Mark Webbers Monaco-Geheimnisse

Unterhaltung zu wichtig geworden

Mark Webber GP Monaco 2013 Foto: xpb 66 Bilder

Mark Webber kennt als zweifacher Monaco-Sieger die wichtigsten Faktoren für einen Monaco-Sieg. Auf der langsamsten Strecke im Kalender sollten die Reifen nicht die Rolle spielen wie zuletzt. Es könnte also auch nach dem Verständnis von Red Bull ein echtes Rennen werden. Webber kritisiert, dass die Unterhaltung wichtiger als der Sport geworden ist.

Mark Webber ist ein Monaco-Spezialist. Der Australier hat bereits zwei Mal im Fürstentum gewonnen. 2010 mit überlegenem Speed in einem Rennen, das vier Mal neutralisiert werden musste. Im letzten Jahr mit fünf Autos in seinem Rückspiegel. Es war die perfekte Verteidigungsschlacht. Webber fühlt sich wohl auf Straßenkursen, wo die Leitplanken jeden Fehler bestrafen. "Ich bin daheim in Australien auf Straßenkursen aufgewachsen. Da hatte wir mit Adelaide und Surfers Paradise gleich zwei im Programm."

"Wer vorne ist, kontrolliert das Rennen"

Für Webber sind drei Faktoren ausschlaggebend, um in Monte Carlo gewinnen zu können. Erstens der perfekte Samstagnachmittag. "Die Pole Position ist immer noch die Eintrittskarte zu einem guten Rennen. Wenn du mal vorne bist, kontrollierst du das Rennen. Es ist viel einfacher die Reifen zu schonen als auf anderen Strecken. Du kannst die Linien fahren, die dem Reifen guttun und trotzdem deine Gegner in Schach halten. Wenn du das in Barcelona machst, fallen sie über dich her."

Ein Monaco-König muss die Strecke gut lesen können. Wann ist sie schnell? Wie verändert sie sich? Das ist die Voraussetzung für ein gute Qualifikationsrunde. Punkt drei ist die richtige Strategie."Du musst in der Lage sein, auf alles zu reagieren. Das Timing der Boxenstopps ist entscheidend. Wenn du zu einer bestimmten Taktik gezwungen bist, hast du schlechte Karten."

Zu viel Unterhaltung, zu wenig Sport

Dann kommt das Gespräch doch wieder auf die Reifen. Auch Mark Webber macht fleißig Politik in eigener Sache: "Wir müssen eine gute Balance zwischen Rennsport und Unterhaltung finden. Im Moment ist das Pendel zu stark Richtung Unterhaltung ausgeschlagen. Und das ist nicht erst seit diesem Jahr der Fall. 2011 in Shanghai bin ich teilweise 2,5 Sekunden schneller gefahren als die Spitze, nur weil ich im Training mehr frische Reifen für das Rennen aufgehoben habe als die anderen. Zuletzt in Barcelona wird Lewis Hamilton überrundet. Irgendwas stimmt da nicht. Das Überholmanöver von Fernando an Kimi war kein Highlight. Er ist einfach vorbeigefahren. Seb hat Fernando in Shanghai vorbeigelassen, weil er sich im Zweikampf nicht die Reifen ruinieren wollte. Ich finde, wir sind mit den Reifen einen Schritt zu weit gegangen."

Der zweifache Monaco-Sieger sieht vor allem für die Nachwuchsklassen ein Problem. "Auch da müssen die Fahrer auf die Reifen aufpassen. Das ist falsch. In den kleinen Klassen sollen die Fahrer lernen, am Limit zu fahren, damit man sehen kann wie gut sie sind. Ich will doch wissen, ob sie konstant schnell fahren können."
 

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