Lotus Technik-Experiment

Langer Radstand ohne Wirkung

Lotus - Formel 1 - GP Italien - Monza - 6. September 2013 Foto: ams 108 Bilder

An einem Grand Prix-Wochenende mit vielen Technik-Updates hatte Lotus den größten Umbau im Gepäck. Am Auto von Kimi Räikkönen wurde der Radstand verlängert. Doch auf der Uhr war kein Fortschritt zu erkennen. Also fliegt die neue Aufhängung wieder raus.

Welchen Unterschied machen 10 Zentimeter? Bei einem Formel 1-Auto kann eine Handbreit mehr Platz zwischen den Achsen massive Auswirkungen haben. Mehr Länge bedeutet in der Theorie ein stabileres Fahrverhalten, vor allem beim Bremsen, und mehr Spielraum für die Aerodynamiker. Also genau das Richtige für eine Strecke wie Monza.

Beide Lotus gleich schnell

Doch Theorie und Praxis stimmen im Motorsport nicht immer überein. Und so war der Unterschied zwischen dem Auto von Kimi Räikkönen - mit dem nachträglich verlängerten Radstand - und Romain Grosjean - in der normalen Konfiguration - nach den beiden Trainingssitzungen nur schwer auszumachen. Die Rundenzeit war gar keine Hilfe. Die schwarzen Autos fuhren auf die Tausendstel genau die gleiche Zeit: 1:25.116 Minuten.

Also mussten die Fahrer die Antwort liefern, ob sich der umfangreiche Umbau, der sicher eine sechsstellige Entwicklungssumme verschlungen hat, positiv auf das Fahrverhalten ausgewirkt hat. "Es hat sich für mich nicht anders angefühlt als bei den anderen Rennen", zuckte Kimi Räikkönen gewohnt wortkarg mit den Schultern. "Ich glaube nicht, dass es einen großen Unterschied macht - wenn überhaupt."

Fahrer bevorzugen unterschiedliche Setups

Auch Teamkollege Romain Grosjean konnte nicht viel zur Aufklärung beitragen. "Wir haben die ganzen Daten zurück in die Fabrik geschickt, um herauszufinden, was besser ist. Es liegt wohl auch im Gefühl des Fahrers, das herauszufinden. Aber den Radstand kann man nicht einfach zwischen den Trainings umbauen. Deshalb fehlt der direkte Vergleich."

Jeder Fahrer reagiere zudem anders auf Veränderungen. Gerade bei Lotus hat man schon oft gesehen, dass beide Piloten mit unterschiedlichen Setups unterwegs sind. "Vor allem beim Bremsen hat jeder Fahrer seinen eigenen Stil", erklärt der Franzose. "Aber Kimi schien ganz glücklich zu sein. Vielleicht hilft uns das in der Zukunft."

Update überzeugt Räikkönen nicht

In Monza will man das Experiment nach dem ersten Tag aber voerst nicht mehr fortsetzen. Die Ingenieure entschieden am Abend, die neue Vorderachse wieder einzupacken. Das restliche Wochenende fahren Räikkönen und Grosjean die Standard-Variante. Es ist die sicherere Lösung. Weitere Tests bei den nächsten Rennen schlossen die Ingenieure aber nicht aus.

Generell zeigte sich der Iceman noch nicht besonders zufrieden mit seinem Gefährt. "Das Auto hat sich nicht so gut angefühlt. Deshalb war ich überrascht von den ordentlichen Platzierungen. Aber der Abstand zu Sebastian (Vettel) ist ziemlich groß. Ich hoffe, dass wir noch etwas Zeit finden. Bei den letzten Rennen schob sich das Feld am Samstag immer etwas enger zusammen. Mal abwarten."

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen genau, wie der Radstand verlängert wurde.

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