Magnussen über Alonso

“Er denkt, er wäre Gott”

Kevin Magnussen - Haas - Fernando Alonso - McLaren - Formel 1 - GP Italien - 01. September 2018 Foto: sutton-images.com 65 Bilder

Kevin Magnussen und Fernando Alonso werden keine Freunde mehr. Die beiden sorgten für die Szene des Qualifyings, als sie sich in Q2 in der ersten Schikane beharkten. Jeder gibt die Schuld dem anderen.

Sie sind die beiden Sturköpfe der Formel 1, die kein Blatt vor den Mund nehmen. Kevin Magnussen und Fernando Alonso kamen sich nicht zum ersten Mal in die Quere. Im zweiten Qualifying-Abschnitt fand ihr zwiegespaltenes Verhältnis ihren vorläufigen Höhepunkt.

Magnussen lästert über Alonso

Beide rasten auf die erste Schikane zu, Magnussen innen und Alonso außen, keiner gab nach und schließlich berührten sich der Haas F1 und der McLaren. Damit war die schnelle Runde für beide im Eimer. Für Magnussen besonders ärgerlich, denn der Däne hatte mit seinem Teamkollegen Romain Grosjean, der am Ende auf Platz 6 landete, den besten Beweis dafür, dass Haas in Monza gut in Form ist. Er landete schließlich nur auf Platz 11 und regte sich fürchterlich über die Aktion von Alonso auf.

„Er denkt, er wäre Gott”, lästert er über den zweimaligen Weltmeister. “Er kam danach zu mir und hat mir ins Gesicht gelacht. Das war einfach nur respektlos. Es wird Zeit für ihn, dass er in Ruhestand geht.” Schon über Funk schien sich der Spanier köstlich zu amüsieren. Er gab über Funk süffisant an seine Ingenieure durch, dass Magnussen wohl Rennen fahren wolle.

„Vorher würde ich mich aufhängen“

Magnussen sah den Vorfall freilich anders. „Am Ausgang von Ascari hat Fernando seine Bremsen aufgewärmt und war nicht schnell. Deshalb bin ich an ihm vorbei gefahren. Doch dann hat er aus irgendeinem Grund beschlossen, zu beschleunigen. Er kam näher statt eine Lücke zu lassen wie das alle anderen machen. Er dachte wohl, er könnte in Kurve 1 überholen, aber vorher würde ich mich aufhängen. Das war respektlos.” Nachgeben wäre für den Haas-Piloten keine Option gewesen. “Mir ist es egal, warum er es gemacht hat. Ich würde ihn nicht durchlassen und dann meine eigene Runde dadurch opfern”, sagt er.

Der Spanier schilderte im Anschluss seine Version: „Es war eine normale Aufwärmrunde. In der Parabolica habe ich einen Haas innen gesehen. Wir sind zusammen losgefahren und haben Kurve 1 gleichzeitig erreicht. Für mich hat das nicht viel geändert, weil wir nicht mehr Leistung hatten als für P13. Aber sein Teamkollege ist auf Platz 6. Das war unglücklich für uns beide.”

Keine Strafen ausgesprochen

Auch er wollte freilich nicht zurückstecken, obwohl er auf der Außenbahn war. Warum zog er da nicht in Betracht? “Weil ich meine Runde vorbereitet habe. Besonders nach Ascari versuchen wir, die Position zu respektieren, die wir mit'x' Abstand zu den vorausfahrenden Autos einnehmen. Und mit seiner Entscheidung konnte ich meinen Versuch nicht vollenden. Mit meinen Entscheidungen konnte jeder seine Runden drehen. Mit seiner konnte mindestens ein Auto, meins, die Runde nicht beenden.„

Die Sportkommissare schauten sich den Vorfall nach dem Qualifying an, sprachen aber keine Strafe aus. Für sie lautete das Fazit, dass der Zwischenfall von keinem Fahrer ein unnötiges Behindern darstellte, obwohl beide Fahrer ihre Runde verloren.

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