein Siegerauto versprochen."

Dem Rückstand, den man sich zu Saisonbeginn eingefangen hat, läuft Lotus immer noch hinterher. Realistisch betrachtet geht es beim WM-Vierten des Vorjahres nur noch um Platz 7 in der Konstrukteurs-WM. Der Gegner heißt Toro Rosso. Die fahren wenigstens den gleichen Motor. Vielleicht nicht mehr lange. Lotus werden Kontakte zu Mercedes nachgesagt.

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