Lotus zerknirscht

Diesen Vettel holt keiner mehr

Romain Grosjean GP Singapur 2013 Foto: xpb 58 Bilder

Mit dem dritten Platz von Kimi Räikkönen konnte Lotus in Singapur leben. Doch der Abstand zu Sebastian Vettel sorgte für gedrückte Stimmung. Chefingenieur Alan Permane hofft, dass man wenigstens noch Mercedes und Ferrari angreifen kann.

Lotus konnte sowohl im Qualifying als auch im Rennen überzeugen. Nur leider jeweils mit unterschiedlichen Fahrern. Romain Grosjean startete das Rennen von Rang 3. Kimi Räikkönen beendete das Rennen auf Rang 3. Der Speed des Autos stimmte. Und die Strategie passte auch.

"Wir waren ziemlich sicher, dass wir nach der Safety-Car-Phase durchfahren können", erklärte Chefingenieur Alan Permane anschließend. "Wir hatten sowieso geplant mit Kimi in Runde 30 zu stoppen. Wir wussten, dass es ein langer letzter Stint werden würde. Wir wollten damit unsere Gegner unter Druck setzen."

Grosjean verpasst sicheres Podium

Mercedes konnte diese Strategie nicht mitgehen. Der Reifenverschleiß an den Silberpfeilen war so hoch, dass sich die Strategen nicht trauten die gleiche Taktik zu fahren. Dadurch kam Kimi Räikkönen, der nur auf Rang 13 gestartet war, vor Nico Rosberg und Lewis Hamilton ins Ziel.

Romain Grosjean hätte sogar noch besser sein können. Doch ein Problem mit dem Motor beendete sein Rennen vorzeitig. "Wir hatten ein internes Luftleck im Aggregat. Das pneumatische System war irgendwo undicht. Wir haben noch versucht, bei einem Boxenstopp Luft nachzufüllen. Aber danach wurde es sogar noch schlimmer", erkläre Permane.

Das Technikpech verhinderte ein sicheres Podiumsergebnis für den Franzosen. "Romain wäre auch mindestens Dritter geworden, ohne das Problem. Er wäre sicher sehr nah an Alonso rangekommen. Vielleicht hätte er ihn noch herausfordern können. Kimi hatte keine Chance gegen Fernando, weil er zu lange hinter Button feststeckte." Immerhin wurde der Motor nicht weiter beschädigt. Er kann nach Behebung des Lecks noch einmal eingesetzt werden.

Lotus greift Mercedes und Ferrari an

In Korea will Lotus zudem wieder die Chassis-Version mit dem langen Radstand fahren. "Das bringt uns laut Simulation vielleicht 2 bis 4 Zehntel. Aber nicht annähernd genug, um Sebastian Vettel herauszufordern. Da braucht man im Moment wohl eher 2 bis 3 Sekunden", schüttelt Permane mit dem Kopf. "Aber es könnte uns einen kleinen Boost geben, um vielleicht Mercedes zu schlagen."

Permane zeigte sich beeindruckt von der Pace des Heppenheimers. Dagegen ist derzeit kein Kraut gewachsen. "Wir haben gesehen, was er heute gemacht hat. Er fährt in einer eigenen Liga. Er hat ein vernünftiges Auto und macht einfach einen tollen Job. Nach der Safety-Car-Phase durfte er zum ersten Mal an diesem Wochenende voll fahren. Und da war er 2,5 Sekunden schneller als der erste Verfolger. Da haben sie uns einfach zerstört. Das war wirklich sehr beeindruckend."

Die Gegner von Lotus heißen momentan nicht Red Bull sondern Mercedes und Ferrari. In der Konstrukteurswertung liegt man allerdings bereits 61 bzw. 68 Punkte hinter den Konkurrenten zurück. Laut Permane aber nicht aussichtslos: "Es ist möglich. Und wenn wir um Platz 3 kämpfen können, dann können wir auch um Rang 2 kämpfen. Mercedes und Ferrari liegen sehr nah zusammen. Aber Vettel ist wohl nicht mehr einzuholen. Vor allem mit der Leistung von heute."

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