Lotus-Saisonstart ohne Punkte

Zum Überholen fehlte Power

Romain Grosjean - GP Malaysia 2015 Foto: Lotus 25 Bilder

Bei Lotus wird man langsam nervös. Zwei Rennen, immer noch keine Punkte. Dabei startet ein Auto immer in den Top Ten. Fahrfehler und technische Probleme werfen die schwarzen Autos im Rennen zurück. Das könnte sich in der Endabrechnung rächen.

In Melbourne war nach eine Runde Schluss. Zwei Wochen später in Sepang sah ein Auto immerhin die Zielflagge. Romain Grosjean fehlten 17,6 Sekunden auf einen Punkterang, dabei sah es zeitweise so aus, als kämen die ersten Zähler auf das Lotus-Konto. Der Rennstall, der von Renault- auf Mercedes-Motoren umgestiegen ist, hat bislang nicht davon profitiert. Man hat den Speed, aber nicht die Fortune.

Pastor Maldonado muss sich wieder mal an die eigene Nase fassen. Er legt sich in der Startrunde zunächst mit Kimi Räikkönen an. Dann schlitzte ihm Valtteri Bottas von hinten den Reifen auf. Später bekam er eine Zehnsekunden-Strafe aufgebrummt, weil er die Safety-Car-Deltazeit unterschritten hatte. Der Fahrer sieht am Display, ob er nach Freigabe des Safety-Cars die Zeit bis zur ersten Boxenpassage einhält oder nicht.

Eine kleine Entschuldigung hat Maldonado. Lotus verzichtet als einziges Team auf eine großflächige Anzeige im Cockpit. Nicht ganz freiwillig. Es fehlt das Geld. Im Moment gibt es im Team nur ein großes Display. Also bekommt es keiner. Das Team investiert lieber in neue Aero-Teile. Bei Maldonado wäre der Bildschirm wahrscheinlich sinvoller gewesen.

Nach Perez-Crash fehlte auch noch Abtrieb

Grosjean schwamm in der Safety-Car-Phase gegen den Trend. Er blieb wie Sebastian Vettel, Nico Hülkenberg, Carlos Sainz und Sergio Perez auf der Strecke. Obwohl ein Dreistopp-Rennen von Anfang an geplant war. "Zwei Reifenwechsel wären für uns nicht möglich gewesen. Wir hätten die Safety-Car-Phase zu Reifenwechsel genutzt, wenn sie zwei Runden später gekommen wäre", gibt Einsatzleiter Alan Permane zu.

Grosjeans Pech war, dass er hinter dem Force India mit Nico Hülkenberg festhing. "Das hat uns viel Zeit gekostet. Bei freier Strecke wäre es für Romain ein anderes Rennen geworden. Dann wären Punkte möglich gewesen."

Trotz Mercedes-Power kam Grosjean an seinen Gegnern nicht vorbei. Ein defekter Sensor sorgte dafür, dass der Mercedes V6-Turbo weniger Leistung abgab. Damit ist die Antriebsquelle, in die Lotus so viel Hoffnung gesetzt hatte, zum zweiten Mal schuld, dass Grosjean leer ausging. In Melbourne zwang ihn ein Leck im pneumatischen Ventilsystem zur Aufgabe.

Nach einer Kollision mit Perez konnte der Franzose seine Hoffnungen auf WM-Zähler endgültig abschreiben. Bei dem Hochgeschwindigkeitsdreher gingen Teile des Unterbodens verloren. Danach fehlte auch noch Abtrieb.

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