Magnussen und Ocon disqualifiziert

Punkte weg nach Benzin-Verstößen

Esteban Ocon - GP USA 2018 Foto: sutton-images.com 58 Bilder

Esteban Ocon und Kevin Magnussen mussten die in Austin herausgefahrenen WM-Punkte nachträglich wieder abgeben. Beide hatten mehr Sprit als erlaubt verbraucht und wurden disqualifiziert. Aber wie kam es zu dem Malheur?

Kaum war die Zielflagge geschwenkt, flatterte auch schon eine Meldung der FIA in die Postfächer der Teams. Gegen Esteban Ocon wurde eine Untersuchung eingeleitet, weil der Franzose die maximal erlaubte Einspritzmenge von 100 Kilogramm Benzin pro Stunde überschritten hatte. Das Team bekam die Chance sich zu verteidigen. Doch eigentlich war das Urteil schon klar.

„Man erkennt an den Sensoren genau, wie groß die Menge ist, die eingespritzt wird“, erklärte FIA-Rennleiter Charlie Whiting die Sachlage. „Bei Ocon wurde fast die komplette erste Runde zu viel Benzin verbraucht. Ich bin mir sicher, dass sie einige Erklärungen dafür haben. Aber ich weiß nicht, ob sich die Stewards davon beeindrucken lassen.“

Neue Software mit Fehlern

Esteban Ocon - GP USA 2018 Foto: sutton-images.com
Ocon konnte nichts für den Fehler in der Motor-Software.

Und so kam es wie es kommen musste. Zwei Stunden nach Rennende hieß das Urteil Disqualifikation. Ocon musste die vier WM-Punkte für Platz 8 wieder abgeben. „Das geht auf unsere Kappe“, gab sich Teammanager Andy Stevenson selbstkritisch. „Wir haben vor dem Rennen ein neues Mapping für den sogenannten Startmodus eingespielt. In der Software fehlte aber die Absicherung gegen zu hohe Einspritzmengen.“

Die Ingenieure erkannten den Fehler selbst sofort in ihren Daten. Demnach wurde in den Kurven 9 und 14 zu viel Benzin verbraucht. „Wir haben Esteban dann direkt gesagt, dass er vom Start- in den Rennmodus schalten soll. Aber da war es schon zu spät“, bedauerte Stevenson. Einen Vorteil hatte der Pilot dadurch nicht erlangt, beteuerten die Force-India-Verantwortlichen. Das änderte aber auch nichts am Urteil.

Magnussen verliert Sprit aus den Augen

Zufälligerweise gab es noch einen zweiten Spritsünder. Kevin Magnussen, der Ocon das halbe Rennen im Nacken hing, musste ebenfalls nach dem Rennen bei den FIA-Kommissaren vorsprechen. In diesem Fall ging es aber nicht um die Überschreitung der erlaubten Einspritzmenge sondern um den Gesamt-Verbrauch. Magnussen hatte mehr als die 105 Kilogramm Sprit genutzt, die jedem Fahrer für eine Renndistanz zur Verfügung stehen.

Kevin Magnussen - GP USA 2018 Foto: sutton-images.com
Magnussen kam nicht mit der vorgeschriebenen Spritmenge über die Runden.

Dass die Piloten mehr als die vorgeschriebene Menge im Tank haben, ist ganz normal. Die Übungsrunden vor dem Start sowie die Auslaufrunde laufen außerhalb des Spritlimits. Deshalb bleiben die Autos im Gegensatz zu früher auch nicht mehr einfach stehen, wenn sie zu viel Sprit verbraucht haben.

Offenbar hat Magnussen in seinem Verteidigungskampf mit dem zweiten Force India von Sergio Pérez irgendwie den Spritverbrauch aus den Augen verloren. FIA-Rennleiter Charlie Whiting schüttelte ungläubig den Kopf: „Die Spritmenge wird von den Sensoren direkt gemessen und dem Piloten auf dem Display angezeigt. Ich weiß nicht, wie das passieren konnte.“

Magnussen in Schlussrunde überm Limit

Normalerweise werden die Piloten auch von ihren Ingenieuren rechtzeitig gewarnt. Sie müssen dann vor den Kurven früher vom Gas, um Sprit zu sparen. „In diesem Fall ist Kevin in der letzten Rennrunde über das Limit gekommen“, so Whiting. Die FIA-Kommissare hatten auch in diesem Fall keinen Spielraum für ihr Urteil. Magnussen wurde ebenfalls disqualifiziert. Dem Dänen wurden die beiden Punkte für den neunten Platz wieder gestrichen.

Haas-Teamchef Guenther Steiner zeigte sich selbstkritisch: „Am Ende liegt es in unserer Verantwortung, die verbrauchte Spritmenge zu kontrollieren.“ Der Südtiroler nutzte die Gelegenheit aber auch, um seinem Ärger über die Regeln Luft zu machen: „Ich finde es nicht gut, dass wir nach solchen Regeln fahren. Ich hoffe, nächstes Jahr wird es mit der Anhebung des Limits auf 110 Kilogramm besser. Aber mit dem größeren Frontflügel ist es am Ende vielleicht wieder das gleiche. Irgendwann werden wir vielleicht eine gute Show bieten. Momentan gelingt uns das aber nicht.“

Magnussen war nur ein Grund für den Frust des Haas-Teamchefs. Romain Grosjean im zweiten US-Renner rutschte in der Startrunde dem Sauber von Charles Leclerc ins Heck und fiel mit einer beschädigten Aufhängung aus. Obendrauf gab es auch noch eine Startplatzstrafe für Mexiko. Der Franzose muss drei Plätze zurück. Dazu gab es auch noch einen Strafpunkt für das Sünderkonto. Noch zwei Penalty-Punkte mehr und es setzt ein Rennen Sperre.

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