Mark Webber

Bereit zum Comeback

Mark Webber Foto: Red Bull 15 Bilder

Nur zweieinhalb Monate nach seinem Beinbruch ist Mark Webber bereit für die erste Ausfahrt im neuen Red Bull RB5 beim Debüt in Jerez. Hinter dem Australier liegt ein unglaublicher Trainingsmarathon.

Mark Webber ist ein Kämpfer, ein harter Hund, der bereit ist sich bis zum Äußersten zu schinden. Kaum einer hätte für möglich gehalten, dass der Australier nur zweieinhalb Monate nach seinem schweren Unfall bereits wieder im Cockpit sitzen wird. In der kommenden Woche soll es soweit sein. Beim Roll-Out des neuen RB5 will Webber sein Comeback feiern.

Der Ausdauersportler Webber hat damit eine seiner schwersten Prüfungen bestanden. Zuletzt verbrachte er täglich sechs Stunden im Gym, um zusammen mit seinem Physiotherapeut Roger Cleary die Muskeln wieder aufzubauen. Neben dem Hanteltraining für den Oberkörper verbrachte Webber unzählige Kilometer auf dem Hometrainer und im Schwimmbecken.

Rückschläge und Schmerzen

"Dazu kam noch Gymnastik für den Knöchel, damit der Bewegungsspielraum nicht verloren geht." Der ehrgeizige Australier musste allerdings immer wieder in seinem Eifer eingebremst werden. Wenn er den Knöchel zu stark belastete, schwoll das Fußgelenk wieder an. Doch von solchen Rückschlägen ließ sich der 32-Jährige nicht aus der Ruhe bringen. Massagen machten das Gewebe wieder geschmeidig und der Muskelaufbau konnte fortgesetzt werden.

Die schlimmste Zeit musste Webber direkt nach dem Unfall überstehen. Anderthalb Tage nach seinem Unfall fingen die Wunden unter dem Gips an zu bluten. Erst als der Gips abgenommen war, ließen die Schmerzen nach. Lange musste er das Beim ruhig halten, was für einen aktiven Sportler wie Webber nur schwer zu verkraften ist. Schritt für Schritt ging es aufwärts. Erst seit einem Monat kann er wieder normale Schuhe tragen, kurze Zeit später wurden auch die Krücken wieder in die Ecke gestellt.

Iceman aus Down Under

"Die Fortschritte in den vergangenen Wochen waren unglaublich", berichtet Webber über den jüngsten Heilungsprozess. Der Muskelaufbau lief sogar besser als erwartet. Dabei nutzte der Red Bull-Pilot auch ungewöhnliche Maßnahmen, wie z.B. die Kältekammer. "Man kommt aus einer normalen Zimmertemperatur für 30 Sekunden in einen auf -50°C heruntergekühlten Raum und dann geht es für weitere drei Minuten in -130°C Kälte", erklärt der eigentlich eher hitzegewohnte Australier.

Die Kältetherapie soll das Immunsystem stärken, was offensichtlich gewirkt hat. Ob er auch die speziellen Belastungen in einem Rennwagen aushält, konnte Webber noch nicht bestätigen. "Um das herauszufinden, muss ich erst ins Auto steigen." Für den Saisonauftakt beim Heimspiel Melbourne sieht er aber keine Probleme: "Ich werde 100 Prozent bereit sein, meinen Job zu erledigen."

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