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Mark Webber

Böse Entgleisung in Singapur

Nach einer enttäuschenden Saison ist der Frustfaktor bei Mark Webber hoch. In Singapur beleidigte der Routinier sogar einen Journalisten, der eine kritische Frage gestellt hatte. Trotz der klaren Niederlage gegen Sebastian Vettel denkt Webber mit Zuversicht an die nächste Saison.

In Singapur muss Mark Webber vielleicht schon zum zweiten Mal dabei zuschauen, wie der Teamkollege einen Weltmeistertitel feiert. Die Laune beim Australier war entsprechend schon einmal besser. Nach dem Frustfaktor der Saison gefragt, ächzte der Routinier spöttisch: "Ich werde mich wohl aufhängen."

Zu allem Überfluss raunte er dem französischen Journalisten, der die kritische Frage nach der Dominanz des Teamkollegen stellte, auch noch ein "fucking wanker" hinterher. Das ist auch in Australien, wo man gerne mal eine etwas direktere Ansprache pflegt, ein äußerst unfreundlicher Gruß. Später bereute Webber seinen Fauxpas und entschuldigte sich persönlich bei dem französischen Journalisten in aller Form.

Der Frust sitzt aber offenbar tief. Zu oft wurde Webber in diesem Jahr auf den Teamkollegen angesprochen. Zu oft musste er sich mit der Nummer zwei hinter Vettel zufrieden geben. Acht zu null Siege sprechen eine deutliche Sprache. Für Webber ist es wie für alle Rennfahrer schwer anzuerkennen, dass er nur die Nummer zwei im Team ist.

Webber sucht nach Gründen für die Niederlage

Für die klare Niederlage gegen Vettel gebe es Gründe. "Sebastian hatte zu Beginn der Saison einfach einen Lauf. Ich habe da sicher nicht alles hinbekommen. Ein paar Zuverlässigkeitsprobleme kamen auch noch dazu. In den letzten paar Rennen war meine Form aber deutlich besser." Auch mit den neuen Pirelli-Reifen kam Webber nicht zurecht. Bis Valencia musste der 35-Jährige immer einen Boxenstopp mehr einlegen als Vettel. "Erst danach habe ich verstanden warum. Das hat meinen Leistungen im Rennen geholfen."

Besonders die Niederlagen in Deutschland und Belgien nagen immer noch am Australier. "Leider war unser Auto am Nürburgring nicht schnell genug, als ich in Führung lag. Und Spa war das frustrierendste Rennen des Jahres. Wenn man das schnellste Auto im Rennen hat, dann schlecht aus den Startlöchern kommt und den freien Reifenwechsel in der Safety-Car-Phase verpasst, dann war das wieder eine ausgelassene Gelegenheit für mich. Aber selbst wenn alles gepasst hätte, wäre es gegen Sebastian schwer geworden, wenn man seinen guten Start in die Saison bedenkt."

Saison 2011: Rennen gut, WM-Frage langweilig

In der nächsten Saison hat sich Webber fest vorgenommen, in den ersten Rennen besser zu punkten. "Ich brauche so ein Jahr wie 2010. Ich muss Sebastian im Qualifying öfter schlagen, um dann auch im Rennen vor ihm zu liegen und bei den Boxenstopps zu profitieren. Wenn einem das nicht gelingt, kommt man automatisch immer einen Platz dahinter ins Ziel."

Webber ist sich sicher, dass er Sebastian 2012 einen engeren Kampf liefern kann. Der Routinier bedauert, dass die Weltmeisterfrage in diesem Jahr schon so früh entschieden ist. "Die Rennen waren sogar noch besser als letztes Jahr, aber die WM war leider langweilig. Wenn man sich die Highlights des Jahres anschaut, würde man sich niemals vorstellen, dass ein Fahrer an der Spitze wegzieht. Aber Sebastian hat es geschafft. Er hat viele Siege gefeiert. Für den Rest ging es meistens nur um die Podiumsplätze."

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