Fernando Alonso - Alpine - Bahrain - 2021 xpb
Alpine A521 - F1-Auto - 2021
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Luca de Meo: So wichtig ist Alonso für Renault

F1-Pläne von Renault-Chef Luca de Meo Alonso ist Alpines Pate

Das Formel-1-Projekt von Renault stand kurz auf der Kippe. Der neue Präsident Luca de Meo hat es gerettet und führt es unter der Marke Alpine weiter. Der Italiener erklärt, warum der Fokus des Sportprogramms auf der Formel 1 liegt und warum Fernando Alonso so wichtig dafür ist.

Die Saison 2020 war das 44. Jahr von Renault in der Formel 1. Es wäre um ein Haar das letzte gewesen. Der neue Präsident Luca de Meo verrät, dass es bei seinem Amtsantritt im Konzern starke Strömungen gab, das teure Formel-1-Engagement in finanziell schwierigen Zeiten einzustellen und die Sportmarke Alpine einschlafen zu lassen. De Meo lehnte ab: "Ich wollte nicht der Mann sein, der 44 Jahre Formel-1-Geschichte beerdigt."

Die Entscheidung traf der 53-jährige Manager nicht, weil er ein Faible für den Sport hat. Für De Meo musste dahinter ein Geschäftsmodell stehen. Drei Argumente sprachen für einen Verbleib in der Königsklasse: "Der Marketing-Wert ist unbezahlbar, wenn du nicht gerade am Ende des Feldes fährst. Würden wir die gleiche Aufmerksamkeit für unsere Marke durch klassische Werbung erzielen wollen, müssten wir Hunderte Millionen Euro investieren."

Damit nicht genug. Wer sich in der Formel 1 behauptet, vermittelt Glaubwürdigkeit. Für einen Sportwagenhersteller wie Alpine ein wichtiger Baustein im Bestreben die Marke als "das coolste Ding in unserem Haus" zu verkaufen. Alpine steht laut de Meo nicht nur für Nostalgie, sondern auch zukunftsweisende Technik.

Der Italiener kann sich zum Beispiel einen Sportwagen mit elektrischem Antrieb vorstellen, der auch Emotionen entfacht. "Ich sehe bei aller Bescheidenheit Alpine als eine Kombination aus einem Mini-Ferrari und einem Mini-Tesla." Deshalb auch der Namenswechsel in der Formel 1. "Renault ist seit 120 Jahren eine weltweit eingeführte Marke. Die müssen wir nicht bekanntmachen. Aber wir können ihr Image über Alpine schärfen. Sie ist unsere Avantgarde."

Luca de Meo & Fernando Alonso - Renault - Imola - 2020
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Der neue Renault-Boss Luca de Meo hofft, dass Fernando Alonso den Weg zum Erfolg in der Formel 1 verkürzt.

Alpine-Fokus liegt auf der Formel 1

Mit Alpine hat Renault nicht nur ein Rennteam wiederbelebt, sondern auch eine historische Marke, eine Technik-Plattform und eine Fabrik. "Ich will mit Alpine etwas schaffen, das Wert für die Kernmarke Renault schafft", begründet de Meo seine Kampagne. Der frühere Audi-Manager macht das nicht zum ersten Mal. "Ich habe es bei Fiat mit Abarth durchgezogen und bei Audi mit Audi Sport."

Nach seinen Vorstellungen soll sich Alpine schon 2025 selbst tragen, womit auch das Engagement in der Formel 1 finanziert sei. Die Budgetdeckelung und die Kostensenkungsmaßnahmen in der Top-Kategorie des Motorsports liefern Hilfestellung bei dem ehrgeizigen Ziel der Kostenneutralität.

De Meo fordert vom Formel-1-Management einen schwierigen Spagat: "Der Budget-Deckel war nur der erste Schritt, Kosten zu reduzieren. Es müssen weitere folgen. Gleichzeitig muss die Formel 1 der Platz für Innovationen bleiben, ein Träger für umweltfreundliche Technologien. Wir brauchen eine Balance zwischen beidem."

De Meo macht auch klar, dass der Fokus des Motorsportprogramms des Konzerns auf der Formel 1 liegt, weil sie das publikumsträchtigste Schaufenster für die Welt ist. Die Formel E wird von Nissan abgedeckt. Alle anderen Aktivitäten wie Le Mans oder die Rallye werden Kundeneinsätze bleiben. Alpine soll nur technische Hilfestellung geben.

Fernando Alonso - Alpine - Bahrain - 2021
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2021 ist für Alpine nicht nur eine Übergangssaison. Den Angriff auf die Formel-1-Spitze planen die Bosse aber erst für 2022.

Keine Ruhe dank Alonso

Das neu aufgestellte Programm brauchte neue Leute mit frischen Ideen an der Spitze. Deshalb teilen sich Laurent Rossi, Davide Brivio und Marcin Budkowski jetzt die Verantwortlichkeiten in Viry-Chatillon, in Enstone und an der Rennstrecke. Den klassischen Teamchef gibt es nicht mehr.

Renaults neuer Konzernlenker vermeidet eine klare Nennung von Saisonzielen: "Ich erwarte, dass wir uns jedes Jahr verbessern. Wir können nicht davon ausgehen, dass wir sofort gewinnen oder die Serie dominieren. Unsere große Herausforderung beginnt mit der Saison 2022, wenn alles auf Null gestellt wird."

Das heißt nicht, dass Alpine die Übergangssaison 2021 abschreibt. "Das können wir unseren Fahrer nicht antun. Fernando wäre nicht happy, wenn wir diese Saison einfach so laufen ließen. Er will immer gewinnen. Und Esteban will als junger Fahrer nicht weitere Zeit verschwenden. Es ist unsere Pflicht, ihnen einen guten Service zu bieten."

Stichwort Fernando Alonso. Der Spanier ist für de Meo quasi der Katalysator, um seinen Plan zum Erfolg zu führen. "Ich habe ihn gebeten, uns zu helfen wieder ein Top-Team zu werden. Seine Rolle ist heute eine andere als vor 15 Jahren. Seine Erfahrung, sein Talent und sein Ehrgeiz sollen uns helfen zu wachsen. Er ist quasi unser Pate. Unsere Aufgabe ist, ihm das bestmögliche Auto zu geben."

Die neue Teamleitung um Laurent Rossi zeigte sich von Alonsos Auftritt bei den Testfahrten beeindruckt. Der zweifache Weltmeister überzeugte die Ingenieure mit punktgenauem Feedback: "Fernando brauchte zehn Runden, bis er am Limit war. Dann ist er aus dem Auto gestiegen und hat uns gesagt: Das funktioniert nicht, das muss besser werden. Er kam zurück, als wäre er nie weg gewesen. Du kannst dich mit ihm im Team keine Sekunde ausruhen. Genug ist nicht genug für ihn."

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