Magnussen verdammt Spritsparen

„Bin gefahren wie eine Oma“

Kevin Magnussen - GP Mexiko 2018 Foto: xpb 111 Bilder

Kevin Magnussen trauert den verlorenen zwei Punkten von Austin nach. Am meisten ärgert er sich über das Reglement, das die Fahrer zum Spritsparen zwingt. „Ich bin gefahren wie eine Oma. Die Rennen dauern zu lange für unsere Autos.“

Es waren exakt 169 Gramm zu viel. 105 Kilogramm Kraftstoff hätte Kevin Magnussen beim GP USA vom Start bis zur Ziellinie verbrauchen dürfen. Am Ende lag der Däne um 0,016 Prozent darüber. Und wurde dafür nach dem Rennen disqualifiziert. Teamchef Guenther Steiner hat kein Problem mit dem Wertungsausschluss: „Das sind die Regeln. Die Disqualifikation geht in Ordnung.“

Der Südtiroler hat aber ein Problem mit den Regeln. „Wir könnten bessere Rennen haben, wenn die Rennen kürzer wären. Wenn wir in Austin drei Runden weniger fahren, kostet das nichts. Aber die Show ist besser. Wir hätten am Ende einen tollen Dreikampf zwischen Ocon, Magnussen und Perez gesehen.“

Esteban Ocon - GP USA 2018 Magnussen und Ocon disqualifiziert Punkte weg nach Spritverstößen

Kevin Magnussen sieht es genauso. „Ocon, Perez und ich sind am Ende wie Omas gefahren. Wir hatten alle das gleiche Problem. Jeder wusste, dass angreifen zwecklos ist. Das Ende vom Rennen war kein Rennen mehr. Keiner greift an, keiner verteidigt. Was hat das mit Rennsport zu tun?“ Fazit des Dänen: „Die Rennen dauern zu lange für unsere Autos.“

Und nicht sei aus Sicht eines Rennfahrers schlimmer als Benzin sparen: „Da kann ich nichts machen, ich muss einfach vom Gas, um den Wert zu erreichen, der vorgeschrieben ist. Wenn ich Reifen schonen muss, dann habe ich wenigstens noch die Chance, mich von anderen Fahrer abzuheben. Da gibt es viele Möglichkeit, wie ich die Reifen am Leben halte.“

1,88 Kilogramm Benzin sparen in 20 Runden

HaasF1 merkte erst beim zweiten Boxenstopp von Lewis Hamilton, dass es eng werden könnte. Einsatzleiter Ayao Kamatsu erklärte: „Da wurde uns klar, dass wir wahrscheinlich nicht überrundet werden. Das bedeutete, dass wir 20 Runden Zeit hatten, Sprit für eine Runde zu sparen.“ Das waren 1,88 Kilogramm Kraftstoff.

Kevin Magnussen - GP USA 2018 Foto: xpb
Magnussen rechnete damit, überrundet zu werden. Doch am Ende musste er die komplette Distanz fahren.

Hört sich wenig ab, ist aber eine ganze Menge, wenn man im Pulverdampf eines Zweikampfes steckt. „Wäre ich allein unterwegs gewesen, hätte ich leichter Tempo rauszunehmen können. Aber ich steckte im Duell mit den Force Indias. Leider habe ich erst später gemerkt, dass die mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Die letzte Runde sind wir alle mit Halbgas die Gerade runtergefahren. Das war ein Witz.“

Das Team wusste schon vor der letzten Kurve, dass es nicht reichen würde. Obwohl Magnussen am Funk immer wieder ermahnt wurde, den Fuß vom Gas zu nehmen und auf die Kurven rollen zu lassen, kam er dennoch in die rote Zone. „Wir machen Kevin keinen Vorwurf. Es war eine komplizierte Sache. Für einen Moment sah es so aus, als würde uns Räikkönen doch noch überrunden. Wenn wir zu früh gespart hätten, wäre Perez vorbeigefahren, und wir hätten einen Punkt verschenkt“, verteidigte Steiner seinen Fahrer.

Zum ersten Mal in dieser Saison wünschte sich Magnussen blaue Flaggen herbei. „Leider kam Kimi nie nah genug heran. Er hätte uns allen einen großen Gefallen getan, wenn er uns überrundet hätte. Ich nehme mal an, dass auch er Sprit sparen musste. Erst eineinhalb Runden vor Schluss war uns klar, dass wir in der Runde der Spitzenreiter ankommen. Da war es zu spät, genug zu sparen. Ich hätte so stark verlangsamen müssen, dass ich auch so aus den Punkterängen gefallen wäre.“

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