Formel 1: Sauber bleibt ruhig

"Malaysia ist kein Schicksalsrennen"

Foto: xpb 15 Bilder

Das Sauber-Team steht noch ohne Punkte da. Teamchef Peter Sauber weigert sich jedoch, bereits eine Zwischenbilanz zu ziehen. Dazu sei es nach zwei Rennen noch zu früh. Deshalb könne man auch beim GP Malaysia noch nicht von einem Schicksalsrennen sprechen.

Das hatte sich Peter Sauber anders vorgestellt. Null Punkte für das eigene Team, dafür haben drei seiner Mitkonkurrenten schon ordentlich WM-Zähler auf dem Konto. Renault nach Robert Kubicas zweitem Platz in Australien gleich 18, Force India acht und Williams fünf.

Keine Schnellschüsse bei Sauber

"Das beunruhigt mich natürlich", sagt Sauber. Trotzdem lässt sich der 66-jährige Schweizer nicht in die Ecke drängen: "Für Schnellschüsse ist es zu früh. Es ist soviel neu in diesem Team und beim Reglement, dass man erst in Barcelona eine Zwischenbilanz ziehen kann." Sauber will die Rennen von Malaysia und China abwarten. Zwei Rennstrecken, die dem Sauber C29 eigentlich liegen müssten, zieht man die Testfahrten im Winter als Maßstab heran.

Schnelle Kurven, wenig Bodenwellen - da müsste ein Auto gut gehen, das in einem bestimmten Fenster an Bodenfreiheiten sehr viel Abtrieb produziert. Doch Sauber bleibt skeptisch mit derlei Prognosen: "In der Vergangenheit war auch Melbourne eine Strecke, die uns immer sehr gut gelegen hat. Davon habe ich letzte Woche nichts gespürt."

Sauber schlechter als bei Tests

Immerhin ist die Frage erlaubt, warum Renault, Williams und Force India jetzt vor Sauber liegen, obwohl die Testergebnisse etwas anderes aussagen. "Die anderen haben die Testresultate nicht besser umgesetzt. Wir sind schlechter als bei den Tests. Es ist nicht einfach zu beurteilen, warum das so ist." Von einem Schicksalsrennen will der Mann, der sein Team nach vier Jahren in Teilzeitrente wieder zurückgekauft hat, nicht reden. "Ich kenne die Formel 1 seit 1993. Heute kenne ich sie noch sehr viel besser als damals. Es war mir immer klar, dass wir vor einer schwierigen Aufgabe stehen."

Ein Rennen macht noch keinen Sommer. Doch die Währung in diesem Sport sind Resultate. Das müssen sich auch Pedro de la Rosa und Kamui Kobayashi vorhalten lassen. Peter Sauber nimmt sie noch in Schutz: "Es gab Gründe, die beiden Fahrer zu nehmen, und an denen hat sich bis jetzt nichts geändert. Natürlich beinhaltet eine Fahrerwahl im Bereich unserer Möglichkeiten immer ein gewisses Risiko."

"Als wäre ich nie weg gewesen"

Und wie erlebt der nach Frank Williams zweitälteste Teamchef die Rennen an der Boxenmauer? Sauber ist noch unschlüssig: "Es ist noch schwer zu sagen, ob es sich anders anfühlt. Mir kommt es vor, als wäre ich nie weg gewesen. Einen Unterschied gibt es allerdings, und der ermöglicht es mir, das ganze etwas gelassener anzugehen. Es gibt heute in Hinwil eine Geschäftsleitung, auf die ich mich verlassen kann, die das Tagesgeschäft für mich erledigt. Und das ist sehr viel."

Wenn Peter Sauber von den Rennen nach Hause kommt, geht er nicht wie früher in die Fabrik. Er sitzt dann in seinem Büro im Pfäffikon. Weil er sich darauf verlassen kann, dass der Laden zuhause läuft.

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